Dating- und Sextipps aus dem Netz, die ihr getrost ignorieren könnt

In puncto Liebe, Sex und Zärtlichkeit hat das Internet haufenweise wichtiger Ratschläge zu bieten – einige sind eher absurd als hilfreich.

© madochab/photocase.de

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Das Netz ist eine Fundgrube nützlicher Tipps, um sich das Leben einfacher zu machen. Dazu gehören Kochrezepte, Haushaltstricks und Anleitungen für Gebärmutterhals-Orgasmen. Ein zweiter Blick auf diese gutgemeinten Ratschläge lohnt sich durchaus – vor allem wenn anderer Leute Gefühle oder Geschlechtsorgane betroffen sind. Scheut euch nicht, die folgenden Tipps nicht zu befolgen:

1.Willst du heiraten, mach die Beine zu

Männer schätzen und ehren nur Frauen, die sie ewig nicht ranlassen. So lautet die Hypothese dieser “Beziehungsexpertin und Popkultur-Analystin” der Huffington Post. “Wer einen tollen Mann zum Heiraten finden möchte, hat erst Sex mit ihm, wenn dieser seine Liebe gestanden und sich zu der Beziehung bekannt hat.”

Sich darauf zu verlassen, kann zum Altar führen oder zu einer Riesenenttäuschung (und Zeitverschwendung), wenn das dann nicht klappt. Wer eine langfristige Beziehung wünscht, sollte das von Beginn an kommunizieren – und Sex haben, wenn man Lust darauf hat.

2.Wer keine gute Laune während seiner Regel hat, nervt

Bei der Bravo ist man der Meinung, dass Mädchen während der Regel “leider nerven”. Wenn die dann “super zickig drauf sind”, leidet der Freund. Aber “Jaaaaaa…. Wir wissen es ja selbst”. Das mag kein Tipp im klassischen Sinne sein, aber suggeriert jungen Frauen doch, sich mit ihren Menstruations-Befindlichkeiten gefälligst zusammenzureißen. Weil wer will denn seinen Schatz schon nerven, bitte?

Wer jedoch monatlich mehrere Tage lang Blut und Gebärmutterschleimhaut aus seiner Vagina ausscheiden muss, und dabei mit Stimmungsschwankungen, Krämpfen, Rücken- und Kopfschmerzen sowie Abgeschlagenheit zu kämpfen hat, darf ruhig schlechte Laune haben. Das sehen auch Männer so. Wenn nicht erklärt man es ihnen einfach.

3.Leck ihren Mund aus

Macht das lieber nicht. Ich persönlich halte das Gros der Cosmo- Sextipps sowieso für erstklassiges Trolling – “Führe Oralverkehr in ihrem Mund aus!” ist nur einer der vielen Ratschläge, die dafür ein Indiz sind. “Simuliere was du gern unter der Gürtellinie mit ihr anstellen würdest und tue so als wären ihre Lippen, nun ja, ihre Lippen.”

Das erinnert unangenehm an die ersten unbeholfenen Zungenkuss-Versuche, die manche von uns durchleben mussten. Mag ja sein, dass es Leute gibt, die sich gern ihren Mundhöhle ausschlecken lassen – aber der Einsatz dieser Fertigkeit südlich des Bauchnabels ist für die Mehrheit sicherlich überzeugender.

4.Wenn du nicht ghosten willst, verbring euer ganzes Date am Telefon

Jemand hat sich echt die Mühe gemacht, sich Alternativen zum Ghosting zu überlegen. Die offensichtliche hat es natürlich nicht in den Ratgeber geschafft. Stattdessen soll man unter anderem beim Date nichts bestellen und während des gesamten Gesprächs auf das Handy schauen.

Doch es bleibt dabei: Wenn ihr jemanden nicht mehr treffen wollt, sagt das einfach. Einmal und klipp und klar. Danach ist es überstanden. Und niemand muss sich mit zu einem Date zwingen, um dabei Candy Crush zu spielen.

5.Einfach mal den Gebärmutterhals penetrieren

So ein “Zervix-Orgasmus” gefällt manchen Frauen tatsächlich sehr gut. Sex-Coach Kim Anami vergleicht ihn mit einem MDMA-Trip. “Ein Höhepunkt, der sich ausbreitet, sodass sich alles herrlich anfühlt und ich strahle noch Tage danach.”

Für andere ist das so erotisierend wie eine Gebärmutterspiegelung und vor allem schmerzhaft. Wer also denkt, beherztes Stochern im Gebärmutterhals führe unweigerlich zum Mega-Orgasmus, kann damit sehr daneben liegen. Darum sollte niemand spontan, während es zur Sache geht, versuchen ihr einen solchen Höhepunkt zu bescheren. Ohne Kommunikation und absolute Rücksichtnahme ist dazu nicht zu raten.

6. “Lächeln Sie auch ohne Grund”

Kein Witz. Das rät die Glamour. So ein bisschen Körpersprache sei schließlich nicht schwer, die habe man ja mit der Muttermilch eingesogen, “denn Ihre Mutter war auch eine Frau.” So weit, so unklar. Das Magazin rät zu Gesten, wie so schon die Urgroßmutter eingesetzt habe. “Schauen Sie woanders hin, wenn er sie anstarrt…. Schlagen Sie die Beine übereinander….Lassen Sie die Zunge zwischen den Lippen spielen.” Und lächeln nicht vergessen, wenn’s sein muss auch ohne Grund.

Meine Meinung: Das klingt irgendwie ein bisschen irre alles. Außerdem ist diese Idee, dass Frauen vor allem dann attraktiv sind, wenn sie lächeln (und sich mit unstetem Blick die Lippen lecken) wirklich noch aus Urgroßmutters Zeiten. Mittlerweile ziemt es sich, dem Gegenüber in die Augen zu sehen und sein Resting Bitch Face zu behalten.

7. Tu so, als würdest du fremdgehen

Manchmal ist Eifersucht ein echtes Aphrodisiakum – so die GQ. Warum also nicht so tun, als sei man ein betrügerisches A****loch? “Lass eine*n Freund*in mehrfach zu unterschiedlichen Zeiten anrufen”, lautet der weise Rat. Zusätzlich noch den Computerbildschirm verdecken, wenn der/die Partner*in das Zimmer betritt und schon ist die wichtige Vorarbeit geleistet.

Dann, tada, kommt die große Auflösung. Nimm sie oder ihn in deine Arme und verrate, dass du die ganze Zeit über nur Tanzstunden genommen hast. Davon abgesehen, dass das keinen Sinn ergibt, ist absichtliches eifersüchtig Machen einfach asozial. Jemanden im Glauben zu lassen, ihn oder sie zu betrügen, ist eher herzlos und nicht sexy. Ein bisschen harmloses Fremdflirten kann aber durchaus anmachen – doch auch hier ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste.

8. Soll er sich in dich verlieben, musst du dich einschleimen

“Uns zu verlieben, macht uns immer wieder zu kleinen Mädchen. Wir sind unsicher, durcheinander und gleichzeitig völlig überdreht!”, weiß die Brigitte. “Dumm nur”, wenn der Schwarm nicht dasselbe fühlt.

Gut, dass dieses Magazin für erwachsene Frauen auch Lösungen parat hat, um das zu ändern. Unter Berufung auf ein Gespräch des Business Insider mit dem Psychotherapeuten M. Gary Neuman wird ein ganz alter Hut rausgekramt: “Schmiert ihm also ordentlich Honig um den Bart.” Sowas ist nicht nur anstrengend, sondern auch unauthentisch. Sagt eurem Date ehrlich, was euch an ihm oder ihr gefällt oder beeindruckt – und vergesst die Idee, dass ihr jemanden verliebt machen könnt.

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Ohne Memes mit Lebens- und Liebesweisheiten wäre Instagram einfach nicht dasselbe. Manche sind jedoch schlicht unhöflich. Wer also ein ungelöstes Problem mit sich oder seiner vorhergehenden Beziehung hat, das sich nicht einfach ignorieren lässt, ist disqualifiziert.

Dabei hat doch jeder mal mit Ballast zu kämpfen, manchmal etwas länger. Das heißt manchmal, dass die Person momentan unfähig ist, eine gesunde Beziehung zu führen – nur eben nicht immer. Habt also keine Angst jemanden zu treffen, der noch an sich arbeiten muss, nur weil ihr daran scheitern könntet. Probleme ignorieren bringt eh nichts. Sprecht also darüber was los ist und was ihr voneinander braucht.

10. Steck sie in eine Zwangsjacke

Schon mal vom “Bedroom Burrito” gehört? Ich bis vor Kurzem auch nicht. Doch den Experten von Men’s Health zufolge handelt es sich hierbei um ein simples “soft core” Sexspielchen. Denn der Appeal des Bondage läge an der gespannten Erwartung, nur seien viele durch Seile, Fesseln, Schlösser und dergleichen abgeschreckt. “Wenn ihr im Bett seid, wickel sie in eine Decke, sodass sie ihre Arme nicht bewegen kann und küsse ihre unbedeckte Haut – denk an einen Burrito oder eine Zwangsjacke!”

Au ja, besser geht’s doch gar nicht. Unkontrollierte Lachanfälle während man in seinem Bettzeug feststeckt, gehören schließlich auch zum Sex. Wer über Fesselspiele nachdenkt ohne gleich hardcore werden zu wollen, kann sich zum Beispiel mit Seidentüchern behelfen – und Schleifen binden statt Knoten zu benutzen.

Merke, grundsätzlich gilt:

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