Bodyshaming: Warum es nicht schlimm, sondern gesund ist, Ausfluss im Slip zu haben

Bei der #PantyChallenge zeigen zumeist weibliche Teilnehmer*innen die Innenseite ihres Schlüppis. Gewonnen hat, bei wem er sauber ist. Das ist falsch und ungesund. Stattdessen sollten wir uns lieber über Flecken im Höschen freuen.

themikecaltashow/pantychallenge/Instagram

Wer keinen Ausfluss im Slip hat, sollte zum Arzt gehen. themikecaltashow/pantychallenge/Instagram

Eigentlich müsste die Menschheit langsam durch sein mit dem leidigen Thema Bodyshaming. Immerhin war jedes Körperteil schon einmal betroffen, für jede Region des Körpers gelten bestimmte Normen, die Blödsinn sind.

[Außerdem auf ze.tt: Bodyshaming: Männer bekommen öfter Oralsex als Frauen, weil die Vagina verpönt ist]

Aber nein, nun bahnt sich ein neuer Trend auf Snapchat, Instagram und Co an: die #PantyChallenge. Die meist weiblichen Teilnehmer*innen des Wettbewerbs posten Bilder von der Innenseite ihrer getragenen Unterhöschen. Die sollen im besten Fall wie ungetragene Unterwäsche aussehen, es dürfen möglichst keine Spuren von Ausfluss sichtbar sein. Dann ist die Challenge gewonnen.

@boobiecar takes the #pantychallenge #TheMikeCaltaShow

A photo posted by TheMikeCaltaShow (@themikecaltashow) on

[Außerdem bei ze.tt: So schlank wie ein Blatt Papier? #A4waist ist nicht cool!]

Dieser Trend ist Schwachsinn. Denn er vermittelt zwei falsche Bilder. Erstens: dass eine Frau idealerweise einen sauberen Schlüpper habe. Zweitens: dass sie, wenn dem nicht so ist, eklig sei und sich gefälligst schämen solle.

Ausfluss ist eine ziemlich geniale Erfindung

Dass der Ausfluss eine ziemlich geniale Erfindung des Körpers ist, wird dabei außer Acht gelassen. Das Sekret landet zum ersten Mal in der Pubertät im Höschen und von da an eigentlich jeden Tag, bis zu den Wechseljahren. Mal mehr, mal weniger. Mal klar, mal milchig, mal bräunlich. Mal klebrig, mal wässrig, mal stückig. Wie der Ausfluss aussieht, wird bestimmt von Faktoren wie Hormonen, Stress, Ernährung. Und ja, er riecht auch. Säuerlich, weil viele Milchsäurebakterien darin sind, die Krankheitserreger und lästige Pilze fern halten. Außerdem werden mit dem Ausfluss alte Zellen der Gebärmutter, die der Körper nicht mehr braucht, herausgespült.

Mit anderen Worten: Wer Ausfluss in seinem Höschen findet, darf sich freuen. Denn es zeigt, dass untenrum alles gesund ist und funktioniert. Wessen Slip jeden Tag so trocken ist, dass die #PantyChallenge gewonnen ist, sollte das beobachten und zum Arzt gehen.

[Außerdem bei ze.tt: „Iss mal was!“ – Bodyshaming ist auch bei Dünnen beschissen]

Nix da, Schambereich!

Dass der Schambereich (das Wort!) von Frauen als eklig dargestellt wird, ist leider nichts Neues. Dass Vaginen hässlich schrumpelig sind und nach Fisch riechen, hat wohl jede*r schon einmal gehört. Dabei gibt es genau dagegen so schöne Bewegungen, bei der Frauen zu sich und ihrer Natürlichkeit stehen, den tabuisierten Ekel aufbrechen. Zum Beispiel wurde die Menstruation von verschiedenen Künstler*innen und Schreiber*innen thematisiert. Und das Aussehen der Vagina gefeiert, genau wie ihre Behaarung. Die #PantyChallenge ist ein Schritt zurück in die falsche Richtung und absolut nicht mehr zeitgemäß.

#pantychallenge

A photo posted by Panty Challenge (@pantychallenge) on

Glücklicherweise gibt es zu der #PantyChallenge auch schon viele Posts, die sie ad absurdum führen. Und eben aufzeigen, wie albern sie ist. Somit kann man etwas Positives aus ihr ziehen: Dass auch über das Thema Ausfluss geredet wird und thematisiert wird, dass er normal ist. Am coolsten wär’s, alle wären stolz darauf, dass alles so (aus)läuft, wie es soll. Und denken: Fuck yeah, Ausfluss.