15 Sätze, die Flugbegleiter*innen nicht mehr hören können

Tomatensaft und Turbulenzen: Das Leben von Airline-Kabinenpersonal ist nicht immer so entspannt und glamourös, wie man es sich vorstellt. Ein Flugbegleiter verrät ze.tt, was besonders nervt. 

Flugbegleiter

Das Leben an Bord ist nicht immer einfach... © Gettyimages

Klar, die Arbeit im Flugzeug hat fantastische Vorzüge: ständig neue Menschen und fremde Orte kennenlernen, in Vier- bis Fünf-Sterne-Hotels übernachten, jede Menge Freizeit. „Die Hälfte des Monats bin ich unterwegs, die andere Hälfte zu Hause“, sagt der Flugbegleiter, den wir interviewt haben und der anonym bleiben möchte.

Sein Beruf bringt nämlich auch ein paar Nachteile mit sich. Darunter Zeitverschiebung und Jetlag, gesundheitliche Belastung durch Kabinenluft, Höhenstrahlung. Und: nervige Passagiere. „Kommt aber selten vor“, sagt er. Zum Glück!

Das sind die Sätze, die jede*n Flugbegleiter*in in den Wahnsinn treiben:

Flugbegleiter
© Giphy

1. „Ich hätte gern ein Upgrade!“

Der Flugbegleiter sagt: „Das ist nervig, vor allem wenn es in unfreundlicher, fordernder Art als Kompensation für eine Kleinigkeit gefordert wird. An Bord dürfen wir eh nicht upgraden. Auch besondere Dreistigkeit hilft da nicht.“

2. „Packen Sie doch mal kurz meinen Koffer weg.“

„Dafür sind wir nicht an Bord. Es gehört nicht zu unseren Aufgaben und wir sind beim Heben von Passagiergepäck nicht über die Berufsgenossenschaft abgesichert. Also bitte selber machen – außer du bist klein, alt, krank oder sehr sympathisch.“

3. „Der Typ vor mir hat die Rückenlehne zu weit hinten.“

„Was soll das? Die Rückenlehne ist schließlich so konstruiert, dass man sie verstellen kann!“

4. „Ich zahle keine Getränke, der Flug war teuer genug!“

„Bei uns sind die Getränke grundsätzlich umsonst.“

5. „Mein Sitz ist zu eng!“

„Es gibt einen marktüblichen Standard und es ist in jedem Flugzeug in der Economy eher eng.“

6. „Wir sind hier eingepfercht wie die Sardinen!“

„Ja, ich weiß. Es ist wirklich nicht sehr bequem. Aber so ist das nun mal in einem Flugzeug.“

7. „Der Flieger hier ist aber ganz schön alt.“

„Flugzeuge werden in regelmäßigen Abständen gewartet und generalüberholt. Daher hat nicht das Alter direkt mit der Sicherheit zu tun, sondern vielmehr die Qualität der Wartung.“

8. „Der Kaffee ist zu kalt!“

„Dann koche ich eben einen neuen.“

9. „Gibt’s hier auch Mango-Guaven-Cranberry-Schorle?“

„Lustig!“

10. „Kaffee? Ich hätte lieber einen Gin Tonic.“

„Einen Gin Tonic kann man selten aus der Tasche zaubern. Und ich werde nicht die 30 Meter in die Küche zurücklaufen, den Gin Tonic mischen, ihn hinbringen, wieder in die Küche gehen, meine Kannen holen und erst dann den Service fortsetzen.“

11. „Haben Sie das nicht auch in vegan?“

„Ja, aber das hätte man im Voraus bestellen müssen.“

12. „Das Essen schmeckt widerlich!“

„Klar, manchmal schmeckt’s eben nicht. Wir essen übrigens das Gleiche. Aber wir können uns auch was aus Business und First Class holen, wenn das Essen in der Economy nicht zusagt …“

13. „Waaah! Wir werden alle sterben!“

„Flugangst kommt oft vor, aber da sind die Leute eher mit sich selbst beschäftigt und nervös. In dem Fall beruhige ich den Gast bestmöglich und bin empathisch.“

14. „Dieser Flug hat Verspätung, halten Sie meinen Anschluss auf!“

„Der entsprechende Flieger wird entweder warten oder der Gast auf den nächsten Flug umgebucht. Wir können an Bord nichts machen, bitte am Boden an den Transferschalter wenden.“

15. „Fliegt ihr jetzt gleich wieder zurück?“

„Und das nach einem Zehn-Stunden-Flug.“

Ab und zu wollen Passagiere nicht akzeptieren, dass es in den letzten Reihen manchmal keine Auswahl mehr beim Essen gibt – andernfalls müsse laut Flugbegleiter viel zu viel gecatert und somit extrem viel weggeworfen werden. „Das geht dann manchmal soweit, dass erwachsene Menschen trotzig sagen ‚Immer ich! Ich bekomme nie meine Auswahl im Flugzeug!‘ Oder auch ‚Gut, dann esse ich jetzt gar nichts mehr!‘.“

Und was macht im Gegensatz dazu einen guten Passagier aus?

Hier die wichtigsten Punkte aus Flugbegleiter*innen-Sicht:

  • Freundlich und respektvoll sein.
  • Möglichst nicht den Knopf drücken, um ein Getränk zu bestellen. Wir kommen in der Regel eh häufiger vorbei.
  • Tablett anreichen beim Abräumen.
  • Zügiges Bestellen und nicht erst das gesamte Angebot abfragen.

„Schön ist auch, wenn die Passagiere versuchen, die Abläufe zu verstehen. Beispielsweise, wenn wir nach dem Essen mit Kaffee und Teekanne durch die Kabine laufen.“

Ist doch eigentlich ganz einfach.