Sponsored Post Was ist das?

Wie würdest du dich fühlen, wenn du deinen Partner nicht selbst wählen dürftest?

Arrangierte Ehen – für viele ist das eine absolute Horror-Vorstellung. Dabei werden laut Womankind noch immer 60% aller Hochzeiten weltweit arrangiert. Wie würdest du dich fühlen, wenn du deinen Partner nicht frei wählen dürftest?

©Pixabay

Wahrscheinlich wie Seren. Sie ist die Protagonistin im Buch „Wir zwei in fremden Galaxien“ das auf dem fiktiven Planeten Ventura spielt. Das Leben dort, folgt strengen Regeln. Wie sich Seren fühlt, als sie erfährt, wen sie heiraten soll, könnt ihr hier nachlesen:

Leseprobe aus: „Wir zwei in fremden Galaxien“

„Und deshalb werdet ihr heute erfahren, welcher eurer Klassenkameraden euer zukünftiger Lebenspartner wird.

Das Zuchtprogramm ist ein zentraler Grundpfeiler dieser Mission, und wir wissen, ihr werdet eure Rolle mit Stolz und Freude erfüllen, genau wie eure Eltern und Großeltern vor euch. Daher ist es mir eine Ehre, nun ohne weitere Umschweife die Abschlussklasse des Missionsjahres 84 aufzurufen.«

Alle um mich herum klatschen, aber ich würde mich am liebsten übergeben. Pan greift umständlich an Dad vorbei und drückt meine Hand, während er meine Schulter zerquetscht und lächelt – lächelt, meine Güte –, als könnte das hier eine positive Wendung nehmen. Der Typ hat echt keine Ahnung. Als ich wieder hinhöre, hat Captain Kat ausnahmsweise mal etwas halbwegs Interessantes zu berichten. »Bevor ich die jeweiligen Lebenspartnerschaften verkünde, habe ich noch eine weitere Neuigkeit für euch. Einer der diesjährigen Absolventen wurde für einen ganz besonderen Lebensweg auserwählt, und es ist mir eine große Freude, euch mitteilen zu dürfen, dass kein Geringerer als mein Sohn, Jonah Lomax, seine Berufung als Priester gefunden hat. Wir sind sehr stolz und überglücklich.«

Sie klatscht enthusiastisch in die Hände und hat tatsächlich Tränen in den Augenwinkeln, perfekt positioniert, während Jonah aufsteht und wir anderen mit offenem Mund zusehen und denken: Wie krass ist das denn? Ich meine, diese Frau kennt echt keine Grenzen. Es kommt zwar nicht aus heiterem Himmel, weil er sich schon immer für so was interessiert hat, aber das ist eine echt bequeme Lösung für den unglücklichen Zufall, dass sich vor siebzehn Jahren eine Eizelle falsch geteilt hat. Ich sehe, wie Jonah mit benommenem Ausdruck die Bühne betritt und Pastor Seth ihm die lilafarbene Schärpe um den Hals legt, und ich bin mir nicht mal sicher, ob er mir leidtut oder ob ich ihn beneide, weil er gerade einen echten Ausweg aus diesem Schlamassel gefunden hat.

Jedenfalls bleibt mir keine Gelegenheit, darüber nachzudenken, denn Captain Kat ist mal wieder voll in ihrem Element, während sie bei gedimmtem Licht die neuen Lebenspartnerschaften verkündet. Auf der Leinwand erscheinen unsere Gesichter, begleitet von allgemeinem Jubel und Applaus. Okay, die gute Nachricht ist die, ich muss mich wenigstens nicht mit Arthur herumschlagen (das muss Phoebe), und Erica bekommt Nico (oh Mann, der ist echt der Schlimmste). Emme ist als Nächste dran, und unsere Blicke begegnen sich quer durch den Raum.

Sie sitzt neben ihrer Mutter, ihrem Vater und ihrer Großmutter, die alle so aussehen, als würden sie vor Spannung platzen, und dann erscheint ihr Bild auf dem Display. Sie sieht echt hübsch aus, obwohl sie wusste, wofür das Foto sein soll, und man ihr die Panik leicht ansieht. Vor lauter Aufregung kann ich mir das Bild, das neben ihrem erscheint, kaum ansehen … aber es ist Leon Witney, und es hätte echt schlimmer kommen können. Ich meine, er ist zwar irgendwie seltsam und stottert, ein ziemlicher Langweiler, trotzdem schenke ich Emme ein Lächeln und hebe meinen Daumen, denn ich meine, hallo, es hätte auch Ezra sein können, und das wäre echt der Super- GAU, egal was sie sich da einredet.

Aber, genau, ihr seid mir wahrscheinlich um Lichtjahre voraus und könnt euch schon denken, welches Foto neben meinem erscheint. Vorher sind noch ein paar andere an der Reihe, aber … jep, richtig geraten. Ich sehe mein Gesicht, total genervt und weiß wie die Wand, und daneben Ezras nervige Visage. Ezra Lomax. Mein Lebenspartner. Der Vater meiner ungeborenen Kinder. Und als seine Mutter den Bund verliest, hat sie auch noch den Nerv, überrascht die Augenbrauen hochzuziehen. Dann sieht sie ihn an, ihren widerlichen Sprössling, vorn in der ersten Reihe, und Ezra wirft einen Blick über seine Schulter, sodass ihm die blonden Haare ins Gesicht fallen, wie in Slow Motion, und unsere Blicke begegnen sich flüchtig, bevor wir beide nach vorn gehen.

Wir müssen tatsächlich aufstehen und unsere Beine bewegen, um uns die Zeugnisse abzuholen, und natürlich bekomme ich das alles mit, aber ich habe das Gefühl, es passiert gar nicht mir, sondern jemand anderem. Aber dann stehe ich plötzlich neben ihm, IHM, und die Hitze seines Arms vermischt sich mit der Hitze meines Arms, sodass ich ihn hastig zurückziehe, und über dem Lärm der Menge (die ich vor lauter Panik nicht mal sehe) höre ich, wie er – was?! – leise summt. Er summt. Keine Melodie oder so, nur einen Ton, einen langen, flachen Ton, wie eine wütende Biene. Hier ein paar Stichworte zu Ezra Lomax: arrogant, tyrannisch, selbstverliebt.

Und wie ich hier so stehe, wird mir bewusst, dass ich es schon immer geahnt habe. Nicht im positiven Sinne, ich habe eher geahnt, dass mein Leben nichts Gutes bringen würde.

Hinterher stehen wir beide zusammen, und die Unterhaltung verläuft ungefähr so:

Er: Also …

Ich: Also …

Er: Ist schon irgendwie, ähm …

Ich: Jep.

Er: Keine Ahnung, also …

Ich: Was?

Er (die Hände in die Taschen geschoben, weil er nichts damit

anzufangen weiß): Keine Ahnung, ich meine …

Ich: Was?

Er (lachend): Mann, was weiß ich?

Ihr Leben scheint gelaufen. Was wird Seren tun, um trotzdem ein erfülltes Leben zu haben? Kann sie ihrem Schicksal entkommen? Die Geschichte dieser jungen Frau und den Kampf um ihre Freiheit in einer von Regeln dominierten Welt, könnt ihr hier nachlesen: