Coca-Cola stellt Produktion in Venezuela ein, weil Zucker fehlt

Dass in Venezuela gerade keine Colas mehr vom Band laufen, ist kein First World Problem. Es ist Ausdruck davon, wie sehr das Land in der Krise steckt.  

© Juan Barreto/AFP/Getty Images

Die Cola-Produktion in Venezuela steht still. © Juan Barreto/AFP/Getty Images

Diese News klingt absurd. Fast sogar irgendwie positiv, wenn man bedenkt, wie viel Zucker in Cola-Flaschen steckt. Ist doch gut, wenn die Menschen weniger davon trinken, oder?

Wenn Fabriken allerdings ihre Produktionen einstellen müssen, weil schlichtweg die Rohstoffe fehlen, dann läuft sehr viel schief in einem Land. Seit Wochen steckt Venezuela in einer Versorgungskrise, wie die Tagesschau berichtet. Verantwortlich dafür sei die Regierung, die den Unternehmen keine Zahlungsmittel für den Import von Zutaten zur Verfügung gestellt habe.

Erst ging das Bier aus, jetzt der beliebte Softdrink. Coca-Cola will vorerst zuckerfreie Produkte wie Light-Cola und Wasser produzieren, sagte Unternehmenssprecherin Kerry Tressler zu Spiegel Online. Doch auch Wasser wird im Land knapp – und war zeitweise sogar schwerer zu bekommen als Cola. Milch, Eier und andere Lebensmittel wurden in den vergangenen Wochen sogar in manchen Regionen rationiert.

Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, der Ölpreis ist abgestürzt und es herrscht eine extrem hohe Inflationsrate. Zudem kämpft das Land mit der schwersten Dürre seit 40 Jahren. Vor einer Woche hatte Präsident Maduro den Ausnahmezustand verlängert. Damit bekommt das Militär bestimmte Sonderrechte, die die Lebensmittelversorgung garantieren sollen. Die Opposition sieht im Ausnahmezustand allerdings einen Vorboten auf eine Diktatur.