6 Denkfehler, mit denen ihr nie Karriere machen werdet

Aus Fehlern lernen wir – aber es gibt ein paar, die man wirklich von vornherein ausschließen sollte. Nämlich jene falschen Glaubenssätze, die uns davon abhalten, unseren Weg zu gehen.

Karriere: Manchmal vernebeln wir uns selbst die Sicht. © Pexels | CC0 Lizenz

Der größte Fehler: Sich selbst vom Weiterkommen abhalten

Unterhält man sich mit Menschen, die auf ihrer Karriereleiter schon weit gekommen sind oder vielleicht auch ein eigenes Unternehmen gegründet haben, dann kommt es schnell zu dem Punkt, an dem sie erzählen, wie sie aus Fehlern gelernt haben. Und ja, Fehler zu machen und daraus etwas für den weiteren Lebensweg mitzunehmen, sind essentielle Erfahrungen, die wir alle machen und machen müssen. Doch es gibt auch Fehler, die wir als solche erst einmal nicht erkennen und sie so immer und immer wieder wiederholen, sie mitnehmen, ohne zu merken, wie sie uns von dem abhalten, was wir erreichen wollen.

Meist sind das Denkfehler, die sich bei uns eingeschlichen haben, ohne dass wir sie großartig hinterfragen – auch, weil sie zunächst ganz vernünftig oder logisch klingen. Die Krux dabei: Wir können unser Außen noch so sehr in Bewegung setzen, wenn wir uns aber gedanklich selbst vom Erreichen unserer Ziele abhalten, werden wir sie auch nicht erreichen. Aber was können das für Fehler sein? Der Autor Darius Foroux, der sich mit Themen wie Ängsten und Stress und wie sich diese auf unseren Werdegang auswirken beschäftigt, hat seine größten (Denk-)Fehler in Sachen Karriere für The Muse aufgeschrieben und wir haben uns die besten davon herausgepickt sowie kommentiert. Los geht’s:

Sechs (Denk-)Fehler, die man ablegen sollte

1. Denken, dass eine Karriere schnurgerade verläuft

Wenn wir am Anfang unseres Berufslebens oder auch noch in der Ausbildung stecken, haben wir oft die Vorstellung, dass es einen ganz bestimmten Weg gibt, um Ziele zu erreichen. Dass es eine bestimmte Reihenfolge gibt, an die wir uns halten müssen. Das Leben zeigt aber schnell, dass es Quatsch ist, sich mit solchen Denksystemen aufzuhalten. Im Jobleben geht es darum, Chancen wahrzunehmen und zu nutzen – und das kann auch mal bedeuten, einen schlechter bezahlten Job anzunehmen, weil man in der Arbeit mehr Sinn und Zufriedenheit findet, ein Studium abzubrechen und sich neu zu orientieren oder auch, mit Mitte 40 oder 50 noch einmal den Beruf zu wechseln. Karrierewege sind ebenso wenig geradlinig bzw. müssen es ebenso wenig sein, wie unsere Lebenswege. Also macht euch frei von solchen Auflagen und schaut lieber, welche Türen sich für euch auftun, welche ihr selbst aufstoßen wollt und geht durch! Zudem: Lebensläufe, die aus dem Schema F rausfallen, sind für Personalverantwortliche nicht selten ziemlich interessant.

2. Entscheidungen vor allem vom Gehalt abhängig machen

Wir alle brauchen Geld und wir alle sind froh, wenn wir einen Punkt in unserem Leben erreichen, an dem es uns keine Sorgen mehr bereitet. Aber am Ende sollte man sich nicht zu sehr vom Geld beeinflussen lassen – ohne dass das nun einen hippiesken Anstrich bekommen soll. Wenn dein Job dich nicht erfüllt, dich vielleicht sogar krank macht, hilft alles Geld der Welt nicht. Aber eine sinnerfüllte Aufgabe kann eben reicher machen als das dickste Konto. Und dennoch muss man sagen: Wer seine Selbstverwirklichung weniger im Job als im Privatleben findet, für den wird dieser Gedanke genau andersherum wahr: Mach dich frei davon, dass es schlecht sein sollte „nur“ irgendeinen Job zu machen, weil er dir ermöglicht, das Leben zu führen, was du führen willst. Der Schlüssel ist also, sich klarzumachen, was einen wirklich antreibt und wieso – und nach diesen Kriterien nach einer Stelle zu suchen.

3. Denken, man hätte unendlich viel Zeit

Wir alle sind manchmal König*innen darin, Zeit zu verplempern. Und manchmal muss das auch sein – denn nein, Ruhepausen sind keine vertane Zeit und auch scheinbar unproduktive Phasen müssen sein, um wieder aufzutanken. Dennoch: Wenn man sich beginnt darüber zu ärgern, seine Zeit wieder einmal nicht genutzt zu haben, sollte man damit aufhören und lieber ein gutes Buch lesen, bei dem man vielleicht noch etwas lernt, Online-Kurse oder Sport machen – oder sich wirklich einmal hinsetzen und sich selbst die Antwort auf folgende Fragen geben: Was kann ich richtig gut? Und, wo will ich hin? Denn sie liefern meist genau die Motivation, um sich die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen.

4. Es sich irgendwann zu bequem zu machen

Wenn man die ersten Meilensteine im Job hinter sich hat, neigt man gerne mal dazu, es sich bequem zu machen. Warum auch nicht, schließlich muss niemand wie ein Schnellzug durch sein Leben rasen, nur um möglichst schnell immer weiterzukommen. Problematisch ist es dann, wenn wir es uns gedanklich bequem machen, wenn wir uns dazu hinreißen lassen, uns ausgelernt zu fühlen, nichts mehr Neues wagen und schließlich in einem Muster verharren. Das ist für die Karriere tödlich – und wird uns in aller Regel auch selbst nicht gerecht.

5. Zu denken, man dürfe nicht nach Hilfe fragen

Führungskräfte, die auch mal sagen: Ich weiß gerade nicht weiter? Kommt kaum vor – schade eigentlich. Denn man bekommt Allwissenheit eben nie und schon gar nicht mit einem Titel geschenkt. Und auch zu Beginn der Karriere sollte niemand zu schüchtern sein, um nach Hilfe und Rat zu fragen, aus Angst, nicht qualifiziert zu erscheinen. Erfolg ist immer eine Teamleistung.

6. Anderen nicht zuhören

Du bist Expert*in auf deinem Gebiet? Perfekt! Aber das heißt nicht, dass dir jemand anderes, sei es nun eine erfahrene Kollegin oder jemand, der gar nichts mit dem Thema zu tun hat, nicht wichtige neue Impulse liefern kann. Hör den Menschen um dich herum zu – da bekommt man Wissen, Erfahrung und Ideen auf dem Silbertablett serviert. Vorausgesetzt, man ist in der Lage, das wahrzunehmen.

Um wirklich seinen Weg im Leben und im Job zu finden, sollte man sich immer wieder trauen, auch sich selbst zu hinterfragen und Entscheidungen auf den Prüfstand zu stellen. Frag dich immer wieder neu, wo du stehst, was du willst, was du kannst und wie du das erreichen möchtest – denn das ist mindestens die halbe Miete in Sachen Karriere.


Von Silvia Follmann auf EDITION F.

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