23 heimliche Gedanken, die jeder in einer Beziehung schon mal hatte

Gerade in einer Beziehung ist es gleichermaßen wichtig und schwierig, sich ein Fitzelchen Intimsphäre zu bewahren. Schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit können mitunter größeren Schaden anrichten, als dass sie der Beziehung nützen.

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Gedanken sind frei – und ab und zu behält man sie lieber für sich. © cosendolas / Photocase

„Man darf alles denken, aber nicht alles sagen.“ – Sprichwort

Gedanken kann und soll man nicht zensieren und nur, weil einem etwas durch den Kopf schießt, heißt das nicht, dass man auch danach handelt. Liebe ist nämlich die Summe vieler kleiner Entscheidungen für die andere Person und gegen allerhand merkwürdiger Triebe. Nur: Da sind die Gedanken leider trotzdem.

Diese 23 heimlichen Gedanken hatte jede*r in einer Beziehung schon mal:

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1. „Darf ich deinen Joghurt essen? Klar darf ich, ich schlafe mit dir!“

Sagt man nicht gern, weil man niemals offen zugeben würde, dass der Sex inzwischen gelegentlich recht mittelmäßig ist und einem außerdem jede noch so billige Ausrede für hemmungslose Fresserei gelegen kommt.

2. „Dein*e Kolleg*in ist ehrlich gesagt ziemlich heiß.“

Sagt man nicht gern, weil die Auswirkungen eine deutlich größere Tragweite hätten als der Gedanke selbst. Es ist ganz normal, auch mal andere Menschen attraktiv zu finden. Vor allem, wenn sie attraktiv sind. Das heißt aber nicht, dass man den*die Partner*in mit hormoninduziert aufwallender Lüsternheit verunsichern muss. Nach drei Sekunden ist der Gedanke eh verflogen und die Hormönchen wieder ganz bei Schatzi.

3. „Ich hasse deine Mutter.“

Sagt man nicht gern, weil Mutti für viele Menschen einfach die Beste ist, ob es nun stimmt oder nicht. Auch dann, wenn in ihrer knöchernen Brust das Herz von Cruella de Vil schlägt und sie sogar auf der Hochzeit semi-subtile Beleidigungen ausspeit wie ein hysterischer Faun am Marmorbrunnen – cool bleiben. Sonst droht unter Umständen eine Familienfehde.

4. „Wenn wir heiraten, behalte ich auf jeden Fall meinen Namen.“

Sagt man nicht gern, weil das die romantisierte Idealvorstellung der ultimativen, glückstrunkenen Pärchen-Verschmelzung erschüttert. Aber manche Menschen mögen nun mal ihren eigenen Namen und man kann auch unterschiedlich heißend eine Einheit bilden.

5. „Ich wünschte, du wärest ein Stück größer/kleiner.“

Sagt man nicht gern, weil der*die andere ja zumindest theoretisch vieles an sich ändern kann – nur bei der Körpergröße wird’s extrem knifflig. Und wenn man mal ehrlich ist: Dieser Gedanke entspringt meist reiner Bequemlichkeit (oder einem Bandscheibenvorfall) und hat nichts mit wahren Gefühlen zu tun.

6. „Morgens mit dir knutschen ist widerlich.“

Sagt man nicht gern, weil wenigstens zu Beginn einer Beziehung niemand mit der abscheulichen Tatsache von Morgen-Mundgeruch konfrontiert werden will. Man selbst ja auch nicht. Also küsst man in der ersten Zeit diplomatisch und schicksalsergeben kurz den vermoderten Zungenhamster.

7. „Deine Krümel im Bett treiben mich in den Wahnsinn.“

Sagt man nicht gern, weil man dem*die anderen seine Tüte Chips und das Kilo Kekse eigentlich von Herzen gönnt. Wenn nur dieser lästige Juckreiz an Po, Rücken und Oberschenkeln nicht wäre.

8. „Ich will dich sofort heiraten – lass uns abhauen!“

Sagt man nicht gern, weil eine solche Entscheidung meist das Ergebnis eines längeren, emotionalen Annäherungsprozesses ist und idealerweise NICHT beim oder nach dem Koitus ins Kissen gebrüllt wird. Kann nämlich mitunter erschreckend aufs Gegenüber wirken, kommt halt drauf an.

9. „Du bist wirklich viel schlauer als ich.“

Sagt man nicht gern, weil … Entschuldigung? Wer gibt das schon gern und freiwillig zu?

10. „Wenn du das letzte Stück Pizza nimmst, ist es aus.“

Sagt man nicht gern, weil man nicht als der gnadenlose Gierlappen enttarnt werden will, der man im Grunde seines verfressenen Herzens wirklich und wahrhaftig ist. Also verengen sich die Augen nur kurz zu hasserfüllten Schlitzen, bevor man sich schwört, nächstes Mal schneller zu sein.

11. „Lass es einfach, ich kann besser heimwerken als du.“

Sagt man nicht, weil es durchaus anrührend ist, wie er*sie sich mit diversen Werkzeugen um Würde und Gelingen bemüht. Und man will ihm*ihr das Erfolgserlebnis am Ende einer Reihe blutiger, schmerzhafter Fehlschläge keinesfalls nehmen. Aber insgeheim ist klar: Anders hätte es ein Zwölftel so lang gedauert und ihr bräuchtet jetzt auch kein Kilo Moltofill.

12. „Ich könnte ausrasten, wenn ich sehe, wie du Einkaufstüten packst.“

Sagt man nicht gern, weil es definitiv Wichtigeres gibt, als sich über die Logistik und Ästhetik von Einkaufstüten zu streiten und man das auch verdammt genau weiß. Aber die Eier und Avocado nach unten … ARGH!

13. „Eines Tages werde ich deine löchrigen Socken verbrennen.“

Sagt man nicht gern, weil man schließlich Grenzen akzeptiert – jedem das Seine und so. Und wer weiß: Vielleicht besteht zu dem luftigen Gewebe, das einst eine Socke war, eine ähnlich innige Herzensbindung wie zu Horst, dem Hasen aus der frühen Kindheit. Und DAS Trauma ist auch lange noch nicht verarbeitet!

14. „Manchmal bist du mir peinlich.“

Sagt man nicht gern, weil man schließlich schon vorher wusste, dass er*sie eine verhängnisvolle Neigung zu hochgeklappten Polohemdkragen, Spandex-Shirts, den immer gleichen drei rustikalen Flachwitzen oder eine komplett fehlgeleitete Wahrnehmung der eigenen Gesangsfähigkeiten hat – und man sich trotzdem irgendwann sehr bewusst für genau diesen Menschen entschied. Aber manchmal … Seufz.

15. „Ich benutze heimlich dein Parfüm.“

Sagt man nicht gern, weil man ja immerhin selbst drei Fläschchen höchst exklusiven, wahnwitzig teuren Luxuswassers im Schrank hat. Aber so lange es niemand merkt. Pech gehabt!

16. „Dein Vater ist ein konservatives Arschloch.“

Sagt man nicht gern, weil – genau wie bei Mutti – kein Mensch was für seine Eltern kann und eventuell der*die Partner*in große Stücke auf Papa und seine Sparkassenpensionärsmentalität hält. Wir brauchen eben alle einen Felsen.

17. „Wie war dein*e Ex wirklich im Bett?“

Sagt man nicht gern, weil man ehrlicherweise nicht abzuschätzen vermag, ob man das tatsächlich wissen will. Die Büchse der Pandora – wer kann schon mit der Antwort „absolute Granate, der totale Oberhammer“ leben? Richtig, niemand.

18. „Ich will dich nicht mit auf die Party nehmen.“

Sagt man nicht gern, weil … siehe Punkt 14. Und vielleicht auch, weil man schlicht nicht zugeben will, dass man eigentlich endlich mal in Ruhe und nach Herzenslust mit dem*der Kolleg*in flirten will. Ganz harmlos. Wirklich!

19. „Ich hatte mit ziemlich vielen Leuten Sex.“

Sagt man nicht gern, weil man nicht als Sexfreak mit mangelhafter Impulskontrolle und fragwürdigem Urteilsvermögen gelten will. Auch, wenn das umfassender Schwachsinn ist. Stattdessen erweckt man lieber den Anschein, dass der*die jetzige Partner*in das Tollste und fast das Einzige ist, was einem zwischen den Laken passiert ist. Wobei ersteres ja trotz Promiskuität ja immer noch stimmen kann. Aber hey.

20. „Ich hätte gern mit ziemlich vielen Leuten Sex.“

Sagt man nicht gern, weil hier zur obig erwähnten (schwachsinnigen) Sexfreak-Komponente noch der heikle Untreue-Aspekt hinzukommt. Aber auch hier sei gesagt: Wer lange mit einem Menschen zusammen ist, kann gern mal andere Leute anziehend finden. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Möglicherweise findet man innerhalb einer Partnerschaft Wege, das auszuleben – allein oder gemeinsam. Oder man lässt es halt bleiben und hält die Klappe.

21. „Oder einfach gern mal mit irgendjemand anderem.“

Sagt man nicht gern, weil das der vermeintlich einfachste Weg ist, sexueller Ödnis in einer monogamen Partnerschaft auszuweichen. Klüger und nachhaltiger jedoch wäre unter Umständen ein offenes Gespräch darüber, wie sich der beziehungsinterne Geschlechtsverkehr hie und da etwas aufpeppen ließe. Zum Beispiel siehe Punkt 20.

22. „Ich liebe dich so sehr, ich bin total von dir besessen.“

Sagt man nicht gern, weil das – wenn man ehrlich ist – ziemlich creepy und psychohygienisch mindestens bedenklich klingt.

23. „Ich will ein Kind von dir und zwar jetzt.“

Sagt man nicht gern, weil dieser Schritt – genau wie Eheschließung und ähnlich Lebensveränderndes – eine Sache ist, die man sich am Besten gemeinsam und in aller Ruhe überlegt. Hier sind aber auch Zeitpunkt und Beziehungslevel entscheidend: Tendenziell eher auf der Couch als beim Sex und wenn man schon sehr innig verliebt, vertraut und verbunden ist, dann zieht dieser Gedanke eventuell kein verstörtes „WAS ZUR HÖLLE?“ und Coitus Interruptus nach sich.

Also egal, was einem so den ganzen Tag lang an komischen, unkontrollierten Gedanken durch den Kopf saust – an der Liebe und der glücklichen Beziehung ändert das rein gar nichts. Aber man wird es ja wohl noch denken dürfen!

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