Deutsche wollen weniger Mikroplastik – so kannst du es vermeiden

Mikroplastik versteckt sich in unseren Duschgelen und Peelings – und belastet die Weltmeere. Regierung und Industrie scheinen trotzdem kein Interesse daran zu haben, das zu ändern, auch wenn Verbraucher*innen einer Umfrage nach drauf verzichten könnten.

In dieser Schminke könnte Mikroplastik sein. © go2 / photocase.de

Mikroplastik belastet die Umwelt. Das ist bekannt und trotzdem setzt es die Kosmetikindustrie weiter ein. Verbraucher*innen können hingegen gut drauf verzichten. Das bestätigt eine von Greenpeace beauftragte Umfrage (PDF): 75 Prozent würden Produkte nicht kaufen, wenn sie wüssten, dass sie Mikroplastik enthalten. 84 Prozent wünschen sich außerdem eine eindeutige Kennzeichnung.

2013 einigten sich Hersteller und Regierung auf eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ und einen „freiwilligen Ausstieg bis 2020“. Was das heißt: Nicht viel. Mikroplastik wird in vielen Produkten weiterhin verwendet und nur kryptisch gekennzeichnet. Auf eine Kleine Anfrage der Grünen (PDF) im November 2016 antwortete die Regierung, dass sich laut einer Umfrage unter den europäischen Kosmetikherstellern die Menge an festen Kunststoffpartikeln zwischen 2012 und 2015 um 70 Prozent reduziert habe. Zahnpasten seien sogar mikroplastikfrei. Umweltschutzorganisationen ist das zu wenig, sie fordern seit Jahren ein Verbot.

Was ist Mikroplastik?

Mikroplastik sind kleinste Kunststoffteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Die Kosmetikindustrie verwendet sie unter anderem als Schleif- und Bindemittel und Füllstoff. Laut einer Studie des Verbraucherportals Codecheck in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) enthält jedes dritte untersuchte Gesichtspeeling und mehr als jedes zehnte Körperpeeling Mikroplastik.

Was ist das Problem?

Mikroplastik landet durch unsere Waschbecken im Abwasser. Kläranlagen können die kleinen Teilchen nur bedingt rausfiltern, der Rest landet im Meer. Im Wasser wirkt Mikroplastik wie ein Magnet für Schadstoffe. Wenn Fische und andere Meerestieren sie schlucken, belastet es nicht nur sie, sondern auch uns, wenn wir sie verspeisen.

[Außerdem bei ze.tt: So rührt ihr eure eigene Zahnpasta an]

Woran erkenne ich, dass Mikroplastik in Kosmetikartikeln enthalten sind?

Da es bislang keine eindeutige Kennzeichnungspflicht gibt, müssen Verbraucher*innen sich selbst helfen. Schaut auf die Inhaltsstoffe und vermeidet Produkte, die folgende Stoffe enthalten:

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Dimethiconol
  • Methicone
  • Polyamide (PA, Nylon)
  • Polyacrylate (PA)
  • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethyleneglycol (PEG)*
  • Polyethyleneterephthalate (PET)
  • Polypropylene (PP)
  • Polypropyleneglycol (PPG)*
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)
  • Siloxane

Der BUND hat zudem eine Liste (PDF) von Kosmetika veröffentlicht, die Mikroplastik enthalten.

Wie kann ich Mikroplastik vermeiden?

Wer sich diese Namen nicht merken kann oder will, kann Kosmetika auch mit der App Codecheck überprüfen. Sie erkennt kritische Inhaltsstoffe. Garantiert mikroplastikfrei sind Produkte von Naturmarken.

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