Der Büroarbeit entkommen: Wie es ist, im Foodtruck zu arbeiten

Mit der Arbeit im Wohnwagen wollen manche dem Bürotrott entkommen. Aber bieten Foodtrucks wirklich die Erfüllung?

Es ist der Traum unserer Generation: Ein Job, der erfüllt, gleichzeitig Spaß macht und Geld bringt. Und bitte keine festen Arbeitszeiten. Janis Gensch und André Johst haben sich ihren Traum erfüllt und Bürostuhl gegen Foodtruck getauscht.

Nach dem Studium besorgten sie einen Wagen, bauten ihn selbst um und verkaufen seit 2014 unter dem Namen „Mama Burrito & sons“ Burritos in Berlin. Gensch und Johst sind – wie die meisten Foodtrucker – Koch, Kellner, Kassierer und Geschäftsführer in einem. Sie sind vor allem aber ihr eigener Chef und haben damit die Freiheit, die sie sich gewünscht haben. Zumindest teilweise: Während Foodtrucks in den USA überall anhalten und verkaufen dürfen, braucht es in Deutschland eine Genehmigung.

Kochen, verkaufen, frei sein

Das Business der rollenden Restaurants wächst seit Jahren, nicht zuletzt als Nebeneffekt des Bio-Trends mit regionalen und saisonalen Gerichten: Während 2013 nur eine Handvoll Trucks durch Deutschland tourten, waren 2016 über 500 Foodtrucks auf der Website Foodtrucks Deutschland registriert. Foodtrucks sind mehr viele als ein Geschäftsmodel – eher eine Lebenseinstellung.

Für Gensch und Johst bedeutet der Job: Mobil, draußen und frei sein. Im Sommer verkaufen sie ihr Essen auf Märkten und Festivals. Leicht ist ihre Arbeit nicht: Ohne festen Stellplatz heißt auch ohne feste Strukturen. Am nächsten Morgen müssen sie wieder im Wagen stehen – egal wie der Abend vorher lief.

Die Kund*innen kaufen nicht nur Essen, sondern das gute Gewissen vom bewussten und nachhaltigen Konsum. Manche unterstellen den Fans, dass sie „ihre first world problems durch neue Konsumformen zu lösen“ versuchen. Andere schwärmen von der Revolutionierung der klassischen Imbissbude und dem Kampf gegen die globalen Fast Food-Ketten.

Wie auch immer: Mittlerweile gibt es zwei Trucks von „Mama Burrito & sons“. Gensch und Johst verkaufen noch selbst, haben aber mittlerweile vier Angestellte. Den Sommer arbeiten sie quasi durch. Wenn es gut läuft, ist im Winter genug Zeit und Geld für einen Asienurlaub übrig. Das Geschäft geht allerdings weiter, an einem der festen Standorte oder mobil als Catering.

Reich sind die Jungs noch nicht geworden, aber glücklich scheinen sie zu sein. Im kommenden Jahr wollen sie weitere Trucks bauen. Dann aber mit einem neuen Gericht. Denn so gut Burritos auch schmecken – nach zwei Jahren kann man sie wohl doch nicht mehr sehen.

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