Sponsored Post Was ist das?

FH oder Uni: Was passt zu mir?

Was ist der Unterschied zwischen Fachhochschulen (FH) und Universitäten? So richtig klar ist das vielen nicht, man entscheidet meist intuitiv, wo man studieren will. Nach diesem Artikel nicht mehr.

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Seit dem Bologna-Prozess, der europaweit das Studium vereinheitlicht hat und in Deutschland unter anderem zu einer Umstellung von Diplom und Magister auf Bachelor und Master führte, sind die Unterschiede zwischen Universitäten und Fachhochschulen kleiner geworden: man verlässt jede Hochschule mit einem Bachelor oder einem Master. Auch namentlich nähern sich beide Einrichtungen an, Fachhochschulen heißen heute Hochschulen für angewandte Wissenschaften und wollen sich damit von der hartnäckigen, aber falschen Annahme lossagen, dass dort nicht wissenschaftlich gearbeitet wird.

Trotzdem gibt es einige Unterschiede zwischen FH und Uni, die die Entscheidung, wo man studieren möchte, vor allem zu einer Frage der Persönlichkeit machen.

Zugangsvoraussetzungen

Uni: Um ein Bachelorstudium an einer Universität zu beginnen, braucht man Abitur. Allerdings hat man auch die Möglichkeit durch eine qualifizierte Ausbildung, auch bekannt als Meister, ohne Abitur zu studieren. Welche Anforderungen genau zu erfüllen sind, unterscheidet sich je nach Bundesland.

FH: Fachhochschulen setzen, wie es der Name verrät, lediglich Fachabitur voraus. Auch hier kann der fehlende Abschluss durch eine Berufsausbildung ausgeglichen werden.

Beide Institutionen bieten Studiengänge mit und ohne Zulassungsbeschränkung an: Für manche Fächer benötigt man einen bestimmten Abiturschnitt (NC), oder Wartesemester. Was genau gefordert wird, unterscheidet sich je nach Hochschule. Zu einem Masterstudium berechtigt allerdings ausschließlich ein Bachelorabschluss.

Schwerpunkte

Uni: Seit der Umstellung auf Bachelor und Master ist die Ausbildung an Universitäten stärker praxisbezogen. Trotzdem haben sie weiterhin den Bildungsauftrag den Fortbestand der Forschung zu sichern und angehende Wissenschaftler*innen auszubilden. Vor allem wissenschaftliches Arbeiten wird hier gefordert: neugierig sein, Fragen stellen, nach Lösungen suchen.

FH: Durch die neue Bezeichnung Hochschule für angewandte Wissenschaften wird schnell klar, dass es hier vor allem um anwendungsorientiertes Lernen geht. Zwar wird an FHs genauso geforscht, wie auch an Universitäten, doch der Fokus liegt nach wie vor auf der Anwendung des Wissens, was vor allem beim Berufseinstieg von großem Nutzen sein kann.

Strukturen

Uni: An Unis hat man viele Freiheiten: Den Stundenplan erstellt man selbst, Anwesenheitspflicht gibt es nicht immer. Damit geht aber auch viel Eigenverantwortung einher. Anders geht es meist auch nicht: Gerade in beliebten Studiengängen sind Vorlesungen mit 400 Student*innen keine Seltenheit. Wer gerne selbstständig arbeitet, ist an einer Uni auf jeden Fall gut aufgehoben. Und zur Beruhigung: Auch an Unis gibt es mit Studienberatung und Tutor*innen genügend Menschen, die dir zur Seite stehen.

FH: Fachhochschulen kommen vor allem denjenigen entgegen, die sich gerne innerhalb fester Strukturen bewegen. Vieles ist vorgegeben, es wird mehr danach geschaut, was einzelne Studierende machen. Dozent*innen haben durchschnittlich weniger Student*innen zu betreuen als an Unis, deswegen fällt die Betreuung hier oft intensiver aus. Auch die Kursgröße ist deutlich kleiner als an Unis. Du hast gerne einen festen Plan? Dann sind Fachhochschulen wahrscheinlich genau das Richtige.

Lehre

Uni: Gute Mischung: Durch den Fokus auf die Forschung sitzt man regelmäßig in Kursen von Dozent*innen, die wahre Koryphäen in ihrem Fach sind. Außerdem locken die Exzellenzinitiativen vieler Unis regelmäßig spannende Gäste an. Gleichzeitig beschäftigen Unis aber auch viele junge Doktorand*innen, die neben ihrer Forschung lehren und neue Perspektiven in bestehende Forschungsfelder bringen.

FH: Bevor jemand an einer Fachhochschule Dozent*in wird, muss er*sie fünf Jahre Berufserfahrung vorweisen, drei davon außerhalb von Forschungseinrichtungen. Dadurch lehren viele Dozent*innen, die wissen, welche Anforderungen der freie Markt mit sich bringt und die wertvolle Kontakte innerhalb der Branchen haben.

Nach dem Bachelor an die Uni?

Mit einem Bachelorabschluss – egal wo – ist man berechtigt sowohl an der FH als auch an der Uni einen Masterabschluss zu machen. Wer jedoch promovieren, also seine Doktorarbeit schreiben möchte, kann dies meist nur an Universitäten tun. Vereinzelte FHs haben bereits das Promotionsrecht, allerdings nur in sogenannten forschungsstarken Studiengängen.

Perspektive

Uni: Ein Universitätsabschluss bescheinigt, dass man in der Lage ist eigenständig, wissenschaftlich zu arbeiten. Etwas, das viele Arbeitgeber gerne sehen. Zusätzlich gibt es gewisse Berufsgruppen, die einen Uniabschluss voraussetzen, wie Lehrer oder Juristen, die ihre Staatsexamen ablegen müssen. Wer in der Forschung arbeiten möchte, hat durch das Studium neben dem Fachwissen auch das Handwerkszeug, um dies erfolgreich tun zu können.

FH: Das Praxiswissen der FHs kommt einem in vielen Berufen zugute. Man weiß nicht nur in der Theorie, wie etwas funktioniert oder gemacht wird, sondern auch wie man sie anwendet. Auch Arbeitgeber wissen inzwischen, dass hochqualifizierte Bewerber nicht nur von Universitäten kommen können. Im Einzelfall lohnt es sich aber immer sich vorher zu informieren, wenn man bereits einen bestimmten Arbeitgeber im Kopf hat: Manche setzen Universitätsabschlüsse voraus.

Was erwarte ich von meinem Studium? Was ist mir wichtig? Diese Fragen hat sich auch Thys gestellt, der nach einigen Semestern an einer Universität enttäuscht sein Studium abbrach, um ein neues an einer Fachhochschule zu beginnen. Für ihn war das genau der richtige Schritt. Vor allem die sozialen Kompetenzen, die man an der Hochschule Harz durch Projekte in Kleingruppen sammelt sowie das praxisnahe Lernen sind für ihn wertvoll: „Hier in Wernigerode dürfen wir in der echten Welt das Ganze ausprobieren.“

Für Thys liegen die Vorteile einer Fachhochschule klar auf der Hand: Kleine Gruppen, mehr Praxisbezug und ein persönliches Verhältnis zu Kommiliton*innen und Dozent*innen. Er weiß, dass er, wenn er sein Studium abschließt, nicht nur sehr viel gelernt haben wird, sondern auch wissen wird, wie und wo er dieses Wissen anwendet.

Aber so wie Thys seine Entscheidung für eine FH getroffen hat, so muss jede*r diese Entscheidung für sich persönlich treffen. Klar sollte auf jeden Fall sein, dass nicht nur der eigene Schulabschluss entscheidend ist, wo man studiert, sondern vor allem was für eine Persönlichkeit man bereits ist oder werden will. Finde heraus, welche Studienform dich wirklich weiterbringt.

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