8 Sätze, die Postbot*innen nicht mehr hören können

Hauptberuflich die Post auszutragen, hat einiges für sich: Man ist an der frischen Luft, bewegt sich regelmäßig und lernt viele Menschen kennen. Ab und an muss man sich aber auch doofe Sprüche anhören. Das sind die nervigsten.

Postbot*innen macht ihr Job Spaß. Nur eben manchmal nicht. DavidQ/Photocase

Gerade in der Vorweihnachtszeit haben Postbot*innen und Paketträger*innen viel zu tun. Die Post hat dieses Jahr 10.000 neue Aushilfsstellen geschaffen, um die vielen Geschenkbestellungen rechtzeitig liefern zu können. Das macht den Job für die einzelnen Mitarbeiter*innen nicht unbedingt leichter, sie müssen trotzdem mehr Kilos an Paketen als sonst austragen oder ausfahren.

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Dann ist es umso ärgerlicher, wenn sich die Kund*innen an der Haustür beschweren und nervige Sprüche drücken. Wir haben in mehreren Facebook-Gruppen gefragt, welche Sätze wir auf gar keinen Fall fallen lassen sollten, um unsere geschätzten Paketzusteller*innen in der Weihnachtszeit nicht auf die Palme zu bringen. Hier sind die Top 8 der häufigsten Antworten.

„Ich hätte gerne meine Post!“

Postbotin Susanne mag ihren Job. Aber die Braunschweigerin ist ab und an schon sehr verwundert, was für Vorstellungen die Menschen haben. Manchmal wird sie von Wildfremden auf der Straße angesprochen, weit entfernt von deren Wohnort, und nach Post gefragt. Von Hellsehen stand nichts in der Stellenausschreibung.

„Sie kommen heute aber spät, haben Sie verschlafen?“

Ulrike aus Wolfenbüttel hat 1978 ihre Ausbildung begonnen und jahrelang als Springerin gearbeitet. Das heißt, dass sie keine feste Route hatte, sondern sich jeden Tag auf neue Kunden und Wege einstellen musste. Das schlaucht. „Ich habe meinen Job geliebt“, sagt sie, „bin aber 2013 wegen Burn-out ausgeschieden. Der Stress und Druck hat mir den Rest gegeben.“ Damit sei sie kein Einzelfall gewesen, bestätigen auch andere Postbot*innen. Dass die Angestellten mal ein wenig später kommen, hat vermutlich einen anderen Grund als „Sie haben wohl verschlafen“.

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„Stört es Sie, wenn ich nackt bin?“

Die Route von Postbote Daniel aus Hamburg führt ihn über den Kiez, da bekommt er einiges zu sehen. Manchmal auch nackte Haut, ohne dass er darum gebeten hätte. „Vor allem Rentner sehen offenbar nicht mehr die Notwendigkeit, sich morgens vernünftig anzuziehen“, erzählt Daniel. „Aber ich brauche ja nur schnell eine Unterschrift und dann bin ich wieder weg. Die Ankündigung unten an der Gegensprechanlage, jemand Nacktes wird gleich vor dir stehen, ist aber trotzdem immer wieder irritierend.“

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Quelle: Giphy

„Sie tragen ja nur ein paar Briefe und Pakete aus, das kann nicht anstrengend sein.“

„Ich bin noch recht neu, seit drei Monaten dabei und demnach eben noch langsamer“, berichtet Anna aus Donaueschingen. „Es gibt Kunden, die beobachten mich und wenn ich mal außer Atem bin, sagen sie: So anstrengend kann das doch gar nicht sein, Briefe und Pakete zu verteilen.“Im Normalfall trägt Anna zwischen 120 und 160 Pakete aus. Das kann ja schon mal anstrengend sein. Inzwischen reagiert die junge Postbotin abgebrüht auf solche Standpauken: „Ich sage manchmal: ‚Sie können gerne mal eine Woche mit mir tauschen!‘ und dann ist Ruhe.“

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„Keine Post ist gute Post.“

Es gibt Menschen, die wollen keine Post. Vor allem keine Rechnungen. Und die beschweren sich dann, wenn sie doch was bekommen, auch wenn sie die Umschläge noch gar nicht geöffnet haben, berichtet Thorsten aus Duisburg. „Bevor ich die Post einwerfe, kommen manche schon an den Kasten gelaufen und rufen ‚Aber bitte keine Rechnungen!‘ – völlig ernst! Ich stehe dann immer noch verdutzt da und weiß nicht, was ich dazu sagen soll. ‚Okay, haben Sie Feuer? Dann verbrennen wir die Rechnungen schnell!'“.

„Die Werbung können Sie gleich in den Müll schmeißen!“

Thorsten berichtet auch von Leuten, die am liebsten mit ihm die Post durchgehen und alles Überflüssige direkt entsorgen. „Bei ein paar älteren Damen, die schlecht zu Fuß waren, habe ich das noch gemacht. Aber ich habe so wenig Zeit, das geht gar nicht“, sagt er.

„Regnet es etwa?“

Wenn Melanie pitschenass diesen Spruch hört, reagiert sie inzwischen nur noch mit einem ironischen: „Nein, ich schwitze. Sehr viel.“

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„Warum haben Sie mein Paket nicht fünf Häuser weiter abgegeben? Da wohnt mein*e Oma/Bruder/Mutter/beste*r Freund*in.“

Der Weihnachtsmann mag in der Lage sein, sich nicht nur die Namen von mehr als 7,3 Milliarden Menschen zu merken, sondern auch noch deren exakte Adresse. Postbot*innen können gerade in Gegenden mit Mehrfamilienhäusern nicht jede Familien- und Freundeskonstellation kennen. Offenbar gehen einige Menschen aber davon aus und erwarten, dass Pakete, die man für andere Personen bestellt hat, dann auch direkt an sie geliefert werden. Vor allem, wenn sie ums Eck wohnen.

Sorry, Menschheit – Postbot*innen machen schon einen guten Job, jeden Tag. Aber Superhelden sind sie nicht.