Alles, was du über „Star Wars“ wissen musst, um den 17. Dezember zu überstehen

Am 17. Dezember läuft das siebte Kapitel der „Star Wars“-Saga im Kino an. Nach diesem FAQ hältst du im Nerdtalk mit deinem Sitznachbarn mit.

© 2015 & TM Lucasfilm Ltd.

Am 17. Dezember kommt die siebte Episode von "Star Wars" in die Kinos. © 2015 & TM Lucasfilm Ltd.

Alle reden von „Star Wars“ – warum?

Mit „Episode VII: Das Erwachen der Macht“ kommt nach zehnjähriger Pause endlich wieder ein „Star Wars“-Film in die Kinos. Es handelt sich dabei um die Fortsetzung der klassischen Trilogie, die „Star Wars“-Erfinder George Lucas zwischen 1977 und 1983 veröffentlichte.

Worum geht’s in Episode VII?

Wenn wir das doch nur endlich wüssten! Um Spoiler zu vermeiden, schwieg sich die Crew um Regisseur J.J. Abrams über spezifische Story-Details erfolgreich aus. Fest steht: Der Film setzt 30 Jahre nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ an. Den Rebellen (gut) ist es gelungen, das Imperium (böse) zu zerschlagen. Trotzdem findet der Sternenkrieg kein Ende: In „Das Erwachen der Macht“ stehen sich nun die First Order (böse) und der Widerstand (gut) im Kampf um die Herrschaft in einer weit entfernten Galaxie gegenüber. Mit dem maskierten Kylo Ren gibt’s einen neuen Endgegner, mit Rey und Finn neue Helden, die von den altbekannten Charakteren Leia und Han Solo in den Kampf Gut gegen Böse eingeführt werden.

Verstehe ich alles nicht. Muss ich erst die alten Filme sehen, um den neuen zu raffen?

Regisseur J.J. Abrams betonte im Gespräch mit Wired, es sei ihm wichtig gewesen, ein eigenständiges Werk zu schaffen. Um den eingefleischten „Star Wars“-Fans Schmankerl zu servieren, wird Episode VII allerdings mit reichlich Reminiszenzen an die ersten beiden Trilogien gespickt sein. Lichtschwertkämpfe, Stormtrooper, der Millennium Falke, Droiden, Tie-Fighter, Sternenzerstörer, Darth Vaders Maske – wenn euch die Ursprünge all dessen interessieren, guckt die alten Filme. Ansonsten: Lest dieses FAQ weiter.

Keine Zeit, sechs Spielfilme zu gucken. Erklärt mir „Star Wars“ in wenigen Zeilen!

Hauptsächlich geht’s in den bisherigen sechs Filmen um diesen Kerl: Darth Vader.

darth-vader
Disneyparksphotoproject

In jungen Jahren ist er noch als Anakin Skywalker bekannt. Die Episoden I bis III erzählen, wie Anakin im zarten Alter von elf Jahren vom Jedi-Meister Qui-Gon Jinn aufgelesen und später von Obi-Wan Kenobi ausgebildet wird. Dabei wandelt er sich vom knuffigen Schmuseboy zum mordenden Arschloch: Um seine geliebte Padmé Amidala vor dem Tod zu bewahren, wechselt er von der hellen auf die dunkle Seite der Macht. Dadurch treffen seine bösen Vorahnung allerdings erst ein: Padmé stirbt, seine Zwillinge Luke und Leia werden ihm genommen, und schließlich verliert Anakin beim Sturz in Lava sogar seine Menschlichkeit.

Fortan hält ihn eine stylische schwarze Rüstung am Leben. In der versetzt er als Darth Vader in den Episoden IV bis VI die Galaxie in Angst und Schrecken. Nach erbittertem Kampf seines Imperiums gegen die Rebellen entdeckt Vader zu guter Letzt doch das Gute in sich wieder: Um seinen Sohn Luke zu retten, wendet sich Vader gegen seinen Boss, den Imperator – und kommt dabei ums Leben. Die Rebellen besiegen das Imperium, die helle überstrahlt die dunkle Seite der Macht: Happy End.

Wen muss ich außer Anakin Skywalker noch kennen?

 

Ähem, und wo sind die Frauen?

Die „Star Wars“-Galaxie ist ziemlich traurig, fast ausschließlich Männer scheinen sie zu bevölkern. Darüber haben sich Fans und insbesondere die Zeichentrickserie „Family Guy“ vielfach lustig gemacht. https://www.youtube.com/embed/pV7zpIPMlAI Episode VII wartet offenbar endlich mit ein paar starken Frauenrollen auf: Die Protagonistin von „Das Erwachen der Macht“ ist Rey (gespielt von Daisy Ridley), „Game of Thrones“-Star Gwendoline Christie verkörpert eine Stormtrooper-Anführerin.

Was ist diese Macht, von der immer alle reden?

„Möge die Macht mit dir sein“ ist eines der bekanntesten Zitate aus „Star Wars“ – was genau diese Macht nun eigentlich ist, bleibt aber einigermaßen unbeantwortet. Im ersten Film von 1977 beschreibt der Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi dem jungen Luke Skywalker die Macht als kosmische Kraft, die alles Sein umgibt. Die guten Jedi und die bösen Sith sind Wesen, welche diese Kraft besonders spüren und sich zunutze machen können. Die zweite Trilogie erklärt die Macht weniger als religiösen Kult, sondern pseudo-wissenschaftlich: Bei der ersten Begegnung mit Anakin Skywalker fällt Qui-Gon Jinn eine besonders hohe Zahl von Midi-Chlorianer in dessen Zellen auf. Durch sie erhalte er schnellere Reflexe und ein Gespür für die kosmische Macht. Am Ende ist nur dieses wichtig: Mit der Macht lässt sich ziemlich cooler Parapsychologie-Scheiß anstellen. Zumindest von zwei Parteien: Dem guten Jedi-Orden und den dunklen Sith-Anhängern. Sie können Gedanken manipulieren, Gegenstände per Fingerzeig bewegen, sogar Blitze feuern. Löffelverbieger Uri Geller kann einpacken.

Welche ikonischen Raumschifftypen muss ich kennen?

Oh, welch vorzügliche Streber-Frage, vielen Dank dafür. Neben dem legendären Kostüm- und Setdesign und der eingängigen Filmmusik von John Williams sind auch einzelne Raumschiffe Kult geworden. Wenn ihr diese Dinger im neuen Film seht, solltet ihr laut ihre Namen brüllen können:

Wer hat sich den Quatsch ausgedacht?

Dieser Typ: George Lucas.

Roslan Rahman/AFP/Getty Images
Roslan Rahman/AFP/Getty Images

Lucas wollte zunächst Rennfahrer werden, beglückte die Filmwelt schließlich mit zwei wichtigen Reihen: Mit „Star Wars“ und „Indiana Jones“. Mit denen scheffelte Lucas ordentlich Kohle, sein Vermögen wird auf mehr als fünf Milliarden US-Dollar geschätzt. Interessant ist, dass der Großteil dieses Geldes nicht aus den Filmeinnahmen stammt – einen beträchtlichen Anteil hat Lucas mit der Vermarktung der Marke „Star Wars“ und dem Spielzeugverkauf eingenommen. Inzwischen ist Lucas nicht mehr die treibende kreative Kraft hinter „Star Wars“, sondern er hier:

© Mark Davis/Getty Images
© Mark Davis/Getty Images

J.J. Abrams ist mit der TV-Serie „Lost“ zum Godfather des guten Storytellings aufgestiegen und durfte zuletzt das „Star Trek“-Franchise wiederbeleben. Für die Fortsetzung von „Star Wars“ greift Abrams auf alte Werte zurück: Wie George Lucas es bei seinen ersten Filme vormachte, castete Abrams mit Daisy Ridley, John Boyega und Adam Driver eher unbekannte Gesichter in die Hauptrollen. Und statt seine Vision des Sci-Fi-Abenteuers komplett vorm Greenscreen zu drehen, ließ er viele Sets bauen und Puppen basteln.

Welche Filme sind die besten?

Als „Star Wars“ 1977 in die Kinos kam, glaubte an seinen Erfolg vor allem einer: Regisseur, Drehbuchautor und Produzent George Lucas selbst. Während andere dem Streifen Belanglosigkeit und Albernheit attestierten, tüftelte Lucas sogar schon an einer mehrteiligen Saga. Als „Star Wars“ überraschenderweise zum Kassenschlager geriet, verpasste er dem Film den Untertitel „Episode IV: Eine neue Hoffnung“ und vollendete bis 2005 zwei Trilogien. Für die erste, die klassische „Star Wars“-Trilogie wurde Lucas gefeiert – die neuen Filme kamen nicht ganz so gut an. Fans kritisierten, die Episoden I bis III seien zwar effektgewaltig, die Charaktere und die Story allerdings Käse. Am Ende bleibt es eine Geschmacksfrage: Welche Episoden gefallen dir am besten?

Was hat Disney mit dem Weltraum-Abenteuer zu schaffen?

Der Micky-Maus-Konzern hat 2012 circa vier Milliarden US-Dollar hingeblättert, um das Filmstudio Lucasfilm zu kaufen. Damit gingen die Rechte der „Star Wars“- und auch der „Indiana Jones“-Reihe an Disney über. Lucasfilm-Gründer George Lucas sollte zunächst als Berater an der Produktion neuer Episoden mitwirken, Disney botete ihn schließlich mehr oder weniger aus. Zwar hatte Lucas Drehbuchentwürfe für eine Fortsetzung seines Werks geliefert, sie wurden allerdings verworfen. Nachdem er Episode VII, den ersten Film ohne seinen Einfluss, gesehen hatte, urteilte Lucas verhalten: „Ich glaube, die Fans werden ihn lieben. Es ist der Film, den sie erwartet haben.“

Und warum produziert Lego so viele „Star Wars“-Sets?

Ende der 90er Jahre ging es dem dänischen Spielzeughersteller schlecht. Richtig schlecht. Den Lego-Leuten fehlte sowohl eine Übersicht, wie viel die Produktion der bunten Steine im Detail kostete, als auch ein Plan davon, wie viel einzelne Sets einspielten. Die guten Designer gingen in Rente, die neuen lieferten nur noch Mist ab. Mit der Marke „Star Wars“ gelang Lego die Rettung: Das Unternehmen kaufte Lizenzen, um passend zum Start der neuen Trilogie von George Lucas diverse Raumschiffsets in den Handel zu bringen. Weil diese Strategie aufging, folgten später „Harry Potter“-, „Jurassic Park“- und „Simpsons“-Sets – und deshalb können wir auch jetzt neue Modelle shoppen.

Warum ist „Star Wars“ überhaupt so eine große Sache?

Gegenfragen: Warum ist „50 Shades of Grey“ eine so große Sache? Und wie konnten Menschen ernsthaft Bubble Tea gut finden? Tja, man steckt nicht drin. Dass sich der „Star Wars“-Kult über so viele Jahre gehalten hat, lässt sich aber ganz gut an diesem Typen erklären:

boba-fett
Giphy

Der Herr mit der Laserwaffe im Arm ist der Kopfgeldjäger Boba Fett. Boba ist eine winzigkleine Nebenfigur, sein Name fällt in der klassischen Trilogie kein einziges Mal. Trotzdem ist jedem eingefleischten Fan seine komplette Vergangenheit bekannt – dank des „Expanded Universe“. So bezeichnen Fans die Erweiterung des „Star Wars“-Kosmos durch Bücher, Comics und Spiele, welche die Filmgeschichte weiterspinnen. Und dieses „Expanded Universe“ ist es, das den Kult um die Saga befeuert, die Welt lebendiger gemacht und die Marke über Jahrzehnte und Generationen weitergetragen hat.

Sollte ich ein paar Comics oder Bücher verschlingen, um mitreden zu können?

Bis April 2014 hätte die Lektüre nicht geschadet. Inzwischen hat das „Expanded Universe“ allerdings ein schweres Schicksal ereilt: Damit der neue Regisseur J.J. Abrams freie Hand für eine eigene Storyline haben und Disney mehr neue Geschichten verticken kann, strich Disney einen Großteil des „Expanded Universe“ aus dem offiziellen „Star Wars“-Kanon. Zum Beispiel musste eine von Fans sehr beliebte Buch-Trilogie von Timothy Zahn, welche die Geschichten von Luke und Leia Skywalker, Han Solo und ihren Kindern weiterspinnt, dran glauben und ist nun nicht mehr Bestandteil der Fantasy-Welt.

Ist „Star Wars“ Sciencie-Fiction oder Fantasy?

Da kannst du auch gleich die Henne-Ei-Frage stellen. Ob „Star Wars“ in die Science-Fiction- oder in die Fantasy-Schublade gehört, ist ein fast so erbitterter Kampf wie der von Jedi gegen Sith. Die Fantasy-Vertreter verweisen darauf, dass jede Episode mit der Einleitung „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie“ beginnt und ganz offensichtlich keine Geschichte aus der Zukunft der Menschheit erzählt. Sci-Fi-Vertreter argumentieren, Raumschiffe, Überlichtgeschwindigkeit und Lichtschwerter seien Grund genug, „Star Wars“ das Science-Fiction-Label zu verpassen. Lucas selbst versteht seine Schöpfung als Mischung aus Western und Samurai-Film mit mythologischen Anleihen als Werk irgendwo zwischen den Genres.

Womit soll ich die verbleibenden Tage bis zum Start von Episode VII verbringen?

Womit man seine Zeit grundsätzlich verbringen sollte: Mit gesundem Essen, viel Wasser, viel Sex – und natürlich mit diesem „Star Wars“-Quiz.