Dalai Lama: Wenn meine Nachfolgerin eine Frau werden sollte, muss sie sehr, sehr attraktiv sein

In einem Interview mit der BBC hat der Dalai Lama sich zu seiner Nachfolge geäußert. Auf die Frage, ob es denn auch eine Frau werden könne, gab er eine bizarre Antwort.

© David McNew/AFP/Getty Images

Der Dalai Lama bei einem Auftritt im Juli an einer Uni in Kalifornien © David McNew/AFP/Getty Images

Im Gespräch mit dem BBC-Moderator Clive Myrie antwortet der Dalai Lama zunächst recht unverfänglich. Er spricht über Flüchtlinge, die Politik der EU und Religion.

Ab der fünften Minute geht es dann um die Frage, wer einmal die Nachfolge im Amt des tibetischen Oberhaupts antreten wird. Und hier gibt der Dalai Lama eine erstaunliche Antwort.

Es fängt harmlos an:

„Wird es nach Ihnen einen Dalai Lama geben?“ – „Das haben die Menschen in Tibet zu entscheiden.“ Screenshot: BBC

Soweit so gut, nächste Frage des Moderators: Könnte es auch eine Frau werden?

„Ja, das weibliche Geschlecht hat biologisch betrachtet das größere Potential, Zuneigung und Mitgefühl zu zeigen. Angesichts der vielen Probleme in der Welt sollten Frauen eine wichtigere Rolle einnehmen.“ Screenshot: BBC

Schon hier bedient sich der Dalai Lama ziemlich traditioneller Geschlechterklischees. Dafür wurde er bereits in der Vergangenheit kritisiert.

Eigentlich hätte das Thema an dieser Stelle durch sein können. Doch der Dalai Lama fügt noch einen erstaunlichen Satz hinzu:

„Sollte es einen weiblichen Dalai Lama geben, muss ihr Gesicht sehr, sehr attraktiv sein.“ Screenshot: BBC

Wie bitte? Der Moderator und auch der Dalai Lama lachen zunächst. Alles nur ein Scherz? Clive Myrie fragt noch einmal nach:

„Es kann also nur einen weiblichen Dalai Lama geben, wenn sie sehr attraktiv ist?“ Screenshot: BBC

Der Dalai Lama bestätigt:

„Wenn es einen weiblichen Dalai Lama geben sollte, muss sie sehr attraktiv sein. Sonst ist sie ja kaum von Nutzen.“ Screenshot: BBC

Der Moderator mag es nicht so recht glauben: „Ich nehme an, Sie machen Witze.“ Aber der Dalai Lama meint es ernst:

„Was ich sage, ist wahr!“ Screenshot: BBC

Mit diesem Interview verleiht der Dalai Lama früheren Aussagen zu seiner Nachfolge Nachdruck. Bereits 2007 sagte er, es würde nicht schaden, wenn ein weibliches Oberhaupt der Tibeter besonders hübsch wäre – damals angeblich mit einem Augenzwinkern. Das könne der tibetischen Sache mehr Aufmerksamkeit verschaffen.