20 Gründe, warum du die isländische Fußball-Nationalmannschaft lieben wirst

Island hat nicht nur die höchste Dichte an Schachmeistern weltweit, sondern ist auch im Basketball und Handball erfolgreich. Jetzt ziehen die Fußballer nach: Sie haben sich erstmals für eine EM qualifiziert. Hier sind 20 überzeugende Gründe, warum die Isländer so sympathisch sind.
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Zum ersten Mal bei der EM dabei: Island © dpa

1. Die Einwohner

Island hat gerade einmal 330.000 Einwohner und ist das kleinste Land, das sich je für eine EM qualifiziert hat. Zum Vergleich: Deutschland hat 20 Mal mehr Fußballspieler als Island Einwohner.
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 2. Die Profis

Es gibt insgesamt überhaupt nur 75 isländische Fußball-Profis.

3. Die Liga

Die Pepsideild ist die kürzeste Erste Liga der Welt. Auf Grund der Witterungsbedingungen dauert die Saison nur fünf Monate.
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4. Die Rekordsaison

In der besten Saison kamen durchschnittlich etwas mehr als 1.300 Zuschauer ins Stadion.

5. Der Aufstieg

Zwischen den Jahren 2010 und 2014 ist Island in der Weltrangliste der FIFA von Rang 112 auf Rang 33 geklettert.

6. Der Nationaltrainer

Der aktuelle Nationaltrainer Heimir Hallgrímsson betreibt auf den Westmännerinseln eine Zahnarztpraxis. Sein Vorgänger war Zimmermann.

Heimir Hallgrímsson í viðtali við RÚV.

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7. Die Strategie

Der zweite Nationaltrainer ist Lars Lagerbäck. Beide sind gleichberechtigt und diskutieren bei strittigen Themen einfach so lange, bis sie sich einigen. Demokratie im Fußball.

8. Die Öffentlichkeitsarbeit

Heimir (Isländer sprechen sich immer mit dem Vornamen an) besucht zwei, drei Stunden vor einem Heimspiel die Kneipe der Ultras – Ölvir. Dort verrät er den Fans die Startaufstellung. Von dort dringt sie nicht nach außen. Die Fans wissen vor den Journalisten, wer auf dem Platz steht.

9. Die Erfahrung: 0

Heimir hat keine Erfahrung als Profi-Coach. Er trainierte vorher nur Teams auf seiner Heimatinsel, ehe er Co-Trainer der Nationalelf wurde.

10. Die Treue

Seinem Heimatverein (IBV) ist er noch immer verbunden. Manchmal pfeift er Fußballspiele, manchmal hilft er als Ordner aus.

11. Die Plätze

Mittlerweile gibt es in Island sieben große Fußballhallen, in denen sich normal große Fußballfelder mit Kunstrasen befinden. Früher war das anders. Das Jahr über trainieren war unmöglich, Torwart Hannes Halldórsson hat noch in einer Pferdehalle das Kicken gelernt, Stürmer Eiður Guðjohnsen hat auf Schotter angefangen.

12. Die Fußballgeschichte

Thema Guðjohnsen: Der schrieb im Frühjahr 1996 Geschichte, als er als erste und einziger Spieler bei einem Länderspiel für seinen Vater eingewechselt wurde.

13. Die Sprache

Nerd-Wissen für alle Sprach-Freaks: Nach der isländischen Logik müsste Guðjohnsen, eigentlich Guðjohnson heißen. Denn in Island übernehmen die Kinder die Vornamen ihres Elternteils mit einer entsprechenden Endung: -son bei den Jungs, -dóttir bei den Mädels. Es gibt also fast keine Nachnamen auf Island. Einige Ausnahmen gibt es aber doch. Der Name Guðjohnsen ist ein Überbleibsel aus 600 Jahren dänischer Besatzung und wird von der Familie übernommen.

14. Der Torwart

Stamm-Torwart Halldórsson spielte vor zehn Jahren mit 21 Jahren und 105 Kilo bei einem isländischen Drittligisten. Nebenher ist er erfolgreicher Werbefilmer und dreht zum Beispiel die Spots über die Nationalmannschaft. Erst seit zwei Jahren spielt er auf professionellem Niveau.

15. Der Spirit

Innenverteidiger Ragnar Sigurðsson hatte vor einigen Jahren einen Ferienjob – als Träger von Verletzten bei Fußballspielen. Mittlerweile sorgte der beinharte Verteidiger selbst dafür, dass seine Gegenspieler vom Feld getragen werden müssen.

16. Die Jugend

Island legt sehr viel Wert auf Jugendarbeit. 600 Trainer haben eine UEFA-Lizenz, mehr hat kein anderes Land. Zwar sind, ähnlich wie bei uns, viele Jugendtrainer Elternteile der jungen Kicker, allerdings werden sie bezahlt und haben eine professionelle Ausbildung.

17. Die Sportnation

Die Isländer sind absolut sportverrückt. Einige Jugendliche spielen in mehreren Sportarten in der Jugendnationalmannschaft und entscheiden sich erst spät für eine Disziplin. Die Infrastruktur dafür ist perfekt. Es gibt zahlreiche Hallenbäder, Sporthallen, Tennisplätze und so weiter.

18. Die Fans

30.000 isländische Fans werden in Frankreich erwartet, das sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Einige Spieler witzelten schon: Während der EM wird Island wohl leer sein.

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 19. Die Vorliebe

Die Isländer schauen sich vor allem die Premier League an – deshalb wechseln die meisten Talente auch nach England. Außerdem beliebt sind Schweden, Norwegen und die Niederlande.

20. Das wichtigste Stadion

Das Nationalstadion Laugardalsvöllur besteht aus nur zwei Tribünen mit 15.000 Plätzen. Damit ist es also ungefähr so groß wie ein durchschnittliches Drittligastadion in Deutschland.

The National Stadium of #iceland #laugardalsvöllurinn

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Die Isländer nehmen sich selbst und ihr Image wirklich nicht so ernst, spielen mit Spaß und Leidenschaft und das ist mehr als sympathisch. Aber für die EM in Frankreich haben sie trotzdem ambitionierte Ziele: Sie wollen auf jeden Fall ins Achtelfinale.