Das weibliche Gehirn tickt nicht anders, wenn Frauen ihre Tage haben

Eine neue Studie räumt nun endgültig mit dem Vorurteil auf, dass die Periode beeinflusse, was Frauen denken.

Die Studie beweist, dass es so etwas wie ein "Periodbrain" aus medizinischer Sicht nicht gibt. ©Pexels / CC0.

„Hat die ihre Tage oder warum ist sie so mies drauf?“

Dieser Satz geht schnell über die Lippen, symbolisiert aber die volle Palette an Sexismus und Unwissen.

Über die Periode der Frau gibt es unzählige Lügen, die sich erstaunlicherweise schon lange am Leben halten. Wie: Frauen haben während ihrer Periode weniger Lust auf Sex, sind launisch, hysterisch oder weinerlich. Auf jeden Fall sind sie nicht sie selbst. Auch das Gefühl irgendwie unrein zu sein und sich darum von der Gesellschaft isolieren zu müssen, hält sich. 2015 dachte Donald Trump öffentlich darüber nach, ob eine Fox-Journalistin ihre Tage habe, weil sie kritische Fragen stellte.

Im Urban Dictionary ist dafür auch ein Wort angeführt: Periodbrain.

Screenshot Urbandictionary

Brigitte Leeners, Ärztin der Universitätsklinik Zürich und Professorin der reproduktiven Endokrinologie, sagt gegenüber Mic, dass Patientinnen ihr gegenüber sogar die Angst äußern, während ihrer Periode nicht klar denken zu können.

Leeners und ihr Team untersuchten in ihrer Studie 68 Frauen über zwei Menstruationszyklen hinweg. Dabei prüften sie mit einem computergesteuerten Test die Gehirne auf Schnelligkeit und Genauigkeit von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Erinnerungsvermögen. Zudem wurde festgehalten, wie schnell die Teilnehmerinnen Form, Farbe, Anzahl, Größe und Kontur im Gehirn verarbeiten konnten.

In der Vergangenheit gab es Studien, die behaupteten, dass Frauen während ihrer Periode langsamer denken würden. „Wir können die Schlussfolgerung aus unseren Ergebnissen ziehen, dass es ein Mythos ist“, so Brigitte Leeners.

Die Studie beweist, dass es so etwas wie ein Periodbrain aus medizinischer Sicht einfach nicht gibt.