92.000 Punkte repräsentieren zivile Opfer des Syrienkriegs

Der Kontext ist zwar kein schöner, trotzdem ist die Visualisierung beeindruckend. Jeder der Punkte stellt einen syrischen Zivilisten dar, der ums Leben gekommen ist.

Screenshot © Kristian Jensen

Screenshot © Kristian Jensen

Das Violations Documentation Center (VDC) ist eine unabhängige, zivile Organisation, die seit 2011 Verstöße gegen Menschenrechte in Syrien dokumentiert. Es wird von Menschenrechtsaktivisten innerhalb und außerhalb des Landes geführt. Laut dem Center wurden seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien mehr als 92.000 Zivilisten getötet.

Das ist eine derartig große Zahl, dass sie nur schwer zu begreifen ist. Wie viel  sind 92.000? Ein Beispiel:  Das größte Fußballstadion Deutschlands – mit 81.359 Plätzen der Signal Iduna Park in Dortmund – ist zu klein, um eine derart große Menge an Menschen zu fassen.

Der Datenjournalist Kristian Jensen von der dänischen Zeitung Politiken hat versucht, diese riesige Menge mit einzelnen Punkten zu visualisieren.  Und es dauert eine kleine, schmerzhafte Weile, bis man zum Ende der Graphik gescrollt hat. Dabei spielt die unterschiedliche Größe der Punkte keine Rolle. Sie sollten bloß auf die Verschiedenartigkeit der Opfer aufmerksam machen.

Die Punkte repräsentieren nur diejenigen Opfer, die vom VDC identifiziert werden konnten. Es registriert Namen, Alter, Geschlecht der Person sowie Ort, Datum und Ursache des Todes – soweit das möglich ist. Die wahre Zahl der umgekommenen Zivilisten ist wahrscheinlich weit höher. Tatsächlich kennt wohl keiner die genaue Zahl der zivilen Todesopfer in Syrien. Während einige NGOs von mehr als 300.000 umgekommenen Menschen ausgehen, stoppte die UN die Veröffentlichung von Todeszahlen. Es gäbe schlicht keine sicheren Zahlen.

 

Kristian visualisierte auch die erwartete Anzahl an Flüchtlingen, die Schweden im Jahr 2015 hätte aufnehmen sollen. Die echte Zahl lag im Endeffekt bei 165.000, die Erwartungen lagen weit darüber.