AfD-Politiker Gauland über Boateng: „Ich wusste nicht, dass er farbig ist“

Der Rechtsaußen Alexander Gauland (AfD) hatte sich abfällig über den Fußballer Jérôme Boateng geäußert. Bei Anne Will versucht er, sich dafür zu rechtfertigen – und macht alles nur noch schlimmer.

Alexander Gauland

Herr, lass Hirn herab! Der Fraktionsvorsitzende der AfD in Brandenburg, Alexander Gauland © dpa/ Patrick Pleul

Man muss keine Ahnung von Fußball haben, im Fall des AfD-Politikers Alexander Gauland hätte minimale Kenntnis über die Deutsche Nationalmannschaft aber nicht geschadet. Immerhin hatte der Mann vergangene Woche folgenden Satz in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) gesagt: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut, aber wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“. Am Sonntagabend saß der AfD-Mann dann in der Talkshow von Anne Will. Das Motto der Sendung: „Guter Nachbar, schlechter Nachbar – wie rassistisch ist Deutschland?“ Und was sagt Gauland?

„Ich kannte den Fußballer Boateng gar nicht, ich wusste auch nicht, dass er farbig ist“

Alexander Gauland, AfD

Erst die stellvertretende Bundesvorsitzende Beatrix von Storch soll ihn nach Erscheinen des Artikels aufgeklärt haben („Wissen Sie eigentlich, dass Boateng Farbiger ist?“).

Schlimm genug, dass Gauland über Menschen mit nichtdeutschen Namen lästert – aber er will nicht mal gewusst haben, wen er da beschimpft? Nicht nur die Talkgäste (FAS-Korrespondent Eckart Lohse, Bundesjustizminister Heiko Mass, Migrationsforscherin Bilgin Agata und Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt) reagierten entgeistert – auch auf Twitter war die Ratlosigkeit über diesen Mann groß:

Dass es Alexander Gauland mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, beweist dieses Video. Kritisiert wird übrigens auch, dass unter den Gästen bei Anne Will niemand mit dunkler Hautfarbe war, der sich zum Thema Rassismus und Diskriminierung hätte äußern können.

Aber muss man der AfD ja wirklich lassen – bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit ist sie konsequent: