5 Vorschläge, wohin die Amis jetzt auswandern können

Es gibt Menschen, die sich nach der Wahl von Trump in ihrer Heimat USA nicht mehr sicher und wohl fühlen. Viele wollen weg. Aber wohin?

Auswandern

Nachdem klar ist, dass Donald Trump 45. US-Präsident wird, denken viele Amerikaner*innen ans Auswandern © Mike Birdy / Stocksnap

Der nächste US-Präsident heißt also Donald Trump, propagiert Kriegsverbrechen, begrapscht Frauen im Schritt und will das Land einmauern. Kein Wunder, dass die Suchanfragen für „emigrate“ bei Google explodieren und die Website der kanadischen Botschaft kurzzeitig down war.

US-Amerikaner*innen wollen das Land verlassen – kanadische Botschaftswebsite ist down

Schon nach dem Super Tuesday gab es in den USA einen explosionsartigen Anstieg der Google-Suchanfragen zu „move to Canada“.

Kanada liegt praktischerweise ja auch nur einen Pancake-Wurf entfernt von den USA, ist aber selbstredend nicht das gelobte Land, in dem Milch und Ahornsirup fließen; die Kanadier*innen haben ihre eigenen Probleme. Aber sie haben eben auch Justin Trudeau und der steht auf der Politiker-Skala am exakt entgegengesetzten Ende von Trump.

Wie Kanadas Premierminister Transgender-Menschen schützt

Zum jetzigen Zeitpunkt kann keiner prognostizieren, wie sich das Land (und die ganze Welt) unter Präsident Trump verändern wird. Allein durch die Wahl seiner Person und dem, wofür er steht, werden jedoch innerhalb der Gesellschaft bestimmte Werte legitimiert. Out sind Kompetenz, Empathie, gesunder Menschenverstand, Inklusion, Toleranz. In sind Rassismus, Sexismus, Trans- und Homophobie, Hass, Gier und Gewalt.

Das bedeutet für manche Menschen in den USA sehr konkret: Sie müssen Angst haben, auf die Straße zu gehen. Jeden Tag.

Also nichts wie weg. Nur: wohin, falls das mit Kanada nicht klappen sollte? Ich habe mir mal wieder den Better Life Index der OECD speziell in Hinblick auf Lebenszufriedenheit und Sicherheit sowie den World Happiness Report der UN angeschaut; in letzterem werden 156 Länder nach der Glücklichkeit ihrer Bewohner*innen aufgelistet.

Hier sind 5 Auswander-Vorschläge für genervte, enttäuschte, ängstliche US-Amerikaner*innen:

1. Norwegen

Steht in Sachen Lebenszufriedenheit und Sicherheit auf Platz eins des Better Life Indexes. Ziemlich glücklich sind die Norweger*innen laut Happiness-Report auch noch – und das trotz des saisonalen Tageslichtmangels. Irgendwas müssen die da oben jedenfalls verdammt richtig machen. Ach, Englisch sprechen sie auch ziemlich gut.

2. Schweiz

Folgt Norwegen auf dem Fuße. Das kleine Neutrum in der Mitte Europas überzeugt – Überraschung! – durch hohes Einkommensniveau, zudem durch einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn, eine überdurchschnittliche Lebenserwartung und Käse und Schokolade. Dafür ist Schwiizerdütsch arg kompliziert und die Lebenshaltungskosten sind exorbitant, aber irgendwas ist halt immer.

3. Dänemark

Rangiert auf Platz eins des World Happiness Reports. Besonders die Work-Life-Balance dürfte neokapitalistisch ausgelaugte Amerikaner*innen begeistern – die Dän*innen haben stolze fünf Wochen Jahresurlaub und dadurch ordentlich Freizeit. Darüber hinaus dürfen bereits seit 2012 gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Ansonsten herrscht in Dänemark momentan –ganz trendgemäß – politisch vielleicht nicht das unverkrampfteste Klima. Aber schlimmer als Trump kann es ohnehin kaum werden. Oder?

4. Finnland

Die Finnen fühlen sich den Erhebungen nach sehr sicher, zufrieden und glücklich in ihrem Land. In Sachen Bildung hält sich Finnland seit Jahren an der Spitze; es gilt außerdem als das Land der tausend Metal-Bands und unzähligen Saunas. Na ja, bisschen dunkel und dicht an Russland vielleicht. Aber sonst?

5. Island

Ach, Island! Vorbildlich in Sachen Geschlechtergleichheit, von atemberaubend schöner Natur, mit einer bodenständigen Fußballnationalmannschaft und dem Recht, Elfen zu schützen. Kein Wunder, dass Island auf dem dritten Platz des World Happiness Reports steht und auch auf dem Better Life Index eine hervorragende Position innehält. Island ist außerdem als Insel recht abgelegen und von minimalstrategischem Interesse. Nur das mit dem Walfang ist wirklich keine schöne Sache.

Das können wir von den Isländer*innen lernen

Im Grunde ist Auswandern selbstverständlich keine Lösung, um eine politische Situation in einer Demokratie zu verändern. Aber wenn jemand wie Trump, der seine Anhänger*innen aufgehetzt und seine Kampagne mit Hass und Angst geführt hat, Staatsoberhaupt wird und darum Menschen um ihr Leben fürchten müssen, wird man doch wohl mal darüber nachdenken dürfen.