Chemiefreie Mode: Berlinerinnen färben Kleidung mit Algen und Johannisbeerschalen

Mit Algen und Johannisbeerschalen statt Chemie bearbeiten zwei Berliner Designerinnen Textilien.

„In der konventionellen Färberei oder Druckerei wird extrem viel mit Chemikalien gearbeitet“, sagt Essi Johanna Glomb, „und das ist natürlich für die, die damit arbeiten, schädlich – und es ist für die, die es tragen, schädlich.“ Deshalb bedrucken Glomb und ihre Kollegin Rasa Weber vom Berliner Design-Duo Blond & Bieber ihre Mode ausschließlich mit Naturfarben. Die gewinnen sie aus Algen und Johannisbeerschalen.

Das bedeutet: Sie benutzen keine Chemie, sorgen für keine Umweltbelastung – und produzieren damit Mode, die man ohne schlechtes Gewissen tragen kann. Theoretisch könnte die Druckfarbe sogar gegessen werden. Dabei steht bei Glomb und Rasa kein ökologischer Gedanke im Vordergrund, dieser sei für sie als moderne Designerinnen selbstverständlich, sagen sie. Es geht ihnen vielmehr darum, neue Rohstoffe zu erkunden und nutzbar zu machen – vor allem die, die ansonsten gar nicht genutzt werden würden, weil sie normalerweise auf dem Müll landen.

Wir haben das Duo in ihrem Atelier in Berlin-Weißensee besucht.