Brit*innen tragen Sicherheitsnadeln, um zu zeigen: Ich bin nicht rassistisch

Eine Stecknadel mit großer Wirkung: Brit*innen setzen ein Zeichen gegen Fremdenhass. Die Idee dazu hatte eine Amerikanerin.

Screenshot: Twitter/Jack Hawkins

Eine Sicherheitsnadel gegen Rassismus. Screenshot: Twitter/Jack Hawkins

Seit der Brexit-Entscheidung erlebt Großbritannien eine Zunahme rassistischer Gewalt und offenem Rassismus. „We voted Leave, you’re going home“ – diesen und ähnliche Sprüche bekommen Immigrant*innen in der Tram und auf der Straße zu hören. Die Anzeigen rassistisch motivierter Übergriffe sind seit Freitag um 57 Prozent gestiegen, gab die britische Polizei bekannt.

Nun setzen tolerante Brit*innen ein Zeichen gegen Fremdenhass. Sie stecken eine Sicherheitsnadel an ihre Klamotten, um zu sagen: „Von mir geht keine Gefahr aus. Ich bin kein*e Rassist*in.“ Unter dem Hashtag #SafetyPin drücken sie ihre Solidarität auf Twitter aus:

Wie The Guardian berichtet, hatte zu der Aktion eine in London lebende Amerikanerin namens Allison (sie möchte ihren Nachnamen nicht nennen) aufgerufen. Inspiriert habe sie die Aktion #Illridewithyou, bei der Australier*innen ihre Solidarität mit den Opfern eines Massakers in einem Café 2014 ausgedrückt hatten. Damals waren Sticker und Buttons verteilt worden.

Nun sollen Sicherheitsnadeln diesen Job übernehmen. „Es ist einfach, weil du nicht rausgehen und es kaufen musst. Es beinhaltet keine Sprache oder politischen Slogan. Es ist einfach nur ein kleines Zeichen, das Leuten, die mit Fremdenhass konfrontiert sind, zeigt, dass sie nicht allein sind“, sagte sie indy1oo.

Allison kenne alltäglichen Rassismus. Doch Amerikaner*innen würden seltener angegriffen: „Ich muss die Leute immer daran erinnern, dass auch ich Immigrantin bin. Ich bin weiß und Englisch ist meine Muttersprache – also bekomme ich einen Pass. Sie antworten dann: ‚Ach, du zählst nicht. Du bist nicht die Person, über die wir sprechen.'“

Die junge Amerikanerin hofft, dass ihre Aktion Menschen dazu ermutigt, sich auch offen gegen Rassismus zu wehren: „Je mehr Menschen anfangen, eine Unterhaltung darüber zu führen, desto einfacher wird es sein, Gewalt und Missbrauch zu bekämpfen“, sagt sie.