14 Gründe, warum die Generation Y sehr viel besser ist als ihr Ruf

Meist ist die Berichterstattung über Generation Y negativ. Steht es wirklich so schlimm um uns?

Der Generation Y wird oft der Untergang attestiert, dabei hat sie Grund zum Feiern. Foto Priscilla Du Preez | Unsplash

Eine verschmähte Generation

Wir sind die Generation Vielleicht, also die, die sich nicht festlegen wollen, sei es im Beruf, im Alltag oder in der Liebe – so zumindest das Klischee. Oft wird geschimpft über diese Millennials. Verweichlicht sollen wir sein, keinen Durchhaltewillen haben und sowieso wollen wir alles auf dem Präsentierteller serviert bekommen. Zarte Schneeflocken, die ihren safe space brauchen, um klarzukommen. Social Justice Warriors, die alles viel zu persönlich nehmen. Als unpolitisch werden wir verschrien und unsere Unentschlossenheit verpönt.

Wenn man sich den Großteil an Artikeln über die Generation Y durchliest, könnte man meinen, einen so selbstverliebten und unqualifizierten Haufen hätte die Menschheit noch nicht hervorgebracht. Aber sieht die Zukunft wirklich so düster aus? Steuert unsere Generation wirklich ohne funktionstüchtige Bremsen auf einen Abgrund zu, die Augen ans Smartphone geheftet?

Ach was, ganz im Gegenteil! Entgegengesetzt dem von Babyboomern und der Generation X propagierten Negativbild, bringt es einige Vorteile mit sich, Teil dieser Generation Vielleicht zu sein. Hier sind 14 Gründe, warum es toll ist, ein Millennial zu sein und das negative Bild von uns ausgedient hat.

1. Wir ernähren uns gesünder und vielfältiger

Instagram und Co. haben unser Essverhalten maßgeblich verändert. Nicht nur dass es niemanden mehr verwundert, wenn wir beim Mittagessen unser Handy zücken, um noch schnell ein Bild von unserem Essen zu machen, auch das, was bei uns auf den Teller kommt, hat sich mit den Jahren geändert. Durch das Netz kommen wir mit unterschiedlichen Esskulturen aus aller Welt in Verbindung. Dieser globale Einfluss macht uns kreativer bei unseren eigenen Kochkünsten. Wir wollen jetzt Farbenfreude auf dem Teller. Außerdem haben wir mehr Zugang zu Informationen rund um das Thema Ernährung und wissen deshalb besser bescheid darüber, was gut für unseren Körper ist und was nicht.

2. Und überhaupt leben wir gesünder

Nicht nur dass wir weniger Zigaretten rauchen als die Babyboomer und die Generation X vor uns, Millennials treiben auch mehr Sport und trinken im Durchschnitt weniger Alkohol als ihre Vorgänger.

3. Wir können (fast) überall hinreisen

Die Expansion der Billigfluggesellschaften in den 1990er Jahren hatte zur Folge, dass wir heutzutage weiter und häufiger fliegen können als jede Generation vor uns. Mal ganz davon abgesehen, ob wir diese Vielfliegerei mit unserer CO2-Bilanz vereinbaren können, brauchen Wochenenden in Rom, Paris oder Stockholm viel weniger Planung, als das noch bei unseren Eltern der Fall war. Und durch das Reisen lernen wir nicht nur andere Kulturen kennen und können unseren Horizont erweitern, sondern wir üben uns auch in Toleranz und Flexibilität. Nützliche Eigenschaften in unserer globalisierten Welt.

[Außerdem bei ze.tt: Ist die neue Fluglinie für Millennials so hip, wie sie klingt?]

4. Wir sind technikaffin

Für uns, die erste Generation der Digital Natives, also jene, die ins digitale Zeitalter hineingeboren wurden, sind neue Technologien und digitale Innovationen etwas Alltägliches. Die Routine, mit der wir uns durch soziale Medien bewegen, ist etwas, um das uns vorherige Generationen beneiden. WhatsApp, Instagram, Facebook sind für uns nützliche Mittel zur Verständigung mit unserer Umwelt, die wir mit Leichtigkeit bedienen. Wir verzweifeln auch nicht sofort, wenn das Internet mal kaputt ist, sondern setzen uns selbst daran, das Problem zu lösen.

5. Unsere Unterhaltungsmöglichkeiten sind endlos

Das Internet bietet uns eine nicht enden wollende Informations- und Beschäftigungsquelle. Ob wir uns eine Folge unserer Lieblingsserie auf Netflix anschauen, den neusten Song auf Spotify anhören oder einfach nur die Nachrichten im Web verfolgen. Wenn uns danach ist, selbst aktiv zu werden, können wir uns mit unseren eigenen YouTube-Videos vermarkten oder unsere Meinung in persönlichen Blogs kundtun. Langeweile kommt bei uns selten auf.

6. Wir machen uns das Leben einfacher

Von Uber, über Evernotes bis hin zur Öffi-App, es gibt inzwischen zahlreiche Apps, die nur dafür gedacht sind, uns das Leben komfortabler zu machen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Sollte es sie noch nicht geben, dann wird sie eben erfunden. Die Generation Y gilt nicht umsonst als die innovativste Generation bisher.

7. Wir nehmen unsere psychische Gesundheit genauso ernst wie unsere physische

Die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist zwar immer noch ein ernstzunehmendes Problem unserer Gesellschaft, aber die Dialoge, die wir rund um das Thema führen, sind verständnisvoller und offener geworden. Die Generation Y hat verstanden, dass Krankheiten wie Depressionen und Angstzustände nicht länger unter den Teppich gekehrt werden dürfen.

8. Wir verschaffen uns online Gehör

Wir werden zwar als Tastaturkrieger verschrien, unsere Hashtags kritisiert und unser fehlender Aktivismus angeprangert – dabei wird aber oft vergessen, dass viele Themen es überhaupt erst in die Mainstreammedien schaffen, weil wir sie vorher ausführlich in den sozialen Medien diskutiert haben.

9. Wir erwarten mehr von unseren Arbeitgeber*innen

Millennials geben sich nicht mit dem Status quo zufrieden. Sie wollen mehr Verantwortung in ihren Jobs übernehmen. Die Tage, in denen der*die Chef*in ganz oben den Ton angegeben hat und die Mitarbeiter*innen folgen ohne zu hinterfragen sind vorbei. Flache Hierarchien, Eigeninitiative und ein reger Austausch sind in vielen Unternehmen jetzt die Devise oder stehen zumindest immer mehr zur Debatte, weil wir uns nicht mehr mit einem Das-war-schon-immer-So abspeisen lassen.

[Außerdem bei ze.tt: Was du beachten musst, wenn du erfolgreich mit Millennials zusammenarbeiten willst]

10. Millennial-Frauen sind selbstbestimmter, was ihren persönlichen Lebensweg betrifft

Immer mehr Frauen entscheiden sich dazu, keine Kinder zu bekommen und das ist auch okay so. Wir reklamieren als Frauen das Recht über unsere Körper zu bestimmen und unsere Leben zu bestimmen und fühlen uns nicht nur auf dem richtigen Weg, wenn wir unser Leben nach veralteten Richtlinien führen. Gleichzeitig verurteilen wir niemanden, der sich für ein traditionelleres Familienbild entscheidet.

11. … und ihr Berufsleben

Wir sind noch weit davon entfernt, von einer wirklich gleichberechtigten Gesellschaft zu sprechen. Trotzdem hat sich für Millennial-Frauen etwas in der Arbeitswelt verändert – nicht nur, dass es mehr Frauen in Führungspositionen und so auch mehr Vorbilder gibt und zusätzlich über Themen, wie die Quote gesprochen wird, auch die Digitalisierung des Arbeitsmarktes bietet große Chancen. Etwa durch flexibleres Arbeiten, mit der Vereinbarkeit leichter wird oder die Automatisierung von Bewertungsprozessen, die zu unvoreingenommeneren Bewerbungsprozessen führt. Und wogegen sich ältere Semester noch sträuben, daran arbeiten wir aktiv mit, um hier noch mehr Chancen für uns rauszuholen.

12. Wir sind die gebildetste Generation

Natürlich ist das Wort gebildet immer mit einer gewissen Skepsis zu genießen. Ein Studium steht nicht zwingend synonym für Intelligenz und ein Hochschulabschluss lässt nicht unbedingt auf den Intellekt eines Menschen schließen. Trotzdem, in Deutschland gibt es so viele Studierende wie noch nie zuvor und die Zahl steigt von Jahr zu Jahr an.

13. Wir sind beziehungsunfähig?

Auf den ersten Blick scheint es, als hätte die Generation Y verlernt sich ewig zu binden, als würden Millennials von Partner*in zu Partner*in springen, immer auf der Suche nach etwas Besserem. Vielleicht haben wir aber auch verstanden, dass Alleinsein manchmal besser ist, als sich mit einer Beziehung zu begnügen, in der man nicht glücklich ist. Die Generation Y hat beschlossen, dass sie die Welt auch alleine erobern kann.

[Außerdem bei ze.tt: Wie schafft ihr es, zusammen zu bleiben?]

14. Wir sind tolerant

Ein Kritikpunkt, den sich Millennials oft anhören müssen, ist der, dass sie zu Hochsensibilität neigen oder zu sehr auf politische Korrektheit bedacht sind. „Früher konnte man das noch sagen“, ist ein Satz, der uns nicht selten um die Ohren fliegt. Wir haben jedoch erkannt, dass rassistische und sexistische Witze oder Sprüche in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben und weigern uns diesbezüglich Stillschweigen zu bewahren. Studien zeigen außerdem, dass wir offener gegenüber Vielfalt sind als alle Generationen vor uns.

Es steht also nicht alles schlecht für diese Generation Vielleicht. Trotz starkem Gegenwind schaffen wir es nicht nur uns in dieser Welt zu behaupten, sondern auch Impulse zu setzen, um sie zu ändern.


Von Celia Parbey auf EDITION F.

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