Bei Ryanair sind bald keine Rollkoffer mehr an Bord erlaubt

Der Rollkoffer ist zum Symbol für Kurztrips geworden. Ryanair will sie aber ab November aus der Kabine verbannen.

Es hat sich ausgerollt an Bord. Quelle: Pixabay / CC0

Nach Rom für 49,99 Euro, nach Paris für 29,99 Euro: Das Reisen mit Billig-Fliegern kann günstig sein. Kosten entstehen meist erst, wenn die Reisenden größere Gepäckstücke aufgeben wollen. Deshalb hat sich mittlerweile eine wahre Rollkoffer-Kultur entwickelt. Abgestimmt auf die an Bord zulässigen Gepäckgrößen, sind die Vielflieger*innen geübt im Reisen mit leichtem Gepäck.

Auch bei Ryanair galt bisher, dass zwei Gepäckstücke im Flugzeug kostenlos mitreisen dürfen: ein größeres und ein kleineres. Doch wer öfter mit dieser und vergleichbaren Airlines unterwegs ist, musste wahrscheinlich schon in der Vergangenheit mal sein Köfferchen abgeben. Denn oft reichen die Kapazitäten in der Kabine nicht für all das Handgepäck aus.

Neue Bestimmungen ab 1. November

Ryanair erneuerte deshalb seine Regelungen komplett. „Da zu viele Passagiere von Ryanairs verbesserten Handgepäck-Bestimmungen mit zwei kostenlosen Handgepäckstücken Gebrauch machen und aufgrund der hohen Auslastung (97 Prozent im August) gibt es nicht genug Platz für diese Menge an Handgepäck in den Gepäckablagefächern über den Sitzen, was zu Boarding- und Flugverspätungen führt“, schreibt die Fluggesellschaft auf ihrer Website.

Vom 1. November 2017 an darf jede*r Passagier*in nur noch ein kleines Handgepäckstück mit an Bord nehmen. Das zweite, größere Rollgepäckstück wird kostenlos im Frachtraum transportiert und muss am Gate aufgegeben werden. Nur Passagier*innen mit Priority Boarding dürfen den Trolley mit in die Kabine nehmen.

[Außerdem auf ze.tt: Wenn du diesen Mann am Flughafen findest, bekommst du sein Erste-Klasse-Ticket]

Um noch mehr Kund*innen dazu zu bewegen, mit weniger Handgepäck zu reisen, erhöht die Airline zudem das zulässige Gewicht für Aufgabegepäck von 15 Kilogramm auf 20 Kilogramm und senkt den Preis dafür um 10 Euro; von 35 Euro auf 25 Euro.

Ryanair selbst feiert die Neuerung natürlich. So lässt Kenny Jacobs, Chief Marketing Officer von Ryanair, verlauten: „Wir hoffen, dass sich unsere Kunden über die Ersparnisse aus diesen neuen, vereinfachten Gepäckbestimmungen freuen werden.“ Dass die neue Regelung mehr Wartezeit am Gepäckband bedeutet und auch mehr Kofferverluste nach sich ziehen kann, thematisiert die Fluggesellschaft nicht. Vielleicht ist das aber auch ein Grund mehr, öfter anders zu reisen? Zugfahren ist sowieso viel umweltfreundlicher.