Chile verbietet Ü-Eier, um Kinder vor Übergewicht zu schützen

Weil Kinder in dem südamerikanischen Staat immer dicker werden, verbieten Politiker jetzt Essen, das zusammen mit Spielzeug verkauft wird. Das neue Gesetz trifft aber nicht nur Ferrero.

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Ü-Ei macht dick, sagt Chiles Regierung. © ZB - Fotoreport

Seit Dienstag dürfte es in chilenischen Quengelzonen ruhig geworden sein. Denn seither sind Ü-Eier und anderes Essen mit Spielzeug verboten. Auch Werbung, die sich an Kinder unter 14 richtet, ist nicht mehr erlaubt. Das neue Gesetz schreibt außerdem Grenzwerte für Salz und Zucker vor, die wie Warnhinweise auf Zigarettenpackungen gekennzeichnet werden müssen.

Neben dem Ü-Ei („El Huevo Kinder“) wird auch das beliebte Happy Meal („Cajita Feliz“) von McDonald’s mit weniger Salz, Zucker und Fett auskommen müssen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Auf das Spielzeug werde das US-amerikanische Unternehmen nach eigenen Angaben aber nicht verzichten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt das Vorgehen der chilenischen Politik: „Dieses Gesetz wird das strengste in der Welt sein, da es einer Reihe von Empfehlungen der WHO folgt“, sagte Paloma Cuchi von der WHO Chile.

In den letzten Jahren hat Südamerika einen Wandel erlebt: Die Armut sank in vielen Ländern, dafür stieg die Zahl der übergewichtigen Menschen. In Chile ist mittlerweile jeder zweite Erwachsene und jedes dritte Kind übergewichtig.

Auch in Deutschland gab es 2008 eine Debatte um ein Verbot der hochkalorigen Spielsachen. Ob diese durch den chilenischen Ü-Ei-Bann wieder in Gang kommst, ist allerdings fraglich.