Blut-Brunnen-Protest: Schweizerinnen wehren sich gegen zu teure Tampons

Weil sie die hohe Mehrwertsteuer auf Tampons und andere Hygieneartikel ungerecht und den Umgang mit der Periode verklemmt finden, protestierten Feministinnen in der Schweiz mit einer krassen Aktion.

Menstruations-Protest

Mit roter Lebensmittelfarbe protestierten Aktivistinnen in Zürich für einen besseren, entspannteren Umgang mit der weiblichen Periode © Instagram.com/ronavelia

Über 400 Mal menstruiert eine Frau durchschnittlich in ihrem Leben. Ein natürlicher, normaler Vorgang. Trotzdem gilt die weibliche Periode als eklig. Und die Produkte, die sie „unsichtbar“ machen sollen, sind außerdem verhältnismäßig teuer.

Schweizer Feministinnen reichte es jetzt: „Für einen offenen Umgang mit dem Thema der Menstruation und um unseren Forderungen nach einer selbstbestimmten Sexualität Ausdruck und Gehör zu verschaffen, haben wir in Zürich ein Zeichen gesetzt“, schreibt die Gruppe Aktivistin.ch in einer Erklärung auf ihrer Website.

Und so sieht dieses Zeichen aus:

Die Schweizerinnen haben in Zürich zahlreiche Brunnen mit Lebensmittelfarbe rot gefärbt. Unter dem Hashtag #happytobleed, der international schon länger auf das Thema aufmerksam macht, finden sich auf Twitter und Instagram Fotos des Protests:

#happytobleed #zurich #aktivistinch

A photo posted by Rona (@ronavelia) on

Mit den blutigen Brunnen wollen die Aktivistinnen einerseits auf die höheren Preise für weibliche Kosmetikprodukte aufmerksam machen: „Die Mehrwertsteuer bei Tampons und anderen Artikeln, die Frau* während ihrer Menstruation braucht, ist aus für uns nicht erklärbaren Gründen bei 8% angesetzt und nicht wie bei anderen Produkten des alltäglichen Verbrauchs bei 2.5%“, heißt es.

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Zum anderen soll Frauen auch Mut gemacht werden, offener und gelassener mit ihrem eigenen Körper umgehen zu können. Denn die gesellschaftlichen Forderungen an Frauen seien ebenso klar wie überzogen. Eine davon lautet: „Seid rein und stört uns nicht mit eurem Geblute.“

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Die Wasserversorgung Zürich findet die Aktion laut 20min.ch allerdings eher so semi-gut. Sprecher Hans Gonella sagte, es wäre irritierend, dass die Brunnen für Propagandazwecke missbraucht würden. Die Reinigung gestalte sich bisher jedoch unkompliziert.