Deine Beziehung wird besser, wenn du allen von ihr erzählst

In einer (offenen) Beziehung, verlobt, verheiratet: Warum müssen wir unseren Partnerschaftsstatus immer so genau definieren? Damit die Liebe stärker wird, erklärt ein Psychologe.

Beziehung oder nicht: Ein klarer Beziehungsstatus macht die Liebe stärker. © criene/Photocase

Es hat dich wahrscheinlich nicht viel Gehirnschmalz gekostet, diese Frage zu beantworten. Immerhin scheinen wir schon seit Kindergartentagen darauf gepolt zu sein, unsere Liebesbeziehungen klar definieren zu wollen. Bis heute spielen wir das „Willst du mit mir gehen?“-Spiel in jeder neuen Beziehung durch.

Nachdem wir uns gedatet und ineinander verliebt haben, steigen wir mit unseren Partner*innen auf die Metaebene: Die Beziehung wird zum Thema, Gefühle und Erwartungen werden wie Spielkarten auf den Tisch gelegt und abgeglichen. Und am Ende steht die große Frage: Können und wollen wir ein Paar sein? Sich dieser Beziehungsdefinition zu entziehen, ist verpönt. Nicht-Beziehungen gehen gar nicht.

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Markus Klepper, Psychologe und Autor des Buches Liebe lernen für Paare und Singles, sagt, diese „Wollen wir ein Paar sein?“-Diskussionen würden in der Regel nach drei Monaten bis spätestens einem Jahr nach dem Kennenlernen stattfinden. Dafür muss seiner Meinung nach die erste Verliebtheit abgeklungen sein. „Erst wenn dieser Rausch vorbei ist, zeigt sich, ob zwei so, wie sie wirklich sind, Ja zueinander sagen; das heißt, sich wirklich lieben können“, sagt Klepper.

Paare müssen sich auch öffentlich als Paar zeigen

Aber muss das denn wirklich sein? Müssen wir Beziehungen immer als solche bezeichnen, um miteinander glücklich zu sein? Oder reicht es nicht, sich einfach zu lieben – ohne Definitionen?

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Klepper urteilt, dass ein Label essenziell für eine glückliche Beziehung ist. „Erst durch dieses ,Bekenntnis‘ zueinander werden die Partner sich sicher genug fühlen, um in die Gemeinsamkeit investieren zu wollen. Erst dann ergibt es Sinn, sich mit seinen Sonnen- und auch Schattenseiten zu zeigen und zu lernen, einander zu vertrauen.“

Der Psychologe geht sogar einen Schritt weiter. Es sei nicht nur wichtig, sich gegenseitig zu vergewissern, dass man es ernst mit der*dem anderen meint. Auch nach außen hin müsse ein Paar den Beziehungsstatus deutlich kommunizieren. „Je klarer zwei Menschen dies nach außen benennen, umso mehr zeigen sie sich als Paar“, sagt Klepper. „Je mehr sie dies verstecken, umso unverbindlicher und unsicherer bleibt die Beziehung.“

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Wenn man die Beziehungsfrage zu lange unbeantwortet lasse, belaste man das gegenseitige Vertrauen. „Beziehungen blühen dann auf, wenn Menschen sich in ihnen sicher und gesehen fühlen“, sagt Klepper. „Deshalb halte ich dieses Bekenntnis zueinander für wichtig.“


Wie sieht eine perfekte Beziehung für dich aus?

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