AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel verlässt ZDF-Sendung

Nachdem sie aufgefordert wurde, sich von zwei Parteikollegen zu distanzieren, verlor die Spitzenkandidatin der AfD am Dienstag die Lust auf weitere Gespräche – und verließ vorzeitig die ZDF-Talkshow Wie geht’s, Deutschland?

Alice Weidel beim Abgang in der Livesendung „Wie geht’s, Deutschland?“ Screenshot: ZDF

Debattenkultur á la AfD: Wenn mir etwas nicht passt, verlasse ich einfach den Raum. Die Spitzenkandidatin Alice Weidel war am gestrigen Dienstagabend in die ZDF-Sendung Wie geht’s Deutschland eingeladen, um zusammen mit Jürgen Trittin (Grüne), CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Linken-Parteichefin Katja Kipping sowie Katja Suding (FDP) über die Zukunft Deutschlands zu diskutieren.

Beim Thema Integration kam es zum Streit zwischen Weidel und CSU-Generalsekretär Scheuer. Zunächst stritten sie sich darüber, wann ein*e Geflüchtete*r erfolgreich integriert sei. Scheuer meinte: „Wenn Sprache und Eigenengagement zusammenkommen.“ Daraufhin platzte es aus Weidel heraus: „Also soll illegale Einwanderung legalisiert werden?“

Doch das war noch nicht der eigentliche Eklat. Der folgte nach diesen Sätzen von Scheuer: „Bevor Sie jetzt hier rumstänkern, machen Sie den Zuschauern erst mal klar, dass Sie sich von Herrn Gauland und Herrn Höcke distanzieren.“ Letzterer sei für ihn einfach ein Rechtsradikaler.

Das war genug für Weidel. Sie ging.

Applaus und Raunen im Publikum – und die überraschte Frage der Moderatorin Marietta Slomka: „Gehen Sie jetzt?“

Was war denn los?

Nur wenige Minuten nach ihrem Abgang äußerte sich Weidel über Twitter. Sie ließ sich aber nicht etwa über Scheuer aus, sondern – Überraschung! – über die, wie sie es ausdrückte, parteiische und vollkommen unprofessionelle Moderatorin Slomka. Sie hätte sich mit ihrer frechen Intoleranz und der plumpen Argumentation von SPD und Grünen gemein gemacht.