13 Sätze, die Friseur*innen nicht mehr hören können

Friseur*innen können häufig hervorragend smalltalken und scheinen mit jedem Laberkopp klarzukommen. Es gibt aber auch Sprüche, die können selbst Hair-Stylist*innen maßlos nerven. Eine Friseurin verrät ze.tt, welche.

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"Drei Stufen, bitte!": Es gibt Sätze, die können Friseur*innen einfach nicht mehr hören. Photocase

Gaby arbeitet seit 41 Jahren als Friseurin, inzwischen betreibt sie einen eigenen Salon im nordrhein-westfälischen Moers. Sie hat große Freude an ihrem Job und genießt den Kontakt zu ihren Kund*innen.

Inzwischen weiß sie auch genau, wann diese lieber ihre Ruhe möchten oder unterhalten werden wollen. „Eine junge Mutter mit Baby möchte vermutlich über Windeln und unruhige Nächte sprechen. Kinder über die Schule und Ferien. Und Ältere über die Situation in Deutschland, Renten und die aktuelle Nachrichtenlage“, sagt Gaby. „Aber es gibt auch Kunden, die wollen meckern. Da sie gerade beim Friseur sind, bekommt man es dann ohne Grund ab.“

Und auch abseits der ewigen Nörgler*innen muss sich Gaby immer wieder nervige Sätze anhören. Hier kommen sie – damit wir sie nie, nie, nie wieder in einem Friseursalon fallen lassen.

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1. „Waschen? Hä, wieso?“

Gaby berichtet, dass immer mal wieder Leute bei ihr im Salon vorbeikommen, die glauben: Je schmutziger die Haare sind, desto besser kann man sie schneiden. Das sei früher auch so gewesen. „Wann soll dieses Früher bitte gewesen sein? Im 18. Jahrhundert? Es ist immer eklig wenn Kunden mit sehr dreckigen Haaren zum Friseur kommen und man dann wirklich nur mit Handschuhen waschen kann. Oder wenn sie stark nach Schweiß riechen. Man kommt sich ja schon sehr nah.“

2. „Kann ich auch mein eigenes Shampoo mitbringen?“

Gelegentlich bringen Kund*innen eigene Utensilien mit, weil sie damit die Haare gewaschen und gespült bekommen wollen. „Mehl, Kleie, Bier, Weichspüler für Wäsche, Haarseifen und so. Oder sie packen die ganze Vorratskammer aus zum Waschen, Spülen, Festigen, Färben – und wir sollen das Zeug dann nehmen. Tut mir leid, aber bringt man sein Steak ins Restaurant, seinen Kaffee ins Bistro oder das Bier in der Kneipe auch mit?“

3. „Fester, bitte!“

Nur leicht massieren beim Waschen? Manche Kund*innen wollen hart rangenommen werden. „Du holst jetzt der Kundin schon mit den Fingern fast das Gehirn raus und sie sagt: ‚Waschen Sie doch mal fester, Sie können auch die Nägel nehmen.‘ Nein, das kann ich natürlich nicht, ich möchte ja niemanden verletzen.“

4. „Ich möchte einen Termin, können Sie denn überhaupt Haare schneiden?“

„Nein, eigentlich bin ich Metzgerin!“

5. „Die würd ich sofort klar machen!“

Gaby wundert sich häufig über die Wahrnehmung von Männern: „Die ist manchmal wirklich anders als bei Frauen. Die Frauen sehen Falten, Fettröllchen und graue Haare, sind frustriert und geschockt und unglücklich. Männer mit Bierbauch, Halbglatze und Feinripp-Shirt unter dem viel zu weit geöffnetem Hemd sehen eine junge hübsche Frau und sagen: ‚Die würde ich sofort klar machen.‘ Und du denkst: ‚He, was du?‘ Und sagst: ‚Ein bisschen zu jung für Sie.‘ Aber er meint das wirklich ernst: ‚Wieso, sehe doch noch gut, jung und frisch aus!‘ Du verstehst die Welt nicht mehr.“

6. „Ich hätte gerne drei Stufen geschnitten!“

„Leider gibt es keinen Haarschnitt mit drei Stufen. Es gibt nur: leicht, stufig, die Stufen nur unten oder bis weiter oben und so weiter. Aber es gibt nicht genau drei Stufen!“

7. „Ich möchte bitte mal eine Total-Veränderung.“

Einmal komplett den Typ ändern? Warum nicht! Nur nach ein paar Minuten verlässt Kund*innen mit diesem Wunsch der Mut schnell wieder. „Plötzlich sagt die Kundin: ‚Moment, aber bitte nicht viel schneiden, eher nur ganz wenig die Spitzen und auf gar keinen Fall färben und am besten alles zum Gesicht wie immer.‘ Ja, gerne! So bekomme ich die Total-Veränderung garantiert hin. Darf es noch ein rosarotes Einhorn dazu sein?“

8. „Die Friseuse …“

„Es heißt Friseur*in oder Hair-Stylist*in!“

9. „Haare schneiden ist ja nicht so schwer.“

„Ab und an kommen mal Frauen vorbei, die sowas sagen. ‚Ich mache es bei meinem Mann auch immer.‘ Und dann schaut man den Mann an und denkt: ‚Ja gut, übersehen kann man es nicht und schön ist was anderes.‘ Oh Mann. Aber der Friseur richtet es schon, sonst ist er ja ein schlechter.“

10. „Das habe ich aber so bei Youtube gesehen.“

Mit steigender Popularität von Style-Youtuber*innen kommen auch immer wieder Kund*innen vorbei, die eine Frisur wie ihre Netzidole haben wollen. „Aber was da so gezeigt und behauptet wird, ist oft schon grenzwertig – und kann Schlimmes anrichten.“

11. „Das wird aber nicht viel kosten, oder?“

„Dann gibt es noch so Kunden, die sich selber total die Haare versaut haben und dann muss der Friseur Wunder vollbringen –  was manchmal echt kaum zu bewältigen ist und unbezahlbar. Das ist auch noch so ein Thema: Wir sollen uns viel Zeit nehmen, hochwertige Produkte verwenden, Wunder vollbringen, ein perfektes Ergebnis liefern – aber das darf nichts kosten!“

12. „Das ist kein Goldblond!“

Manchmal kann man den schönsten Farbton aussuchen, sobald die Kund*innen vor dem heimischen Spiegel stehen, sieht alles doof aus. „Da suchen sich Kunden zum Beispiel ein schönes Goldblond aus und sind glücklich, aber finden es später total hässlich und sehen auf einmal nicht mehr Gold, sondern nur noch Kupfer. Was nicht da ist, aber sie bleiben dabei: ‚Das ist kein Gold, das ist Kupfer.‘ Auch da ist immer Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und Kompromissbereitschaft gefragt. Also gute Nerven.“

13. „Der Kunde ist doch König!“

„Nein, nur wenn er sich auch wie ein König benimmt vielleicht. Es gibt aber Gott sei Dank auch tolle Kunden, die sogar andere vorbeischicken, weil sie so zufrieden sind. Und extra noch mal anrufen, um zu loben und sich noch mal zu bedanken. Das ist es, was uns glücklich macht und immer besser werden lässt.“