Zeitraffer-Video zeigt, wie Peking in nur 20 Minuten im Smog versinkt

In China ist der Smog zurzeit so heftig, dass er viele Städte im ganzen Land lahmlegt. Autobahnen werden geschlossen, Flüge gestrichen, und es gibt die ersten „Smog-Flüchtlinge“.

Chas Pope, ein in Peking arbeitender Brite, filmte aus seinem Bürofenster, wie sich der giftige Nebel über die Stadt legt. In nur 20 Minuten kommt er bis direkt an sein Fenster, eine Szene, wie aus einem Film. Die Aufnahme machte er ganze einfach mit der Zeitraffer-Funktion seines Smartphones und dauert 13 Sekunden. Seit 13 Jahren arbeitet Pope im selben Gebäude, doch so einen dichten Smog hätte er noch nie gesehen.

Chinas vierfarbiges Notwarnsystem für schwere Wetterbedingungen reicht von blau über gelb und orange bis zu rot, der akutesten Stufe. Genau diese hat China vergangenen Mittwoch landesweit ausgerufen – das ersten Mal wegen Luftverschmutzung durch Smog.

Der ist derzeit so stark, dass er das alltäglich Leben vieler Bewohner in mehr als 20 Städten beeinflusst. Die nationale Wetterwarte warnte bereits einen Tag davor, dass die Sicht in wenigen Stunden auf unter 50 Meter fallen könnte. Mehrere Autobahnen um Peking und damit wichtige Verbindungsrouten zu anderen Städten mussten daher geschlossen werden. Der Flughafen Peking-Nanyuan strich fast 50 Flüge. Die Provinz Henan in Zentralchina ließ alle Kindergärten und Grundschulen für einen Tag schließen. In der benachbarten Provinz Shandong wurden bis Mittag sogar 155 Flüge von der Hauptstadt Jinan gestrichen, umgeleitet oder verspätet.

Der Smog soll bis kommende Woche bleiben, bis er von einer Kaltfront vertrieben wird. Die konzentrierten Schadstoffe in Smog kommen mit einer Reihe an langfristig gesundheitsschädlichen Wirkungen, vor allem Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs. Weltweit verursacht Luftverschmutzung laut den Vereinten Nationen jährlich mehr als drei Millionen frühzeitige Tode, fast 1,4 Millionen davon in China.

Es soll bereits „zehntausende Smog-Flüchtlinge“ geben, die in andere Gebiete reisen, um dem giften Rauch zu entgehen. Das berichtete der Guardian. Bereits im Dezember vergangenen Jahres rechnete Chinas führende Reiseagentur mit mehr als 150.000 Ausreisen, vor allen nach Australien, Indonesien, Japan und auf die Malediven.

Smog kommt vor allem in dicht besiedelten Gebieten und Großstädten vor, da dort viele Emissionen in die Luft getragen werden und besondere Wetterbedingungen herrschen. Die Luftverschmutzung wird durch Tallagen und windschwache Gebiete noch verstärkt.

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