Außerirdische: Forscher erhalten Signale von einer Welt, die 95 Lichtjahre entfernt ist

Alien-Fans sind aus dem Häuschen: Forscher untersuchen ein Signal, das von einer superintelligenten Spezies stammen könnte.

Pixabay

Aus der Richtung des 95 Lichtjahre entfernten Sterns HD 164595 kommt ein überraschend starkes Signal. Pixabay

Stern HD 164595 liegt rund 95 Lichtjahre von uns entfernt. Er ist 6,3 Milliarden Jahre alt (unsere Sonne hat 4,57 Milliarden Jahre auf dem glühendheißen Buckel), Wissenschaftler*innen haben bisher einen Planeten entdeckt, der den Stern umkreist. Der Planet ist etwa so groß wie Neptun – und er rast mit hoher Geschwindigkeit um den Stern: Für die Umrundung braucht er 40 Erdentage.

HD164595 wäre ein Stern wie Millionen andere in unserer Milchstraße auch und keiner genaueren Betrachtung wert, käme aus seiner Richtung nicht ein überraschend starkes Signal.

„Sicher eine Untersuchung wert“

Vor einem Jahr hatten russische Forscher*innen in Selentschukskaja bereits das Signal empfangen – mit dem RATAN-600, dem größten Radioteleskop der Welt. Doch erst vor ein paar Tagen machte der Blogger und Autor Paul Gilster die Entdeckung in seinem Blog publik. „Niemand behauptet, dass es sich dabei um das Werk einer außerirdischen Zivilisation handelt“, schreibt Gilster, „aber es ist sicherlich eine weitere Untersuchung wert.“

[Außerdem auf ze.tt: Nein, das sind keine Aliens. Es sind nasse Hunde.]

Eric Korpela von der Berkeley-Uni in Kalifornien hält das Signal für unbedeutend, wie er in einem Forum schreibt. Der Forscher war maßgeblich am Aufbau des Projekts SETI@home beteiligt, das sich auf die Suche nach extraterrestrischen Leben begibt. „Natürlich hat SETI@home Millionen solcher potentiellen Signale mit ähnlichen Charakteristiken gesehen.“ Es gebe nichts, dass das Signal von anderen unterscheiden würde, es könne genau so gut von einem Satelliten stammen.

Zwei Alien-Forscher erkunden das Signal zurzeit dennoch ausführlicher: der russische Wissenschaftler Nikolai Bursov, der das Signal entdeckte, sowie der italienische Mathematiker Claudio Maccone. Maccone ist in Alien-Jäger-Kreisen bekannt: 2002 erhielt er einen Preis für seine Idee, auf der Rückseite des Mondes ein Radioteleskop zu installieren, um nach Anzeichen außerirdischen Lebens zu suchen.

Die Absender des Signals wären uns überlegen

Nikolai Bursov gibt zu Bedenken, dass es sich beim dem Signal auch um ein terrestrisches handeln könnte. Sollten aber wirklich Aliens das Signal abgeschickt haben, dann sind sie uns womöglich technologisch haushoch überlegen. „Wenn es sich dabei um einen schmalen Strahl handelt, der auf unser Sonnensystem gerichtet ist, würde es die Energie brauchen, die einer Kardaschow-Typ-1-Zivilisation zur Verfügung steht“, schreibt Paul Gilster in seinem Blog.

Auf der Kardaschow-Skala bezeichnet Typ 1 eine Gesellschaft, die technologisch dazu in der Lage ist, die gesamte Energie eines Planeten zu bündeln. Die Menschheit hat auf dieser selbst geschaffenen Skala nicht mal Typ 1 erreicht. Ein bisschen Alien-Nachhilfe könnte uns also nicht schaden.

 

Hinweis: Der Artikel wurde nachträglich um den Hinweis ergänzt, dass mit Eric Korpela ein namhafter Forscher aus dem SETI-Umfeld dem Signal keine große Bedeutung beimisst.