7 Tipps, wie du unbeschadet dein erstes Semester überstehst

Das erste Semester an der Uni bringt viel Neues mit sich. Wir haben sieben Tipps gesammelt, die dabei helfen, möglichst entspannt und reibungslos ins Studierendenleben zu starten.

Die ersten Tage an der Uni können echt fordernd sein, aber keine Sorge – es wird besser! Pexels II CC0

Jedes Jahr im Oktober …

Pünktlich Mitte Oktober trägt ein kräftiger Herbstwind all die verstreuten Studierenden wieder zurück an ihre Hochschulen. Neben unverschämt erholten Backpacker*innen, blassen Sommer-Praktikant*innen und diesem*r einen Kommiliton*in, der*die anscheinend die gesamten Semesterferien im Keller der Bib verbracht hat, wird auch ein aufgescheuchter Haufen Erstis über die Teppichböden der Uni irren und versuchen herauszufinden, welches Gericht in der Mensa am wenigsten breiig schmeckt.

Die Zeit, die uns von Unterhaltungsmedien und alten Menschen gerne als die beste Zeit unseres Lebens verkauft wird, bringt viel Neues mit sich. Du gehörst zu den Auserwählten, die in diesem Herbst mit der Uni starten? Keine Sorge. In nur einem Jahr wirst du mit altklugem Blick von deinen Büchern aufschauen, wenn die neuen Erstis bei der Campus-Ralley an dir vorbeiwuseln und dir nicht mehr vorstellen können, je selbst zu dieser Rasselbande gehört zu haben. Wie du die Zeit bis dahin unbeschadet überstehst? Wir haben sieben Tipps gesammelt, damit du zum Semesterstart nicht den Kopf verlierst und entspannt in deine Unizeit starten kannst.

1. Kenne dein Warum

Vielleicht gehörst du zu den Glücklichen, deren Uni-Erfahrung genauso verläuft, wie sie es sich vorgestellt haben. Glückwunsch! Für den Rest gilt: Es ist in Ordnung, wenn dein Studienfach dir doch nicht so gut gefällt wie erwartet, du Zeit brauchst, um dich an das Arbeitspensum und die Arbeitsweise der Uni zu gewöhnen oder bevor du die Menschen triffst, mit denen du jedes noch so langweilige Seminar durchstehst.

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In Momenten, in denen deine Erwartungen an der Realität scheitern, ist es gut, sein Warum zu kennen. Warum bist du an der Uni? Hast du ein berufliches Ziel, auf das du hinarbeitest? Geht es dir darum, Wissen anzuhäufen, zu forschen, Neues kennenzulernen und zu entdecken? Oder möchtest du einfach nur Rabatt im Kino bekommen? Wenn man weiß, wofür man etwas tut, lassen sich auch Prüfungsstress und Grundlagen-Vorlesungen überstehen.

2. Chill!

Du kommst nicht mit dem Tool zurecht, mit dem du deine Kurse buchen sollst? Dein BAföG-Antrag hängt noch immer in irgendwelchen Bürokratieschleifen fest und du hast keine Ahnung, nach welchem Prinzip die Räume auf deinem Campus nummeriert sind? Durchatmen, das ist alles halb so schlimm. In den meisten Fällen klären sich die Probleme mit einer Mail oder ein bisschen Geduld. Und ansonsten: Trau dich zu fragen und mach dich nicht verrückt. Niemand reißt dir den Kopf ab, nur weil du etwas noch nicht weißt.

3. Finde deinen optimalen Lernspot

Früher oder später wirst du auch außerhalb der Uni anfangen müssen, dich mit deinem Lernstoff auseinanderzusetzen. Dafür ist es wichtig, zu wissen, wo du am besten Lernen kannst. Probiere dich aus, für die Uni zu lernen ist anders, als zu Schulzeiten. Finde heraus, wo du am produktivsten bist. Gehörst du zu den Menschen, deren Gehirne bei trockener Bib-Luft das neue Wissen wie ein Schwamm aufsaugen? Lernst du gerne in Cafés oder ist dir das zu laut (und der Kaffee auf Dauer zu teuer)? Vielleicht bist du auch der Typ Lerngruppe, der sich von anderen Menschen zum Lernen motivieren lässt.

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4. Lerne, Prioritäten zu setzen

Du sollst bis zum nächsten Tag 50 Seiten lesen – und das in drei Seminaren? Wenn du parallel noch einen Nebenjob und dein Sozialleben aufrechterhalten möchtest, musst du lernen zu priorisieren. Welches Thema interessiert dich am meisten? Für gewöhnlich fällt es einem leichter, diesen Text aufmerksam zu lesen. Welcher Text liefert wichtiges Wissen, auf dem die nächsten Sitzungen aufbauen werden? Und bei welchem reicht es, die Einleitung und den Schluss zu lesen, um einen groben Einblick zu bekommen?

4. Sei offen

Wenn du ein eher schüchterner Mensch bist, kann es sein, dass dir die Vorstellung von einem Meer aus fremden Gesichtern im ersten Moment Angst macht. Keine Panik, alle dort sind neu und die meisten Leute haben Lust, die Menschen kennenzulernen, mit denen sie studieren. Gerade in den ersten Wochen sind eigentlich alle auf Socializing-Kurs. In den meisten Fällen musst du meist nur lächeln und Menschen nach ihrem Nebenfach oder dem Weg fragen, um ein erstes Gespräch zu initiieren.

5. Nutze deine Chancen

Sich an der Uni zurechtzufinden, kann und darf einige Wochen dauern. Trotzdem lohnt es, sich zu informieren, was für Angebote du durch die Uni vergünstigt nutzen kannst. Einen kostenlosen Sprachkurs? Findest du nach dem Abschluss nicht mehr so leicht. Ein halbes Jahr Unisport zu Preisen, für die du regulär höchstens einen Monat trainieren könntest? Selbst wenn du im ersten Moment das Gefühl hast, gar nicht alle Angebote nutzen zu können, lohnt es, sich einen Überblick zu verschaffen. Neben all der verkopften Lernerei tut es gut noch Zeit für ein Hobby zu finden.

6. Habe keine Angst davor, kritisch zu denken

In vielen Studiengängen ist nur noch wenig Zeit für freie Diskussionen vorgesehen. Trotzdem ist es das, was die Uni dir eigentlich mitgeben sollte: zu lernen, kritisch zu hinterfragen, Fakten und Quellen zu prüfen, Dinge nicht als selbstverständlich anzunehmen. Diskussionen sind dein gutes Recht und müssen sich nicht auf Rotwein durchtränkte Abende in WG-Küchen beschränken. Also trau dich und suche die Diskussion mit deinen Dozent*innen, Professor*innen und Kommiliton*innen.

7. Genieße es

Nein, du musst nicht die beste Zeit deines Lebens an der Uni verbringen. Aber du wirst vermutlich nie mehr in deinem Leben so viel Zeit für dich und deine Interessen haben. Also versuche deine Zeit an der Uni so sehr zu genießen wie möglich!


Von Katharina Alexander auf EDITION F.

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