Brexit: Brite blecht mehr als 39.000 Pfund für ein politisches Statement

Du posaunst deine politischen Ansichten per Social Media in die Welt? Kinderkram! Der Brite Laurence Taylor hat eine öffentlichkeitswirksamere Methode gewählt, um seine Meinung zu sagen.

Screenshot: Jamie Osman/Twitter

Laurence Taylor hat eine einseitige Anzeige in einer Zeitung gebucht, um seine Meinung zum Brexit kund zu tun. Screenshot: Jamie Osman/Twitter

Um ein Statement auf die Laurence-Taylor-Tour in die Welt zu setzen, brauchst du keinen Facebook-Account, kein Twitter-Konto, kein Youtube-Profil, ja nicht mal ein Smartphone. Du brauchst allerdings Geld. Viel davon. Der Brite Taylor hat etwa 39.00 Pfund (rund 51.000 Euro) ausgegeben, um in einer Zeitung eine Seite mit seiner Meinung zum Brexit zu füllen.

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Auf der Anzeige, die Taylor in der kostenlosen Tageszeitung Metro schaltete, ist ein Tortendiagramm zu sehen. Es zeigt die Bevölkerung Großbritanniens (64,6 Millionen Menschen) im Vergleich zur verschwindend geringen Zahl der Migrant*innen, die jährlich ins Vereinigte Königreich einwandern (330.000 Menschen). Darunter fragt Taylor in dicken Buchstaben: „Warum können wir einen Bevölkerungsanstieg von 0,5% im Jahr nicht bewältigen? Zu viele Migranten oder Versagen der Regierung?“ Damit kritisiert der Brite ein Argument der Brexit-Befürworter, nämlich dass der EU-Austritt der vermeintlich überbordenden Einwanderung ein Ende setzen könnte.

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In kleinerer Schrift erklärt Taylor auch seine Beweggründe für die Botschaft: „Gezahlt aus meiner eigenen Tasche, weil ich den Mist satt habe, der über Immigration erzählt wird.“ Es sei ihm egal, ob die Wähler für oder gegen den Brexit stimmen. „Aber wählt auf Basis von Fakten und nicht von Angst.“ Die ungewöhnliche Aktion fand bei Brexit-Gegnern auf Twitter großen Applaus.

Woher Laurence Taylor die Kohle für das Statement hat, ist nicht bekannt. Er wolle über seinen Namen hinaus anonym bleiben, sagte er der Metro-Redaktion auf Nachfrage. Er habe sein ganzes Leben versucht, nicht berühmt zu werden. Ominös!

Wenn du Lust hast, deine Meinung zur AfD, Pegida oder zum Ergebnis des morgigen Referendums in der Zeitung kund zu tun, kommst du in Deutschland nicht so günstig weg. Eine vierfarbige Anzeige in der „Zeit“ kostet dich zum Beispiel um die 78.000 Euro, in der „Süddeutsche Zeitung“ sind es wochentags etwa 80.000 Euro und für eine Seite in der „Bild“ musst du eine halbe Million auf den Kopf hauen. Na, viel Spaß bei der Kreditrückzahlung.