Das sind die Journalist*innen, die Erdoğan verhaften ließ

Seit dem gescheiterten Putschversuch lässt der türkische Präsident tausende Putschisten und vermeintliche Unterstützer*innen festnehmen. Der türkische Journalist Mahir Zeynalov ehrt seine inhaftierten Kolleg*innen nun auf Twitter.

Quelle: Twitter, Collage: ze.tt

Journalist*innen werden abgeführt. Quelle: Twitter, Collage: ze.tt

Erdoğans „Säuberungen“ gehen weiter. 13.000 Menschen sollen nach Regierungsangaben bereits in Haft sitzen. Darunter Soldat*innen, Lehrer*innen, regierungskritische Journalist*innen und Angestellte des Außenministeriums.

Am Mittwoch hatte der türkische Präsident Haftbefehl gegen 47 ehemalige Mitarbeiter*innen der Tageszeitung „Zaman“ erlassen, berichtet N-tv. Er sehe die Zeitung als das „Aushängeschild“ des Predigers Prediger Fethullah Gülen und seiner Hizmet-Bewegung, die für den Putschversuch am 15. Juli verantwortlich sein soll. Gülen weist die Vorwürfe jedoch zurück.

Bereits im März stand die „Zaman“ unter Zwangsverwaltung. Der damalige Chefredakteur Abdülhamit Bilici wurde gefeuert. Daraufhin erschienen ausschließlich regierungsfreundliche Artikel in der Zeitung. Der türkische Journalist und „Zaman“-Korrespondent Mahir Zeynalov in Washington veröffentlichte am Freitag Bilder der Festnahmen auf Twitter. Unter den Festgenommenen sind besonders viele unabhängige Journalist*innen und Reporter*innen, die investigativ arbeiten. Hier sind einige von ihnen:

Nazlı Ilıcak. Langjährige regierungskritische Journalistin und Unterstützerin der liberalen Demokratie.

Cihan Acar. Ehemaliger „Bugün“-Reporter, bekannt für außergewöhnliche Abbildung von Beerdigungen von Kurden bis hin zu Promis.

Bülent Mumay. Journalist und ehemaliger Online-Chef der Zeitung „Hürriyet“.

Bünyamin Köseli. Investigativer Journalist.

Arda Akin. Investigativer „Hürriyet“-Journalist.

Büşra Erdal. Gerichtsreporterin für die „Zaman“.

Ali Akkus. Nachrichtenreporter.

Ali Akkuş. Ehemaliger Redaktionsleiter der „Zaman“.

Ufuk Şanlı. Journalist und Kolumnist.