Der süßeste Wettbewerb der Welt

Wer 100 Kilo Schokolade kauft, hat entweder riesigen Hunger oder fährt zur Schokoladen-WM in Paris. Sabine Dubenkopp ist Deutschlands beste Chocolatière und erzählte uns von dem süßen Wettkampf in Frankreich.

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Mit Schoko-Muffins geben sich die Profi-Patissiers in Paris nicht ab. Sie kreieren Schokoladiges der Extraklasse. Pexels

Bei Metamorphose denken Fauna-Fans an Grün, irgendwie an Pflanzen, irgendwie an Ästchen und Zweige, die langsam zu etwas Größerem wachsen. Sabine Dubenkopp denkt an Schokolade. Die 39-jährige Berlinerin fertigte für die bis Freitagabend stattfindenden „World Chocolate Masters“, die Schokoladen-Weltmeisterschaft in Paris, ein süßes zwei Meter-Gigantum aus dunkler Schokolade an – und nannte es „Metamorphose“. Warum?

„Die Schoko-WM steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Dieses Jahr war es ‚Inspiration aus der Natur‘.“ Und weil die Chocolatière bei Natur zuerst an Leben und Verändern denkt, bestellte sie sich 100 Kilo Schokolade in ihre Berliner Confiserie, um schon von zu Hause aus an ihrem Schaustück für die Weltmeisterschaft zu basteln.

Sabine Dubenkropp_Schaustück
Sabine Dubenkropp mit ihrem Schaustück „Metamorphose“ © World Chocolate Masters 2015

Eine verschlungene Baumwurzel trägt eine blaue Kugel, über die sich Miesmuscheln, Wassereier und ein grünes Schilfblatt gelegt haben. Über schlanke Bögen streckt sich die Statue zwei Meter empor, an violetten Schmetterlingen und zierlichen Kolibri vorbei, hoch zu einer goldenen Kugel.

„Warme Schokolade kann man formen. Ich habe zunächst verschiedene Einzelteile gegossen und die dann aufeinander gestapelt, geklebt und so das Schaustück aufgebaut“, sagt Sabine. Auch das Bunte zwischendrin ist Schokolade? „Ja, alles ist aus Schokolade.“

Der Wettkampf bei der Weltmeisterschaft besteht aus insgesamt vier Disziplinen: Dem Schaustück, 250 Pralinen nach eigener Rezeptur, einem süßen „Snack to go, den man bei einem Foodtruck kaufen könnte“ und einer „Patisserie des Tages“. Damit Sabine vor Ort genügend Zeit für die anderen Disziplinen hat, begann sie mit dem Schaustück bereits zu Hause.

 

 Sabines Snack to go
Sabines „Snack to go“ soll an eine Kastanie erinnern. © World Chocolate Masters 2015

Insgesamt nehmen zwanzig Kandidaten aus zwanzig Ländern an der Schoko-WM teil. Die Chocolatières kommen aus der Schweiz, Italien, England, Brasilien, Südkorea usw. Jeder von ihnen hat zuvor den nationalen Schokoladen-Wettkampf in seinem Land für sich entschieden. Sabine gewann im Februar in Köln und ist damit die beste Chocolatière Deutschlands.

In Paris ist sie schon am Mittwoch in der Vorrunde ausgeschieden:  „Das macht nichts: Dabeisein ist alles! Es ist auch toll, den verbliebenen zehn Kandidaten beim Live-Modellieren zuzuschauen“, sagt sie.

Wie werden die Schoko-Künstler denn bewertet? „Das entscheidet eine Fachjury, die die Pralinen und Schaustücke nach Technik, Kreativität, Geschmack und Beachtung des Themas beurteilt“, sagt Sabine. Neben diesem offiziellen Weltmeistertitel gibt es aber auch den Social-Media-Award, bei dem User und Zuschauer bis Freitagabend online entscheiden können, welchen Schoko-Künstler sie am besten finden.

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Ein von Jelle Quirynen (@jelle_q) gepostetes Foto am