CDU fordert Schweinefleisch-Pflicht in Kantinen

Die CDU-Nord möchte Deutschland vor der Islami… äh, Vegetarisierung schützen – und setzt sich für eine Minderheit ein: den Wurst-Liebhaber.

© Jean-Francois Monier/AFP/Getty Images

Schweine: Wichtiger Bestandteil der deutschen Esskultur – meint die CDU © Jean-Francois Monier/AFP/Getty Images

Das gute alte Mett-Brötchen – einfach gestrichen, vom Speiseplan eines Berufsschulzentrums in Itzehoe. Die Schüler sind erbost, CDU-Landwirtschaftspolitiker Heiner Rickers auch. Er will das vom Verschwinden bedrohte Schweinefleisch wieder zurück in die Kantinen seines Wahlkreises holen.

In einem Antrag für die nächste Landtagssitzung forderte er die Landesregierung Schleswig-Holstein auf, „sich dafür einzusetzen, dass insbesondere Schweinefleisch auch weiterhin im Nahrungsmittelangebot sowohl öffentlicher Kantinen als auch in Kitas und Schulen erhalten bleibt“. Das berichteten die Lübecker Nachrichten. Eine Schweinefleisch-Pflicht müsse her.

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In zahlreichen Kitas und Schulen ist das Schwein mittlerweile eher eine Rarität auf dem Speiseplan. Dieser Verzicht sei „falsch verstandene Rücksichtnahme“ auf Minderheiten, findet Rickers. Damit meint er nicht nur Muslime, sondern auch Vegetarier und Veganer.

Seine Forderung begründete er mit dem Satz: „Toleranz bedeutet in einer pluralistischen Gesellschaft auch die Anerkennung und Duldung anderer Esskulturen und Lebensweisen.“ Natürlich soll niemand gezwungen werden, Schwein zu essen, betonte Fraktionsvorsitzender und Parteikollege Daniel Günther.

Vielmehr handele es sich um eine Empfehlung an die Sozial- und des Bildungsministerien, Schweinefleisch auf dem Speiseplan zu belassen. Die Gegenparteien reagierten mit Unverständnis. Twitter-User machen sich indessen mit dem Hashtag #Schweinefleischpflicht über die Forderungen lustig.