11 Zeichen dafür, dass ihr nicht so gut mit Geld umgehen könnt, wie ihr glaubt

Wir alle machen Fehler im Umgang mit Geld. Aber nur, wenn wir sie kennen, können wir auch aktiv und erfolgreich dagegen vorgehen.

© http://publicdomainvectors.org

@ Lizenz: CC0 1.0

Viele Menschen kennen ihre Einnahmen und Ausgaben nicht. © http://publicdomainvectors.org @ Lizenz: CC0 1.0

Und falls ihr glaubt, eine Ausnahme zu sein, dann schaut zur Sicherheit trotzdem einmal in unsere Liste. Vielleicht entdeckt ihr doch noch die ein oder andere Sache, die euch davon abhält, reich zu werden.

Ihr kennt die Höhe eurer Einnahmen und Ausgaben nicht

Sehr viele Menschen kennen ihre genaue finanzielle Situation nicht, da ihnen der Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben fehlt. Eine 2015 veröffentlichte Studie hat gezeigt, das etwa 40 Prozent der US-Amerikaner absolut keine Ahnung haben, wie viel sie pro Monat einnehmen und wieder ausgeben. Aber auch jenseits von Nordamerika geht es vielen Menschen so.

Wenn ihr aber keinen Überblick über eure Finanzen habt, liefert ihr euch selbst der Katastrophe aus. Schlimmstenfalls landet ihr sogar in der Schuldenfalle.  Es ist ganz einfache Mathematik: Wenn ihr mehr ausgebt, als ihr einnehmt, verschuldet ihr euch. Wenn ihr mehr einnehmt, schafft ihr Vermögen.

Keiner verlangt, dass ihr jeden Betrag auf den Cent genau auswendig kennt, etwas Spielraum ist gestattet. Doch Aussagen wie „Ich gebe im Monat ein paar hundert Euro für Essen aus“ sind ungenau. Den Betrag, plus/minus zehn Euro, solltet ihr schon nennen können.

Das müsst ihr ändern: Beginnt damit, eure Ausgaben zu verfolgen, das geht ganz einfach mit Apps oder Exceltabellen. Freunde des Analogen können natürlich auch zu Stift und Papier greifen. Ganz wie es euch beliebt.

Wisst ihr erst einmal über eure Ausgaben Bescheid, könnt ihr leicht einschätzten, wie viel Geld ihr konsumieren beziehungsweise investieren könnt und wo ihr Sparpotenzial habt. Dann könnt ihr ein monatliches Budget oder ein Sparziel festlegen.

Ihr kennt euren Schuldenstand nicht

Schulden können in zwei Kategorien eingeteilt werden: gute und schlechte.

Gute Schulden sind Kredite, die ihr für das Studium, Aus- und Weiterbildungen, den Kauf von Immobilien oder für eine Firmengründung aufgenommen habt. Sie bringen euch weiter und helfen euch, künftiges Vermögen aufzubauen.

Auf der anderen Seite stehen die schlechten Schulden. Zu ihnen gehören eigentlich alle Arten von Konsumschulden. Die schlimmsten unter ihnen sind Kreditkartenschulden und Dispokredite. Sie sind extrem teuer, zudem hat das ausgegebene Geld nur einen geringen künftigen Mehrwert.

Das müsst ihr ändern: Zahlt diese Schulden so schnell wie möglich zurück! Durch die hohen Zinsen entgeht euch jährlich viel Geld. Wenn ihr nicht in der Lage seid, die Schulden schnell zu begleichen, schuldet auf einen zinsgünstigeren Kredit um.

Ihr seid jeden Monat von der Höhe eurer Rechnungen überrascht

Wer häufig im Internet shoppt, oder viel mit Karte bezahlt, verliert schnell den Überblick.

Das müsst ihr ändern: Ein Haushaltsbuch verschafft euch einen Überblick und ist ein guter Anfang. Jetzt habt ihr zwei Optionen: Verdient mehr Geld oder kürzt eure Ausgaben.

Eine Möglichkeit ist es, euer Gehalt neu zu verhandeln, oder den Job zu wechseln.

Wer sparen will, sollte auf seine größten Kostenfaktoren schauen, etwa Miete oder Reisen. Überlegt euch, wo und wie ihr sparen könnt. Muss es ein Haus sein oder reicht eine Wohnung. Könnt ihr mit dem Rad zur Arbeit fahren? Wie ist die Bahnanbindung? Müsst ihr jeden Tag essen gehen, oder solltet ihr nicht lieber was von zu Hause mitnehmen?

Ihr habt Geldsorgen

Geldsorgen sind eine Plage. Vor allem, wenn ihr älter werdet. Viele haben Angst davor, ohne einen Job auch in der Rente nicht über die Runden zu kommen.

Das müsst ihr ändern: Was stresst euch am meisten? Sind es die Schulden? Die Angst davor, eure Rechnungen nicht bezahlen zu können? Oder ist es die Angst vor der Rente?

Schreibt eure Sorgen auf und geht eine nach der anderen an. Wer zum Beispiel Sorgen vor dem Alter hat, kann noch heute anfangen mit dem Sparen. Legt jeden Monat 20 oder 25 Euro auf die Seite und investiert sie. Am einfachsten geht das mit einem ETF-Sparplan. Auch, wenn es sich anfühlt wie ein Tropfen auf dem heißen Stein — es ist besser als nichts.

Ihr glaubt, dass ihr euch erst in ein paar Jahren um die Altersvorsorge kümmern müsst

Wer denkt schon gerne über das Alter nach? Da es allerdings wahrscheinlich ist, dass ihr 80 oder 90 Jahre alt werdet, ist es notwendig. Wer schon im Alter von 20 Jahren zu sparen beginnt, kann vom Zinseszins profitieren. Den Effekt seht ihr auf dem Chart von JP Morgan, den unsere amerikanischen Kollegen veröffentlicht haben.

Das müsst ihr ändern: Überlegt euch einen Sparplan fürs Alter und fangt sofort damit an. Jeder Tag zählt.

Ihr kennt weder eure Bonität, noch wisst ihr, was sie aussagt

Eure Bonität, oder auch Kreditwürdigkeit, entscheidet darüber, wie viel Vertrauen euch Banken entgegen bringen. Sie ist besonders dann wichtig, wenn ihr euch Geld leihen wollt.

In Deutschland entscheidet die Schufa darüber. Sie ist eine Art Ratingagentur für Privatpersonen. Jeder hat das Recht, einmal pro Jahr eine kostenlose Auskunft von der Schufa zu bekommen.

Das müsst ihr ändern: Informiert euch über eure Bonität. Wer einen niedrigen Score hat, bekommt schlechte Kredite zu hohen Zinsen. Um euren Score zu verbessern, solltet ihr Klein- und Konsumkredite schnellstmöglich abbezahlen und darauf achten, eure Schulden regelmäßig zu bedienen.

Ihr habt euch einen Fernseher und eine PS4 per Ratenzahlung bei Mediamarkt gekauft? Faktisch zahlt ihr damit einen Kredit ab. Auch wenn es sich um eine Null-Prozent-Finanzierung handelt. Viele dieser Kleinkredite verschlechtern euer Rating.

Ihr redet mit eurem Partner nicht über Geld …

Laut einer Langzeitstudie von Fidelity Investments können 40 Prozent der Paare nicht sagen, wie viel ihr Partner verdient.

Wer aber nicht weiß, wieviel sein Partner verdient und ausgibt, der kann auch keine gemeinsame (finanzielle) Zukunft planen. Was, wenn der andere Schulden hat oder euch irgendwann mit welchen sitzen lässt? Finanzielle Probleme schlummern häufig im Hintergrund, sind aber nicht selten für Trennungen verantwortlich.

Das müsst ihr ändern: Redet über Geld. Vor allem, wenn ihr gemeinsame Ziele habt, wie ein eigenes Haus.

… und auch nicht mit euren Kindern

Eine Umfrage von der Bank of America und der Kahn Academy hat 2015 gezeigt, dass 51 Prozent der Millennials glauben, dass ihre Eltern ihren heutigen Umgang mit Geld maßgeblich beeinflusst haben. 78 Prozent der Befragten finden, dass Eltern mit ihren Kindern über Geld reden sollten, sobald sie im Teenager-Alter sind.

Eine weitere Studie von T. Rowe Price fand heraus, dass Kinder, deren Eltern früh mit ihnen über Geld gesprochen haben, den Wert des Geldes eher verstehen.

Das müsst ihr ändern: Sprecht mit euren Kindern. Häufig müsst ihr hier den Anfang machen, manchmal sind die Kleinen aber auch neugierig und fragen euch aus. Unser Buchtipp: „Die Verwöhn-Falle: Wie man seine Kinder zu verantwortungsbewussten und glücklichen Menschen erzieht“ von Ron Lieber.

Ihr habt Angst vor dem Investieren

Viele Menschen glauben, dass sie die Sprache der Finanzwelt nicht verstehen können. Und sie haben Angst, ihr Erspartes zu verlieren.

Das ist unnötig.

Echte Investments bieten im Vergleich zum Sparkonto im Niedrigzins-Umfeld vielversprechende Möglichkeiten. Ihr müsst dazu kein Profi sein, der die perfekten Aktien wählen kann und immer gewinnt. Das gibt es nämlich nicht. Ihr müsst auch nicht jeden Morgen aufstehen und alle Medien konsumieren, die ihr finden könnt.

Investments können viele Formen haben. Egal ob ihr in ETFs investiert oder in die Ausbildung eurer Kinder. Ein Sparvertrag ist ein guter Anfang, denn ihr beweist damit Disziplin!

Das müsst ihr ändern: Sogar Warren Buffet empfiehlt ETFs — kostengünstige Index-Fonds. Sie sind ein guter Einstieg. Setzt euch mit den verschiedenen Anlageformen auseinander, und entscheidet euch für eine, mit der ihr euch wohl fühlt. Lasst euch aber niemals auf Investments ein, die ihr nicht versteht.

Ihr habt das Gefühl, etwas verstecken zu müssen

Keiner redet gerne über Geld. Und es geht hier auch nicht um Offenbarungen. Aber wenn ihr Angst davor habt, dass jemand die „Wahrheit“ über eure Finanzen herausfindet, ist das ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

Diese „Wahrheit“ muss nicht einmal etwas Illegales sein. Vielleicht schämt ihr euch für eure mangelnde Disziplin. Oder dafür, dass ihr euch das Auto, das ihr letzten Monat geleast habt, nicht leisten könnt. Oder ihr seid völlig überschuldet und steht kurz vorm Bankrott.

Wenn ihr euch Sorgen macht, gibt es in der Regel einen guten Grund dafür. Und dieser Grund wird euch schneller einholen, als euch lieb ist.

Das müsst ihr ändern: Es kann sein, dass jemand von eurem Problem erfährt, und das muss nichts Schlimmes sein. Vielleicht kann dieser Jemand euch sogar helfen. Es ist jedoch besser, wenn ihr nicht wartet, bis jemand auf euch zu kommt oder es zu spät ist. Geht zu einer Schuldenberatung oder sprecht mit guten Freuden darüber. (Die sich im Idealfall mit dem Thema auskennen.) Ihr könnt euch auch vertraulich an Non-Profit Berater wenden.

Ein Beispiel in Deutschland ist die Schuldnerberatung der Caritas. Sie gibt es anonym, online oder auch persönlich vor Ort.

Ihr glaubt, Geldthemen sind langweilig

Geld, Finanzen und Co. empfinden viele Menschen als ein unheimlich langweiliges Thema. Charts, Bilanzen, Berichte und Zeitungsartikel können stärker wirken als Valium. Trotzdem wünschen sich viele Menschen mehr Finanzwissen. Nicht wenige habe als Erwachsene Probleme damit, Verträge zu verstehen oder ihre Rente zu planen.

Das müsst ihr ändern: Es gibt einen Haufen Information da draußen. Schnappt euch ein Buch, lest Artikel, hört euch einen Podcast an. Verbessert euren Umgang mit Geld!

Es gibt dabei zwei Tricks. Erstens: Nehmt euch Zeit. Zweitens: Sucht euch nur Themen aus, die euch interessieren.

Es macht keinen Sinn, euch durch hunderte Seiten zu quälen. Wenn euch ein Thema interessiert, kommt ihr schnell voran und könnt euch Dinge besser merken.

Viele Analysen von Reichen zeigen, dass ihnen Bildung wichtig ist. Sie lesen, um die Welt besser zu verstehen. Bei ihnen funktioniert es, wieso also nicht auch bei euch?

Von Libby Kane und Marco Janoschka auf Business Insider Deutschland.