Sponsored Post Was ist das?

Das war eins der bahnbrechendsten Konzerte der 90er

Vergiss Konzerte, die wie aus der Dose klingen. Als du noch Windeln getragen hast, ging es richtig ab. Im Buch „Das Jahr in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm“ wird Maggie unverhofft Zeugin eines der besten Konzerte der 90er. 

©Pixabay

Denn Maggie erbt zwei Nirvana-Tickets von ihrem verstorbenen Onkel und reist spontan mit ihrem neuen Lover nach Rom, um das legendäre Konzert mitzuerleben. Wie das dort genau war, könnt ihr hier sehen und lesen.

[Außerdem auf ze.tt: Warum wir 2017 nur noch das tun sollten, auf was wir wirklich Lust haben.]

Leseprobe

Die Band begann mit Radio Friendly Unit Shifter. In der dunklen, nach Schweiß riechenden Höhle des Palaghiaccio di Marino, unter Tausenden von Fremden, die mitsangen und sich an der Glut ihrer alten Zigarette eine neue anzündeten, fühlte Maggie sich schwerelos – befreit von allem, was sie einschränkte. Im Einklang mit der Musik wurde ihr Leben immer lauter, nahm eine deutlichere Gestalt an, offenbarte mehr Möglichkeiten.

Sie brauchte keine Drogen, um einen transzendenten Zustand zu erreichen. Sie brauchte kein Bier, keinen Whiskey, keinen Wein. Die Musik reichte ihr. Maggie hüpfte locker im Rhythmus mit, schloss die Augen, öffnete sie wieder und wischte sich mit dem Ärmel von Kevins Flanellhemd den Schweiß aus dem Gesicht.

Sie grölte und klatschte, bis sie heiser war, und selbst danach sang sie weiter, obwohl nur noch ein freudiges Gegurgel zu hören war. Bei Smells like Teen Spirit grinste sie Eoin an, dessen Augen in der rauchgeschwängerten Dunkelheit leuchteten. Er schloss sich dem spontanen Moshpit an, der sich in ihrer Reihe formiert hatte und im Laufe des Songs immer aggressiver und körperbetonter tanzte. Sie wurden angerempelt und geschubst, stolperten und fielen auf den klebrigen Boden zwischen den Sitzen. Fremde halfen ihnen wieder auf die Beine.

Und die ganze Zeit über sang Kurt Cobain sich heiser. Zwischen den Liedern scherzte er mit dem Publikum, spottete ein bisschen über sie, über sich selbst, über alles. Erbarmungslos zeigte der Großbildschirm sein in Pixel zerlegtes Gesicht: Er sah ausgezehrt, gequält, vollkommen fertig aus. Vor zwei Tagen hatte er seinen siebenundzwanzigsten Geburtstag.

Die Band spielte dreiundzwanzig Songs, bevor sie noch mal alles aus ihren Instrumenten herausholte, ihre Energie den Gipfel erreichte und dort verharrte, ohrenbetäubend, länger und immer länger, bis Maggie sich an die Ohren fasste und prüfte, ob sie bluteten.

Es war nur Schweiß.

Zum Buch geht es hier 👜