5 Fakten über den St. Patrick’s Day, die dich überraschen werden

St. Patrick’s Day ist der Feiertag, der sich um grüne Farbe, viel Guinness und bunte Paraden dreht. Das ist aber noch längst nicht alles.

Hübsch muss es nicht sein – Hauptsache grün! © William Thomas Cain/Getty Images

In Irland und den USA sind die Feierlichkeiten zum St. Patrick’s Day ein eintägiger Ausnahmezustand. Dass getrunken, getanzt, gesungen und jede erreichbare Wasserquelle mit grüner Lebensmittelfarbe gefärbt wird, weiß man. Aber warum eigentlich? Diese fünf Fakten über den St. Patrick’s Day helfen dir, den grünen Wahnsinn besser zu verstehen.

1. Saufen mit dem Segen der Kirche

Öffentliches Trinken und Eskalieren kann Teil eines religiösen Festes sein – die Rheinländer verstehen das. Auch der St. Patrick’s Day hat seine Wurzeln in christlichen Traditionen. St. Patrick war der erst Missionar, der im fünften Jahrhundert das Christentum in Irland verbreitete. Damit legte er den Grundstein für den bis heute in weiten Teilen Irlands tief verwurzelten Katholizismus und wurde dort zum wichtigsten Heiligen.

Dass der Feiertag auf den 17. März – und damit die Mitte der Fastenzeit – fällt, ist übrigens kein Zufall. Die Kirche gestattete es den Gläubigen, an diesem hohen Feiertag eine Ausnahme von der Fastenzeit zu machen und Fleisch und Alkohol zu konsumieren. Das erklärt auch, warum zum St. Patrick’s Day bis heute unfassbare Mengen an Guinness und Hausmannskost gehören.

2. Der St. Patrick’s Day war früher blau

Ja, wirklich. Blau war lange Zeit die Farbe, die mit Irland assoziiert wurde. Und auch der Orden, der sich zu Ehren  St. Patricks in Irland gründete, bevorzugte Blau. Das änderte sich erst 1641. Damals rebellierten irische Adlige und Geistliche gegen den englischen König.

Einer der irischen Militärführer des Aufstandes, Owen Roe O’Neill, trug im Kampf ein Wappen, das eine Harfe auf grünem Grund zeigte. In den folgenden Jahrhunderten nutzten Rebellen und Republikaner immer wieder dieses Symbol, um sich gegen die englische Krone zu stellen. So wurde langsam aber sicher das englische Blau vom Grün als Farbe der Iren abgelöst.

[Außerdem bei ze.tt: Du musst dich jetzt leider von Großbritannien verabschieden]

3. Die grünen Flüsse waren bis 2003 giftig

Seit vierzehn Jahren werden in den USA die Flüsse, Seen und Springbrunnen am St. Patrick’s Day mit Lebensmittelfarbe eingefärbt. Die Tradition des Färbens ist jedoch älter. Zuvor hatten die Verantwortlichen das Salz Uranin verwendet. Der Vorteil von Uranin ist, dass es unter UV-Licht fluoresziert und mit nur fünfhundert Gramm 4.000 Quadratmeter Wasserfläche eingefärbt werden können.

Anfang der 2000er kam jedoch Kritik an dem Farbstoff auf. Da es sich um ein Salz handelt, waren Umweltschützer besorgt, wie die erhöhten Natriumgehalte sich auf das Ökosystem auswirken könnten. Die Environmental Protection Agency verbot schließlich die Verwendung von Uranin am St. Patrick’s Day.

4. St. Patrick war ein Sklave

Zumindest laut der mythischen Überlieferung. Demnach war St. Patrick weder Ire, noch begann seine Beziehung zu Irland auf freiwilliger Basis.

Als Jugendlicher soll er von irischen Heiden verschleppt wurden sein. Er lebte sechs Jahre lang als Sklave in Irland und verrichtete niedere Arbeiten, bis ihm endlich die Flucht gelang. Zurück in England wurde er Priester und beschloss, das Wort Gottes dort verbreiten zu wollen, wo er zuvor so gelitten hatte.

Die Paraden am St. Patrick’s Day sind auch eine Art Willkommensfeier für den Wiederkehrer. Bereits in der Antike hielt man Paraden für Generäle oder Politiker ab, die siegreich in ihre Heimat zurückkehrten. Die Paraden am St. Patrick’s Day basieren zum Teil auch auf dieser Tradition. Jedes Jahr wieder heißt man so den Heiligen und seine Lehren unter den irischen Gläubigen willkommen.

5. Die Karibik feiert mit

Selbstverständlich ist der St. Patrick’s Day sowohl in der Republik Irland als auch in Nordirland ein gesetzlicher Feiertag. Aber wusstest du, dass der irische Heilige auch in der Karibik gefeiert wird?

Montserrat ist eine karibische Insel, die im 16. Jahrhundert von den Briten besetzt wurde. Nachdem in Großbritannien ein religiöser Krieg zwischen den irischen und schottischen Katholiken und den protestantischen Engländern ausgebrochen war, immigrierten unzählige Katholiken in die Neue Welt. Darunter auch viele irische Familien, die sich auf Montserrat und der Nachbarinsel St. Kitts niederließen.

Mit den Einwanderer*innen kamen auch ihre Religion, Kultur, Bräuche und Festtage. Deshalb feiert die Bevölkerung Montserrats bis heute offiziell den St. Patrick’s Day als gesetzlichen Feiertag.

So, nach diesem Exkurs hast du dir dein Guinness aber wirklich verdient. Sláinte!

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