11 Dinge, die ich in einem Monat ohne Internet gelernt habe

Unser Autor hat es tatsächlich getan und einen ganzen Monat komplett ohne Internet und Smartphone gelebt – und dies sogar überlebt.

Endlich frei! © criene / photocase.de

Ich gebe zu, ich habe mein kleines Internet-Sabbatical im Urlaub eingeschoben, aber ich bin trotzdem zuversichtlich, dass ich mir meine gewonnenen Erkenntnisse im Alltag nicht sofort wieder aus dem Hirn surfe. Folgende elf Dinge habe ich während meiner Abstinenz gelernt.

1. Keine Newsfeed-Überfütterung ist gut für die Magen-Darm-Flora

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Fast jede*r kennt es: Eine News führt zur nächsten und bevor man den Wahnsinn durchblickt, hat man Stunden damit verbracht, sich Massen von diffusen Informationen reinzuknallen. Das schlägt gelegentlich gehörig auf den Magen und der Brechreiz ist in der Regel auch nicht weit weg. Nicht nur deshalb ist der komplette Verzicht so wohltuend – besonders in der Magengegend – und die Welt kommt einem auch sofort viel friedlicher vor.

2. Internet als Unterhaltungsmedium ist überbewertet

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Ob Streamingdienst oder Online-Games, wirklich vermissen wird man diesen Kram doch wirklich nur, wenn man drei Tage auf einen Bus warten muss oder in einer Amtsstube festgehalten wird. Ich persönlich habe diesen Quatsch definitiv nicht vermisst.

3. Ohne die Meinungs-Penetration der anderen ist das Leben leichter

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Auch wenn man überhaupt nicht an der Meinung von Hans Wurst interessiert ist, stolpert man im Netz unweigerlich über diese Unmengen an furchtbaren Ansichten in den Kommentarspalten und sozialen Netzwerken. Mit aller Gewalt drumherum zu lesen funktioniert, wie die meisten wissen, nicht immer, was in meinen Augen eine nicht zu unterschätzende Belastung darstellt. Fällt das komplett weg, rückt der Himmel ein Stück näher.

4. Nicht alles jederzeit auf seine Richtigkeit überprüfen zu können, ist Balsam für die Seele

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Ja ja, voll praktisch, wenn man zum Beispiel gerade nicht mehr weiß, auf welcher Seite denn dem Hitler ein Hoden fehlte. Zack, Google, Wikipedia und fertig. Geil! Aber braucht man das? Ich glaube nicht.

5. Ohne Internet kann man die analogen von den digitalen Freund*innen noch besser unterscheiden

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Es gibt Freund*innen oder eher Bekannte, die eigentlich nur so präsent sind, weil sie jeden noch so dämlichen Status liken und nur dadurch fast als richtige Freund*innen und fester Bestandteil wahrgenommen werden. Fallen diese Likes und Kommentare komplett weg, sind sie eigentlich nur noch Sternenstaub.

6. Wenn man kein Smartphone hat, muss man es auch nicht suchen

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Mist, wo ist denn dieses kolossale kleine Ding, was ich den ganzen Tag dringend brauche? Liegt es unter der Heizdecke? Hab ich es im Suff verschenkt? Und warum hab ich es nur auf lautlos gestellt? Von diesen kleinen und großen Dramen ist man befreit, wenn man einfach keines hat. Ich gebe einen analogen Daumen hoch.

7. Ich kann doch noch Bücher zu Ende lesen

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Ein Großteil der Bücher, die verkauft werden, wird wirklich niemals gelesen. Welch unfassliche Ressourcenverschwendung und ja, ich gestehe, auch mein Regal ist voll von ungelesen Pfennigromanen und anderen Meisterwerken, die mir aufgrund des schnellen Inputs aus dem WWW noch nie in den Schoß gefallen sind. Ohne dieses Internet landen sie jedoch in der Tat früher oder später genau dort.

8. Das einzige, was ich wirklich vermisst habe, war Online-Banking

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Die GEZ mahnt und mahnt und man kann sich nicht schnell online von dieser Last befreien. Hilfe! Ja, ich gestehe, Online-Banking, ich habe dich mindestens einmal vermisst.

9. Nach zwei Wochen ist man auch unterbewusst entwöhnt

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Die ersten Tage ertappt man sich nicht nur einmal dabei wie man unbewusst seine Taschen abtastet, ohne dass man eigentlich einen konkreten Plan hat, was man denn mit dem mobilen Internet anstellen möchte. Nach spätestens zwei Wochen ist dieser Automatismus abgestellt und der trockene Entzug wird, wie bei jeder mittelschweren Sucht, mit der erlösenden Entwöhnung belohnt. Wo war noch mal dieser Zuckerberg?

10. Ohne Netz gibt es weniger Inszenierung

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Vor gar nicht langer Zeit, als man noch in einen See gesprungen ist, um nass zu werden, da beobachtete ich eine etwas traurige Angelegenheit: Vier Jugendliche alberten zur späten Stunde an einem Brandenburg-Beach und beschlossen, total spontan noch mal in die flauen Fluten zu jumpen. Es hätte ein herrliches Planschen mit erstem Anfassen werden können, doch die Gruppe war während der Aktion wirklich nur damit beschäftigt, den eigentlichen Spaß so perfekt wie möglich in Szene zu setzen. Als die gewünschten Aufnahmen dann im Kasten (Internet) waren, war der Abend gelaufen. Es hätte so schön sein können – ohne.

11. Kopfkino ist geiler als Online-Porno

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Im Falle einer gewünschten Selbstbefriedigung verzichtet fast niemand mehr auf dieses grenzenlose sexy Angebot aus dem Internet. Vielleicht geht es so am schnellsten, aber aufregender ist es definitiv ohne. Ich schwör‘!


Von Theo Rio auf Mit Vergnügen erschienen.
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