Anti-Drogen-Kampagne: Könnte das kiffende Faultier bitte mal das Salz reichen?

Eine australische Anti-Marihuana-Kampagne mit einem menschengroßen Faultier als Protagonisten sollte Jugendliche davon abhalten, Weed zu rauchen. Das hat allerdings nicht so ganz funktioniert.

Screenshot: Youtube

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Die Kampagne ist von der Regierung in New South Wales finanziert und wird seit November diesen Jahres ausgespielt. Sie zeigt ein bekifftes Faultier, das mit sozialen Situationen heillos überfordert ist und darauf mit verstörenden Sterbe-Geräuschen reagiert. Statt Jugendliche abzuschrecken, hat die Kampagne sowohl Kritik von Experten als auch eine Menge Online-Spott abbekommen. Ob die Zahl der Konsumierenden seither zurückgegangen ist? Ziemlich sicher nicht.

In einem der Spots wird das unfähige Tier dabei gezeigt, wie es während dem Abendessen Salz mit Salat verwechselt. In einem anderen, wie es bei einer Klausur versagt, und wieder in einem anderen kann es einem Partygespräch über Socken und Sandalen nicht ganz folgen. Jedes mal setzen daraufhin die leidvollen Tier-Geräusche ein und der Werbespot endet mit der Tagline „You’re worse on weed“.

Alle Clips und Gifs sind auf Tumblr unter stonersloth.com.au zu sehen. Der Großteil der Nutzer verirrt sich allerdings auf stonersloth.com, eine Webseite mit Sitz in Colorado, die sich für den Genuss des Marihuanarauchens einsetzt. Der Betreiber gibt an, seit einigen Tagen täglich etwa 1000 Seitenaufrufe aus Australien zu verzeichnen. Seiner Meinung nach sei die australische Kampagne eine überholte Dramatisierung der Effekte des Weed-Rauchens. Eine derartige Angstmache sei nicht nur ineffektiv, sondern zeige ein falsches Bild der Wirkungen: „Es ist offensichtlich, dass eine Person, die high ist, auch jemanden Salz reichen kann.“

Auch Australiens National Cannabis Prevention and Information Centre (NCPIC) hat die Kampagne in einer Meldung kritisiert: „Sie spiegelt unsere Ansichten nicht wider.“

Die Tatsache, dass die Wahl des Werbemaskottchens auf ein Faultier fiel, war wohl nicht ganz durchdacht. Jeder weiß, dass die meisten Menschen die langsamen Viecher ganz niedlich finden. Die Kampagne hat dementsprechend viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Nutzer müllen seit letzter Woche die offizielle Facebook-Seite mit Witzen zu und stellen die Logik der Kampagne infrage. „Rauche Weed, werde eines der süßesten Tiere der Welt. Wo krieg ich Weed her?“ kommentiert eine Person.

Mittlerweile gibt es ein Reihe von Merchandise-Artikeln, darunter T-Shirts, Poster und Taschen – inklusive der trendigen Phrase „Pass the salt“. Das Compilation-Video auf Youtube erreicht bald zwei Millionen Views, der Hashtag #stonersloth ging vergangenes Wochenende auf Twitter durch die Decke. Darüber hinaus war das bekiffte Faultier Inspiration für eine Reihe an witzigen Parodie-Videos.