Die Bahn erhöht die Preise. Danke für gar nichts!

Schon am 30. September gab die Deutsche Bahn bekannt, die Preise im Fernverkehr erhöhen zu wollen. Jetzt wird die Ankündigung Realität. Das wird umweltfreundliches Reisen weiter erschweren.

Der melancholische Blick aus dem Fenster wird teurer: Die Bahn erhöht die Preise. Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Wer umweltfreundlich reisen möchte, wählt Bahn, Bus oder Mitfahrgelegenheit. Wer mit der Bahn fährt, muss ab dem 11. Dezember tiefer in die Tasche greifen, um mit (umwelt-)reinem Gewissen nach Hause zu fahren. Die Bahn erhöht zum Fahrplanwechsel die Preise. Und das ist für die Umwelt fatal, denn Flüge werden immer billiger.

Während also die Bahn ihre Preise um durchschnittlich 1,3 Prozent erhöht, werfen Billigfluganbieter weiterhin mit absurd günstigen Angeboten (Berlin nach Mailand für neun Euro, Berlin nach London für elf Euro) um sich. Mit diesen Preiserhöhungen macht es die Bahn unserer Generation noch schwerer, den eklig billigen Angeboten von Ryanair und Co. zu widerstehen und das Fliegen zu einem alltagstauglichen Akt werden zu lassen.

Was wird teurer?

Die Flexpreise (Normalpreise) steigen um 1,9 Prozent, die Streckenzeitkarten werden um 3,9 Prozent teurer. Auch das Stornieren bei Umtausch und Erstattung wird um 1,50 Euro auf 19 Euro erhöht. Am meisten leiden jedoch die Stammkunden: Streckenzeitkarten werden 3,9 Prozent teurer, die Bahncard 100 verteuert sich um 2,4 Prozent in der zweiten und 2,9 Prozent in der ersten Klasse.

Da leidet nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie. Der Zeitpunkt ist wirklich schlecht gelegen: Denn erstens fahren alle zur Weihnachtszeit nach Hause. Und zweitens leidet das Portemonnaie aufgrund erhöhter Weihnachtsgeschenk-Glühwein-Keks-Ausgaben sowieso schon.

Kostenloses WLAN? Ne, danke

Die Preise der BahnCard 25 und 50 bleiben jedoch unverändert. Ein kleiner Trost für Menschen mit Heimweh und/oder Fernbeziehungen. Wenn sie nicht schon auf Billigflugunternehmen wie Ryanair und Co. umgestiegen sind, weil schon die bisherigen Preise zu teuer für das schlappe Studierendenkonto waren.

[Außerdem bei ze.tt: Warum ich nicht fliege]

„Zu einer stabilen Wirtschaftlichkeit gehört auch, dass wir die Preise anpassen“, sagte Birgit Bohle, Fernverkehrschefin der Bahn. Weiterhin sprach sie von einer „moderaten Anhebung“ (Was heißt denn bitte moderat?), wodurch Bahnfahrer*innen im nächsten Jahr mehr Pünktlichkeit und Komfort erwarten dürften. Außerdem verspricht die Deutsche Bahn kostenloses WLAN. Juhu! (Als litten wir nicht sowieso schon an Reizüberflutungen).

Die Umwelt könnte sicherlich auf das WLAN verzichten. Lieber wären uns Preise, die uns vom Fliegen abhielten und das Reisen mit der Bahn attraktiver machten.

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