Sponsored Post Was ist das?

Kann man einem schweren Schicksal entkommen?

Im Nachfolgeband von Zorn und Morgenröte – Rache und Rosenblüte – beschattet die Liebe von Shahrzad und Chaled ein schweres Schicksal: Der Kalif steht unter einem Fluch, jeden Tag eine Unschuldige töten zu müssen, sonst stirbt er selbst.

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Sharzad versucht alles, damit ihr Mann dem Tod entkommen kann. Sie muss Menschen verraten, schweigen, lügen, sogar Krieg bricht aus – das alles ist nötig um den König und das ganze Volk von dem Fluch zu befreien. Sie kämpft mit aller Macht und eisernem Willen dafür das Unmögliche zu schaffen.

Können sie so dem schweren Schicksal entkommen?

Leseprobe

Artan schnaubte. „Ich nehme an, dies ist der verfluchte Ehemann?“ Er lachte in sich hinein. Hat dieser Narr nicht ein Wort von dem verstanden, was ich über Chalids Temperament gesagt habe? Bevor Shahrzad etwas einwenden konnte, sprang Artan über den Schwanz der Schlange auf den Sand.

„Du bist tatsächlich so humorlos, wie sie hat durchblicken lassen“, fuhr er fort und sah Chalid von der Seite an. „Aber es gibt wenig, was ich dagegen tun kann.“

Die zweite Beleidigung.

„Soll ich dich Chalid nennen?“, drang er weiter. „Denn du bist ja nicht wirklich mein König. Auf keinen Fall. Ich bin Artan Temujin, und – nach viel Überzeugungsarbeit – ich bin gekommen, um dich von deinem Schicksal zu heilen. Aber nur, nachdem deine Frau mich darum gebeten hat. Auf den Knien, natürlich.“ Er kicherte. „Ich mag sie so viel lieber, wenn sie um Gnade winselt.“

Es war nicht der Schwall von Spötteleien, der eine Reaktion entfachte. Es war der Anblick von Artans verbrannten Unterarmen, der sich auf Chalids Gesicht abzeichnete. Shahrzad zuckte zusammen, als sie es sah. Nur jemand, der Chalid sehr gut kannte, hätte es bemerkt. Dieses winzige Zucken unter einem Auge. Es erschien und verschwand in einem Augenblick des Wiedererkennens. Einem Augenblick des Begreifen. Oh Gott.

Dann machte Artan den bedauerlichen Fehler, Chalid zuzuzwinkern. Und ihm auf die Schulter zu klopfen. Die endgültige Beleidigung. Der Shamshir zischte durch die Dunkelheit auf Artans Kehle zu … Und stoppte um Haaresbreite vor seinem Ziel. Artan, der die ganze Zeit gelächelt hatte, hielt beide Hände neben sein Gesicht, als ob er aufgeben wollte. Dann entzündeten sich beide Handflächen plötzlich zu Flammen.

„Ich gebe zu, dass ich versucht habe, dich zu provozieren“, sagte Artan ohne ein Anzeichen von Angst. „Das ist eine Lieblingsbeschäftigung von mir. Shahrzad hat mir gesagt, dass du leicht zu reizen bist. Aber die Dinge haben sich etwas schneller entwickelt, als ich beabsichtigt hatte. Warum sind wir nicht …?“

„Warst du derjenige, der sie verbrannt hat?“ Obwohl ein Schweißtropfen seinen Nacken hinunterlief, zuckte Chalid nicht von den wirbelnden Feuerkugeln zurück.

Artans Augen weiteten sich. Anders als Chalid war er nicht in der Lage, seine Reaktion zu verbergen. Schuldgefühle überzogen sein Gesicht, und sein kahler Kopf errötete. „Nun, eh …“
„Schluss jetzt, ihr beiden!“ Shahrzad packte Artan hinten am Hemd und zog ihn von Chalid weg. „Was macht ihr?“ Einen Augenblick lang war sie nahe daran, Artan direkt auf die Nase zu schlagen. „Bist du total verrückt?“ Dann wirbelte sie zu Chalid herum. „Und du bist den ganzen Abend nichts als abscheulich gewesen. Erst zu Musa-effendi, und jetzt zu Artan. Sie versuchen uns zu helfen, Chalid!“

Trotz ihrer Zurechtweisung blieb der Shamshir gezückt. Und die Feuerkugeln drehten sich weiter. „Legt eure Waffen ab, ihr elenden Barbaren!“, beharrte Shahrzad. „Genau deshalb wäre die Welt viel besser in den Händen von Frauen.“

„Mit viel besser meinst du viel langweiliger.“ Artan grinste wieder, obwohl er seine Feuerbälle löschte. „Würdest du nicht zustimmen, oh König der Könige?“ Chalid senkte sein Schwert, hielt aber den eisigen Blick starr auf Artan gerichtet.

„Hmm.“ Artan hielt nachdenklich inne. „Wäre da nicht unser kurzer, aber bezaubernder Austausch, würde ich fast befürchten, du hättest einen Stummen geheiratet, meine liebe kleine Schnepfe. Ich würde es ja verstehen, angesichts der Tatsache, wie viel du sprichst, aber ich muss sagen, ich bin ein wenig erstaunt.“

„Er ist nicht stumm“, sagte Shahrzad. „Er erträgt nur einfach keine Narren.“ „Deshalb hat er ja in deiner Gegenwart nur sehr wenig zu sagen.“ Artan zwinkerte, legte ihr einen Arm um die Schultern und zog sie an sich. Shahrzad legte ihm eine Hand quer über das Gesicht und schob ihn zurück. „Er spricht, wenn seine Gesellschaft es verdient, du Dummkopf.“

„Wie überlebt er dann bloß, wo er doch die ganze Zeit von solchen Narren umgeben ist?“ „Immer nur ein Stich auf einmal“, sagte Chalid ruhig und schob sein Schwert zurück in die Scheide. Daraufhin warf Artan den Kopf in den Nacken und lachte. „Oh, ich mag ihn, kleine Schnepfe. Er sagt nicht viel, aber er spricht die Wahrheit. Er kann bleiben.“

„Bleiben?“, sagte Shahrzad. „Ich dachte, wir sollten deine Tante treffen?“

„Tun wir ja, tun wir ja!“ Artan zupfte an einem seiner Ohrringe. „Es ist nur so, dass Shesha im Augenblick … nur wenig hilfreich ist.“ Er drehte sich auf den Sand und erreichte eine höhere Ebene. Dann warf er ihnen zwei pelzbesetzte Roben zu. „Ihr müsst sie irgendwie an diesem winzigen Teppich befestigen, ihr werdet sie brauchen.“

Shahrzad beäugte die dicken Fellbündel zu ihren Füßen. „Artan, wohin gehen wir?“ Aus ihrer Stimme sickerte Misstrauen.

„Zu einer verborgenen Festung.“ Er zuckte mit den Augenbrauen. „In einen Berg gehauen.“

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