An den Bildern von Obamas Ex-Fotograf ist irgendetwas sehr auffällig

Der ehemalige Fotograf des Weißen Hauses leistet eine erfrischend subtile Art des Widerstands. Er kommentiert Trumps Politik – mit Fotos von Obama.

Links Obama mit einem geflüchteten Mädchen, rechts Trump in einer seiner berühmten Posen. Collage © Gettyimages | Pete Souza

Pete Souza folgte Barack Obama durch alle Höhen und Tiefen seiner Amtszeit als 44. Präsident der USA. Er kümmerte sich unter anderem auch darum, dass Fotos aus dem Weißen Haus erstmals online einsehbar waren, indem er etwa eine Flickr-Seite erstellte. Seine Fotos teilte er auch mit seinen rund 850.000 Followern auf Instagram.

[Außerdem auf ze.tt: Solche lässigen Bilder aus dem Weißen Haus wird es die nächsten vier Jahre nicht geben]

Jetzt postet er dort als Zivilist, nicht mehr als Angestellter des Weißen Hauses. Und leistet eine ganz subtile Art des Widerstands gegen die Politik des neuen Präsidenten Donald Trump, wie Quartz auffiel. Es wirkt so, als beziehe sich fast jedes Bild, das Souza seit Ende Januar postet, auf aktuelle Kontroversen und fragwürdige Entscheidungen Trumps. Nur, dass Souza dabei eben nicht Trump zeigt, sondern Bilder aus Obamas Amtszeit.

Trump zetert ja regelmäßig über Geflüchtete. Als die Stimmung im Land wegen seines Einreiseverbots kochte, fanden Follower auf Souzas Account etwa das: ein Bild von Obama mit einem geflüchteten, muslimischen Mädchen in Malaysia.

Talking with a young refugee at a Dignity for Children Foundation classroom in 2015.

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Das folgende Foto postete Souza direkt nach den Meldungen über das Telefonat mit Malcolm Turnbull, dem australischen Premierminister, bei dem Trump den Hörer aufgeschmissen haben soll: Obama lacht mit dem australischen Staatschef.

Nachdem das Treffen von Trump mit dem mexikanischen Präsidenten Peña Nieto über Twitter gecancelt wurde, teilte Souza wieder ein Foto von Obama. Diesmal zu sehen: eine Runde Tequila mit dem mexikanischen Staatsoberhaupt.

Trumps Wunschkandidat für die Leitung des Supreme Courts ist zwar Neil Gorsuch, doch dieser kritisierte ihn für seinen Spruch über einen „sogenannten Richter“. Gorsuch empfand die Aussage als „demoralisierend und entmutigend“. Ganz anders damals Obama: Sein damaliger Vorschlag für den Supreme Court wurde selbst von den Republikanern mitgetragen. Souza untertitelt seinen Bildbeitrag dazu mit: „Merrick Garland. Ich sag’s ja nur.“

Merrick Garland. Just saying.

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Auch für seinen überwiegend männlichen Beraterstab wird Trump stark kritisiert. Nur vier seiner Nominierten für das Kabinett waren Frauen. Und nur drei Nominierte nicht weiß. Auch wir berichteten über die fatale Symbolik, wenn ausschließlich Männer über die Körper von Frauen entscheiden dürfen. Souza jedenfalls postete vor wenigen Tagen dieses Foto und schreibt dazu: „Ein Treffen mit Top-Beratern.“

Meeting with top advisors. This is a full-frame picture. I guess you'd say I was trying to make a point.

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Noch während des absurden Hin und Hers über die Größe der Menge bei der Amtseinführung Trumps, postete Souza dieses Bild. „Ich besuche bald Madison. Ich hoffe, dass nicht zu viel los sein wird.“

Will be visiting Madison soon. Hope it's not this crowded.

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Und nach der Geschichte in der New York Times, in der berichtet wurde, dass Trump eine Besprechung im Kabinett im Dunkeln führte, weil niemand den Lichtschalter fand, postete Souza dieses Foto:

Those damn lights ;)

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