11 Tipps, die deine Interrail-Reise noch besser machen

Du willst verreisen und hast keine Lust auf langweiligen Strandurlaub? Du willst möglichst viel erleben, aber hast kein unbegrenztes Budget? Dann ist Interrail genau das Richtige für dich. Mit diesen Tipps wird die Reise noch schöner.

Auf Interrail-Tour kann man die schönsten Orte sehen. © Joshua Earle/StockSnap

Seit mehr als 45 Jahren schon gibt es die Möglichkeit, mit einem Zugpass quer durch Europa zu fahren. Je nach Dauer der Reise kostet er für 12- bis 27-Jährige zwischen 200 und 500 Euro. Zuletzt überlegte die EU sogar, jedem*r Europäer*in zum 18. Geburtstag ein Ticket dafür zu schenken. Leider wurde nichts daraus.

Doch auch so ist Interrail eine vergleichsweise günstige Gelegenheit, sehr viel von unserem Kontinent zu sehen. Bei den 30 Staaten, in denen die Fahrkarte gültig ist, ist für jede*n etwas dabei. Im Mai und Juni war ich selbst in mehr als zwanzig Ländern auf Interrail-Tour und habe unglaublich viel erlebt – und auch einiges über diese Art des Urlaubmachens gelernt. Hier sind elf Tipps, mit denen auch deine Interrail-Reise noch einfacher und spaßiger wird:

1. Vor der Reise: Buche den Pass-Schutz

Klingt wie ein Tipp von Mutti, lohnt sich aber: Beim Kauf deines Tickets solltest du unbedingt den sogenannten Pass-Schutz buchen. Wenn du deine Fahrkarte während der Reise verlierst, bekommst du sonst keinen Ersatz und musst dir alternative Tickets beziehungsweise einen neuen Interrail-Pass kaufen. Mit der Schutz-Option werden dir diese Kosten hinterher bis zum Restwert des verlorenen Passes erstattet. Beispiel: Angenommen, dein 200 Euro teurer Pass war 30 Tage gültig und du verlierst ihn nach 15 Tagen, bekommst du bis zu 100 Euro beim Kauf neuer Tickets nach der Reise erstattet.

2. Nutze Couchsurfing

Wer kein großes Reisebudget hat und sich gerne die Kosten für ein Hostel sparen würde, der sollte sich die Seite Couchsurfing anschauen. Das ist sozusagen wie Airbnb in kostenlos. Du erstellst dir ein Profil und kannst dann weltweit nach Leuten suchen, die dich für eine oder mehrere Nächte aufnehmen. In vielen Städten gibt es auch Couchsurfing-Treffen, bei denen du zusammen mit anderen etwas unternehmen kannst.

3. Buche deine Hostels rechtzeitig

Wenn du für eine Stadt mal doch keinen Couchsurfer findest, solltest du dich rechtzeitig um einen Schlafplatz kümmern. Sonst kann es passieren, dass du zum Beispiel abends um zehn in Dublin ankommst und praktisch alle Hostels ausgebucht sind. Grund: ein Konzert der weltbekannten Hard-Rock-Band Guns N’ Roses. Wer in solchen Situationen nicht in einem 24 Stunden geöffneten Fast-Food-Restaurant übernachten will, sollte also immer jeweils ein bis zwei Tage vorher etwas für die jeweilige Stadt suchen. Dabei können dir Apps (siehe Punkt 5) helfen.

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4. Gib kleineren Städten eine Chance

London, Paris, Amsterdam: Die meisten Leute zieht es auf Reisen in die großen Metropolen, in die eh alle wollen. Kann man machen, aber dann muss man in Kauf nehmen, dass die Orte überfüllt und die Unterkünfte überteuert sind. Warum nicht mal nach Malmö, Antwerpen oder Danzig? Europa ist voller schöner Orte, die nicht jede*r auf dem Schirm hat, die es sich aber zu entdecken lohnt.

[Außerdem bei ze.tt: So findest du den Mut, auf eine Weltreise zu gehen]

5. Nutze praktische Apps

Neben dem schon erwähnten Couchsurfing solltest du dir unbedingt die Interrail-App herunterladen. Die zeigt Zugverbindungen offline an, aber keine Verspätungen oder Zugausfälle. Daher solltest du dich immer auch am jeweiligen Bahnhof beziehungsweise auf der Seite der jeweiligen Bahngesellschaft informieren. Außerdem kannst du dir in der App Verbindungen anzeigen lassen, für die du keine kostenpflichtige Reservierung brauchst – für manche brauchst du nämlich eine. Auch praktisch: Beim Vergleich von Bahn-, Bus- und Flugverbindungen hilft GoEuro.

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6. Buche Reservierungen lieber zu früh

Für einige Verbindungen in den teilnehmenden Ländern musst du zusätzlich zu dem Interrail-Ticket noch eine Reservierung bezahlen. Das kannst du normalerweise immer spontan am jeweiligen Bahnhof machen. Auf manchen Strecken gibt es allerdings nur eine bestimmte Anzahl von vergünstigten Reservierungen speziell für Interrailer. Wenn die ausgebucht sind, kann es auf beliebten Strecken wie London-Paris schnell mal teurer werden. Weißt du also schon, dass du mit diesem Zug reisen wirst: im Zweifel so früh wie möglich reservieren.

7. Nutze die Interrail-Vorteile

Dein Interrail-Ticket erlaubt es dir nicht nur Zug zu fahren. In manchen Ländern kannst du gratis bestimmte Busse sowie Fähren nutzen, beziehungsweise wird oft zumindest ein Rabatt gewährt. Anderswo erhältst du zum Beispiel vergünstigten Eintritt für Museen und Bootstouren oder kommst billiger in Hotels unter. In der Interrail-App kannst du dir für jedes der teilnehmenden Länder anschauen, welche Angebote es für dich wo gibt. So gibt der Anbieter einer Fähre von Hoek van Holland (Niederlande) nach Harwich (Großbritannien) beispielsweise 30 Prozent Rabatt. Bevor du die Überfahrt antrittst, kannst du zudem in unmittelbarer Nähe des niederländischen Fährterminals an den Strand gehen.

8. Lerne ein paar Ausdrücke in der jeweiligen Landessprache

Nicht überall können Leute gut Englisch. Außerdem gilt es als höflich, zumindest Begriffe wie Guten Tag, Danke und Entschuldigung in der jeweiligen Landessprache zu beherrschen. Weiterer Pluspunkt: Vielen Leuten zaubert es ein Lächeln auf das Gesicht, wenn sie merken, dass du dich bemühst, ihre Sprache zu sprechen. Vielleicht helfen sie dir bei Fragen dann noch lieber als sonst oder spendieren dir einen Tee.

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9. Lass deinen Reiseführer zu Hause

Ein guter Städteguide gehört für viele normalerweise zu einer Reise dazu. Er führt aber auch dazu, dass du nur dahin kommst, wo eh alle Tourist*innen hingehen. Besser: auf eigene Faust die Orte erkunden. In Hostels und Touristeninformationen gibt es kostenlose Stadtkarten und du sparst ganz nebenbei Gepäck.

10. Trau dich, Einheimische anzusprechen

Wenn du nicht ganz auf dich alleine gestellt sein möchtest, kannst du an der Hostel-Rezeption oder bei deinem*r Couchsurfing-Gastgeber*in nach örtlichen Geheimtipps fragen. Trau dich aber auch, Einheimische auf der Straße anzusprechen. Sie können dir nicht nur sagen, wie du vom Bahnhof zur Innenstadt findest, sondern dir auch Dinge erzählen und empfehlen, die in keinem Reiseführer stehen. Und ehe du dich versiehst, sitzt du mit deutschen und italienischen Austauschstudent*innen vor der Dr. Feelgood Bar in Athen.

[Außerdem bei ze.tt: So vermeidet ihr den Blues nach dem Urlaub]

11. Genieß das lokale Essen

Ob Lángos in Ungarn, Kanelbullar in Schweden oder eine Pita als Alternative zum Döner in Griechenland: Überall gibt es regionale Spezialitäten, die du ausprobieren kannst. Schließlich wollen auf der Reise nicht nur deine Augen verwöhnt werden, sondern auch dein Magen. Apropos Döner: Häufig gehört er zu den günstigsten Speisen, die es unterwegs gibt – auch in den teureren Ländern. In Stockholm gibt es übrigens einen Laden, der Kartoffelbrei in den Döner macht. Keine Sorge, die zusätzlichen Kalorien gleichst du locker bei all dem Herumlaufen in den Städten aus.

Mehr Tipps zur Planung deiner Interrail-Reise gibt es hier.