In den 80ern war alles besser? Von wegen!

Schon klar, die Welt ist heute unübersichtlicher als noch vor 30 Jahren – aber wollen wir deshalb wirklich wieder zurück in die 80er, wie es sich viele Deutschen wünschen? ze.tt zeigt, warum es uns heute viel besser geht als damals. 

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Take me back? Nein, danke. @ dpa

Fast die Hälfte (47 Prozent) der Deutschen glaubt, dass das Leben in den 80ern besser war als heute, wie eine Umfrage des Meinungsinstituts YouGov zeigt. Vielleicht, weil die Welt damals überschaubarer war. Sie wurde unterteilt in Ost und West, Gut und Böse – und ohne Internet und Smartphone war das Tempo viel geringer. Dass es deshalb damals besser war als heute, ist natürlich Quatsch. Das zeigen diese Dinge, die heute möglich sind oder existieren, in den 80ern aber nicht.

Ein Deutschland statt zwei

Heute schwer vorstellbar, aber in den 80er Jahren starben Menschen an einer innerdeutschen Grenze, weil sie von einem Deutschland ins andere wollten. Noch im Februar 1989 erschossen Grenzsoldaten Chris Gueffroy, der von Ost- nach West-Berlin fliehen wollte. Sieben Monate später fiel die Mauer.

ARCHIV - Jubelnde Menschen sitzen mit Wunderkerzen auf der Berliner Mauer am 11.11.1989. Nach der Öffnung eines Teils der deutsch-deutschen Grenzübergänge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 reisten Millionen DDR-Bürger für einen kurzen Besuch in den Westen. In der Folge wurde die innerdeutsche Grenze abgebaut, seit dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland wieder vereint. Am 09.11.2014 feiert Berlin den 25. Jahrestag der Maueröffnung. Foto: dpa (zu dpa Themenpaket: "25 Jahre Mauerfall" vom 30.10.2014) |
Jubelnde Menschen auf der Berliner Mauer am 11. November 1989. © dpa

Euro statt zig verschiedener Währungen

Reisen innerhalb Europas sind so viel einfacher geworden. Verantwortlich dafür: Die Abschaffung von Grenzkontrollen (Schengen-Abkommen) und eine gemeinsame Währung. Ein Urlaub in Italien? Passkontrollen, Geldwechsel und kein Platz im Portemonnaie, weil es mit tausenden Lira-Scheinen vollgestopft war.

 Weniger Tote durch Terror in Europa

Klingt absurd, ist aber wahr. Die Zahl der Menschen die durch Terroristen ums Leben kamen, war in den 80er Jahren höher als heute. Die Art des Terrors hat sich geändert und es gibt insgesamt mehr Anschläge – dabei sterben jedoch weniger Menschen, wie eine Untersuchung des Guardians zeigt.

© Screenshot Guardian
© Screenshot Guardian

Das Ozonloch schließt sich

Dass sich das Ozonloch über der Antarktis langsam schließt, ist einer der größten Erfolge der internationalen Umweltpolitik. Verantwortlich für das Verschwinden der Ozonschicht waren vor allem Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Seit dem Jahr 2000 ist die Verwendung von FCKW (zum Beispiel als Treibgase in Sprühdosen oder in Kühlschränken) stark eingeschränkt. Weil das Ozonloch sich langsam schließt, gelangt weniger gefährliche UV-B-Strahlung zu uns.

Internet statt Lexikon

Wer Informationen bekommen wollte, brauchte entweder ein riesiges Lexikon daheim, eine Bibliothek in der Nähe oder einen Telefonjoker (den man über das Festnetz anrufen musste). Heute können wir auf das Wissen der Welt innerhalb von Sekunden zugreifen – und es mit anderen teilen.

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© Giphy

Rauchfreie Flugzeuge und Züge

In den 80er Jahren waren qualmende Passagier*innen oder Gäste in Flugzeugen, Zügen und Restaurants Standard. Das gehört zum Glück der Vergangenheit an – was selbst die meisten Raucher*innen gut finden.

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© Giphy

Preise von Flugtickets

Reisen ist günstiger geworden. Wie die Lufthansa auf Nachfrage mitteilt, kostete ein Ticket von Frankfurt nach New York in den 80er Jahren rund 1.370 Mark in der Economy Class (rund 700 Euro) – heute gibt es die Tickets für 400 bis 600 Euro.

Frisuren

Die 80er waren die Hochphase der Vokuhila (vorne kurz, hinten lang) – gern auch in Kombination mit einem Schnurrbart. Komplettiert wurde dieser Style mit Karottenhosen, weißen Tennissocken und Trainingsjacken. Auch wenn Berlin-Neukölln ein kleines Revival dieses Styles erlebt – die Wahrscheinlichkeit, dass die halbe deutsche Nationalmannschaft wieder so aufläuft, ist zum Glück sehr gering.

Seiner Zeit hinterher: Steffen Heidrich vom VfB Leipzig im Jahr 1993. © dpa