Das sind die Games, über die 2016 alle sprechen werden

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Dicke Großproduktionen und mutige Experimente stehen für Gamer dieses Jahr an. ze.tt-Autor Michael Förtsch stellt die wichtigsten Titel vor.

Klar, dass die Entwickler uns auch 2016 wieder Games mit Ordnungszahl vorwerfen: „Street Fighter 5“ und „Dark Souls 3“ stehen beispielsweise Anfang des Jahres ins Haus, gen Ende 2016 rufen neue Auskopplung von „Call of Duty“ und „Battlefield“ in die Schlacht. Uns erwarten aber nicht nur bewährte Konzepte garniert mit neuen Idee – dieses Jahr gibt’s einige vielversprechende Newcomer von bekannten Entwicklern und Spielemachern, die was riskieren und Neues wagen wollen. Diese Games-Auswahl müssen wir 2016 unbedingt im Auge behalten:

No Man’s Sky

Kommt: Juni 2016
Für: Playstation 4, PC

Darum geht’s: Das Weltall. Tatsächlich sollen die Spieler in dem Online-Game mit einem Shuttle einen Kosmos mit Trillionen von Planeten – um genau zu sein: 18.446.744.073.709.551.616 Planeten – durchstreifen können. All die künstlichen Himmelskörper werden mitsamt Flora und Fauna bei der Ankunft zufällig berechnet. Das Ziel? Spaß haben und das Zentrum der Galaxis erreichen – so simpel.
Ideal für: Menschen mit viel, sehr viel Zeit und einem großen Drang zum Eskapismus.
Darum ist’s besonders: „No Man’s Sky“ ist ein künstliches Universum im Internet, alle Spieler agieren im selben Universum. Dennoch könnten sie tagelang auf dem selben Planeten umherlatschen, ohne einander zu begegnen – so groß sind die künstlichen Welten.

Uncharted 4: A Thief’s End

Kommt: 27. April 2016
Für: Playstation 4

Darum geht’s: „Uncharted 4“ steht bei vielen Gamern ganz oben auf dem Wunschzettel. Denn mit dem modernen Indiana-Jones-Verschnitt Nathan Drake definierte das Entwicklerstudio Naughty Dog über Jahre immer wieder, wie ein filmreifes Action-Abenteuer auszuschauen hat. Diesmal geht’s für die Spieler auf die Suche nach dem Piratenparadies Libertatia und darum, Nathans Bruder aus der Patsche zu helfen. Das bedeutet gewohnt hitzige Feuergefechte, fleischige Prügeleien, atemlose Kletterakrobatik, coole Verfolgungsjagden und eine Grafik zum Niederknien.
Ideal für: Alle, die „Tomb Raider“ durch haben und mal wieder einen Kerl herumtanzen lassen wollen.
Warum’s traurig werden könnte: Wie der Untertitel „A Thief’s End“ andeutet, soll der vierte Teil der „Uncharted“-Reihe auch der vorerst letzte sein. Danach wollen sich die Entwickler neuen Ideen zuwenden.

Quantum Break

Kommt: 5. April 2016
Für: Xbox One

Darum geht’s: Ein Universitätsexperiment läuft furchtbar schief und lässt die Zeit auf der Erde verrückt spielen, der Industriekapitän Paul Serene kann zudem plötzlich in die Zukunft schauen und hegt mit seiner Firma Monarch böse Pläne. Das muss der Held Jack Joyce verhindern. Der wird vom Spieler fortan in klassischer Third-Person-Shooter-Manier gegen die Soldaten von Serene und durch wilde Zeitanomalien gehetzt. Glücklicherweise steht Joyce nicht ohne alles da: Das misslungene Experiment hat ihm die Fähigkeit verpasst, die Zeit einzufrieren.
Ideal für: Fans von intelligenten und Story-lastigen Shootern wie „Spec Ops: The Line“ und „Alan Wake“.
Darum ist’s besonders: Das Entwicklerstudio Remedy („Alan Wake“) will mit „Quantum Break“ nicht nur ein Videospiel abliefern: Auf der Disk soll sich außerdem eine TV-Serie befinden, die die Story ergänzt. Mit dabei ist der „X-Men“-Star Shawn Ashmore, er wird Jack Joyce verkörpern.

The Legend of Zelda

Kommt: 2016
Für: WiiU

Darum geht’s: Seit 2013 ist’s angekündigt, dieses Jahr soll das neue „Zelda“ für WiiU tatsächlich erscheinen. Ob der Titel der legendären Reihe den Staub aus dem Mantel klopft? Wieder reitet Link auf seinem Pferd Epona durch eine offene 3D-Welt. Wieder ballert er mit Pfeil und Bogen um sich und schwingt sein Schwer. Wieder trifft er auf die ewiggleichen Gegner. Alles beim Alten – alles gut.
Ideal für: Nintendo-Suchtis und Lese-Freunde, denn so sehr sich die „Zelda“-Reihe grafisch auch verändert, eines bleibt wohl immer gleich: Eine Sprachausgabe gibt es nicht, alle Dialoge müssen mitgelesen werden.

Doom

Kommt: Erste Jahreshälfte 2016
Für: Playstation 4, Xbox One, PC

Darum geht’s: Durch ein Dimensionstor auf dem Marsmond Phobos strömen jede Menge Dämonen – damit wäre die Story des „Doom“-Originals von 1993 schon erklärt. Und auch im Reboot geht’s darum, mit Schrotgewehr, Plasma-Knarre und Kettensäge in irrsinniger Geschwindigkeit reihenweise Granatwerfer-Skelette und andere Höllenwesen niedergemetzelt. Ein Härtefall für die deutsche Jugendfreigabe.
Ideal für: Gestresste Business-Menschen und Studierende, die mal wieder ordentlich, aber friedlich Dampf ablassen wollen.
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arum könnt’s vielleicht doch nicht so klasse werden: Die Entwicklung des neuen „Doom“ verlief bislang reichlich holprig. Mehrmals hatte sich das Team von id Software verrannt und ganz von vorne beginnen müssen. Ob dann doch was Gutes dabei rumkommt?

Tom Clancy’s The Division

Kommt: 2016
Für: PlayStation 4, Xbox One, PC

Darum geht’s: Ein Anschlag verwandelt New York City in eine abgeriegelte Todeszone. Es herrscht Anarchie. Gemeinsam sorgen Spieler-Teams online für Ordnung und spüren dem Ursprung des Anschlags nach. Dafür erledigen sie, ähnlich wie in „Destiny“, einzelne Mission, sammeln Erfahrungspunkte und rüsten die Heroen mit neuen Fähigkeiten, Waffen und Gadgets auf. Dabei macht der MMO-Shooter vor allem in Sachen Grafik und Realismus bisher eine wahnsinnig gute Figur.
Ideal für: Menschen, denen ein Teamkompetenzen-Seminar zu teuer ist.
Nett zu wissen: Die Story von „The Division“ ist keine bloße Fiktion, sondern basiert auf einem Terrorszenario, das die US-Regierung 2001 unter dem Namen „Operation Dark Winter“ durchspielte.

Final Fantasy XV

Kommt: 2016
Für: Playstation 4, Xbox One

Darum geht’s: Nicht nur „Zelda“, sondern auch die Rollenspielsaga „Final Fantasy“ bekommt 2016 Zuwachs. So versetzt „Final Fantasy XV“ seine Spieler diesmal in eine surreale Gegenwartswelt. In der unternehmen der junge Kronprinz Noctis und seine Kumpels in einem Luxus-Cabrio einen schrägen Roadtrip. Statt schlauchartiger Areale wie in den vorangegangenen Titeln warten große und offene Wälder, Höhlen und Städte darauf, erkundet zu werden. Und statt Runden-basierter Kämpfe gibt’s schnelle Echtzeitprügeleien mit Schwert und Magie. All das schaut bislang unverschämt toll aus.
Ideal für: Fans der „Final Fantasy“-, „The Witcher“- und „Elder Scrolls“-Games.
Klugscheißerfakt: Die Arbeit an „Final Fantasy XV“ begann schon 2006, unter dem Titel „Final Fantasy Versus XIII“ sollte das Spiel als Ableger der Reihe erscheinen. Aufgrund der angestrebten Spielweltgröße entschloss sich Entwickler Square Enix später jedoch, das Rollenspiel in die Hauptserie der Saga aufzunehmen und länger daran zu feilen.

Horizon: Zero Dawn

Kommt: 2016
Für: Playstation 4

Darum geht’s: Als rothaarige Jägerin landet man in einer bizarren Science-Fiction-Steinzeit. In den weiten Eis-, Wüsten- und Waldlandschaften stehen nicht nur Ruinen einstiger Großstädte herum. Es stapfen auch riesige Roboter-Dinosaurier durch die Gegend, gegen die man sich mit Pfeil, Bogen und Speer zur Wehr setzen muss. Im Laufe des Spiels findet die taffe Kriegerin heraus, wie die Zivilisation derart vor die Hunde gehen konnte. (Insgeheim hoffen wir ja auf Donald Trump als Bösewicht.)
Ideal für: Fans der „Elder Scrolls“-Games, „The Witcher 3“ und der Dinobot-Transformers.
Darum wird’s spannend: Das Entwicklerteam von „Horizon“ war bisher vor allem für die Brachial-Shooter-Reihe „Killzone“ bekannt. Wie das Studio erklärte, sei das bizarre Open-World-Rollenspiel daher durchaus ein riskantes Projekt – denn mit diesem Genre habe man absolut keine Erfahrung.

Thimbleweed Park

Kommt: August 2016
Für: PC, Mac, Xbox One

Darum geht’s: Fast 30 Jahre nach seinem Kultklassiker „Maniac Mansion“ arbeitet der Videospielentwickler Ron Gilbert an einem spirituellen Nachfolger. Der soll sich nicht nur spielen wie die Point’n’Click-Ikone von 1987, sondern auch so absurd und verquer daherkommen. In der Rolle fünf verschiedener Charaktere – darunter: zwei FBI-Agenten, ein Geist und ein verfluchter Clown – gilt es einen Mord in der nahezu verlassenen Stadt Thimbleweed Park aufzuklären. Geheimzutaten des Spiels: Rätsel, ein toller Pixellook und herrlich komische Dialoge.
Ideal für: Nerds, denen beim Gedanken an „Monkey Island“, „Day of the Tentacle“ und „Baphomets Fluch“ das Pipi in die Augen schießt.
Nett zu wissen: Finanziert wird die Entwicklung von den Fans. Via Kickstarter sammelte Ron Gilbert 626.250 US-Dollar ein, um das Spiel umzusetzen. Die Namen aller, die über 50 US-Dollar gaben, sollen in einem Telefonbuch im Spiel auftauchen.

Deus Ex: Mankind Divided

Kommt: 23. August 2016
Für: Playstation 4, Xbox One, PC

Darum geht’s: Das Jahr 2029 sieht bitter aus. Zwischen normalen Menschen und jenen Augmentierten, die ihren Körper mit Implantaten aufpeppen ließen, herrscht Krieg. In der Rolle des ebenfalls mit Technik verbesserten Agenten Adam Jensen muss der Spieler gegen eine Terrorzelle der Augmentierten ermitteln. Wie in den Vorgängern wird Jensen dabei sicher in ein moralisches Dilemma und zwischen die Fronten gezogen.
Ideal für: alle, die zwischen dem Ballern auch mal ihr Hirn anschalten und taktieren wollen.
Das sagt der Erfinder: „Ich werd’s definitiv spielen“, meint Warren Spector, der das erste „Deus Ex“ aus dem Jahre 2000 entwickelte. Na, geil.

Star Citizen

Kommt: Ende 2016
Für: PC

Darum geht’s: Chris Roberts, der Erfinder von „Wing Commander“, will mit „Star Citizen“ seinen Traum von einem riesigen Online-Weltraum-Game realisieren. Hunderte Spieler sollen darin mit ihren Raumschiffen in einem gemeinsamen Universum handeln, forschen und Kriege führen. Teile dieses unheimlich ambitionierten Projektes sind schon fertiggestellt. Bis Ende des Jahres sollen die Puzzleteile zusammenfinden.
Ideal für: Science-Fiction-Enthusiasten und Spieler, die seit langem von einem neuen „Wing Commander“ oder „Freelancer“ träumen.
Warum dieses Game wichtig ist: „Star Citizen“ ist das bisher teuerste von Fans finanzierte Videospielprojekt – über 100 Millionen US-Dollar kostet es. Damit ist „Star Citizen“ eine Art Lackmustest für die Games-Branche, ob derart gigantische Unternehmungen auch ohne große Vermarkter wie Electronic Arts oder Ubisoft machbar sind.

Firewatch

Kommt: 9. Februar 2016
Für: Playstation 4, PC

Darum geht’s: Was könnte entspannter sein, als in einem US-Naturpark den Brandschutzwächter zu geben: Einfach in einem Hochturm sitzen und hin und wieder den Horizont nach Rauch absuchen – Kinderspiel. Ganz und gar nicht: Im Ego-Abenteuer „Firewatch“ spürt Feuerwächter Henry einer Gruppe zündelnder Kiddies nach. Das gerät mit der Zeit immer mysteriöser und unheimlicher, denn etwas stimmt im Park ganz und gar nicht. Uiuiui.
Ideal für: Ehemalige Pfadfinder und Freunde von Gruselstorys.
Das bisher schönste Zitat: „Sie jagen Menschen, sie töten Menschen, sie vergraben ihre Körper und kommen Wochen darauf wieder, da sie verrottetes Fleisch mögen“, scherzt eine Figur via Funkgerät über die Grizzlybären im Shoshone Naturpark. Witzig.