Die besten Alternativen zu Kuhmilch

Es gibt viele Gründe auf Kuhmilch zu verzichten – mindestens genau so viele, wie es dafür Alternativen gibt. Wir haben euch die besten zusammengestellt.

Legga schmegga. Foto: Christopher Jue/Getty Images

Die Existenznot und das Getriebe der Massenindustrie zwingen viele Milchbauern und Milchbäuerinnen zu einem zynischen Umgang mit ihren Nutztieren, den Milchkühen. Damit die weiblichen Kühe stetig Milch geben können, werden sie immer wieder befruchtet. Die männlichen Bullen hingegen werden „entsorgt“, da sie unwirtschaftlich und nutzlos seien. Das sind nur wenige der Missstände, die in der Milchviehhaltung herrschen.

Wer aus ethischen Gründen gänzlich auf Kuhmilch verzichten möchte oder laktoseintolerant ist, dem*der bietet der Markt eine große Palette an Alternativen, von der Nuss- bis zur Getreidemilch. Für viele Kaffeeliebhaber*innen kann der Umstieg zum Soja- oder Hafer-Latte anfangs schwer sein, denn Kuhmilch-Alternativen schmecken ein wenig anders.

Der Soja-Drink 

Der Soja-Drink hat sich unter den Milchalternativen bisher am erfolgreichsten durchgesetzt. Soja enthält Ballaststoffe und dient optimal als Proteinquelle, da sie zu 36 Prozent aus Eiweiß besteht. Für viele Pflanzenfresser*innen gehört er bereits zum festen Kühlschrankrepertoire. Mit Calcium und vielen Vitaminen angereichert, stellt er eine gute Nährstoffquelle dar.

Geschmack: Soja-Drink hat einen leicht erdig-bohnigen Geschmack. Bei jeder Marke kommt das unterschiedlich stark zum Ausdruck. Dabei kommt es jedoch sehr auf die Qualität der Soja-Drinks an. In billigeren Produkten überwiegt meist der bohnige Geschmack.

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Im Kaffee: Soja-Drink schäumt gut, was ihn perfekt für Latte, Flat White und Co. macht. Und Vorsicht: Schüttet man den kalten Soja-Drink in den heißen Kaffee, flockt der Drink aus. Die Flüssigkeiten sollten entweder dieselbe Temperatur haben oder sehr langsam zusammengeschüttet werden.

Öko-Bilanz: Über die Sojabohne wird viel diskutiert. Viele Quadratkilometer Regenwald in Südamerika werden jährlich für den Sojaanbau platt gemacht. Allerdings ist der Ertrag nicht nur für den Verzehr gedacht. Viel wird in die Erzeugung von Energie investiert oder das Soja wird zu Tierfutter verarbeitet. Außerdem steht Gensoja zu recht in der Kritik. Das ist allerdings in Europa kennzeichnungspflichtig. Vorteil der Sojapflanze ist, dass sie auch in europäischen Ländern wie Deutschland, Ungarn oder Österreich angebaut wird. Wenn Bioqualität draufsteht, handelt es sich also meistens um ein lokales Produkt.

Preis: günstig, durchschnittlich ein bis zwei Euro

Fazit: Günstig und lecker im Kaffee – allerdings mit Eigengeschmack, an den man sich gewöhnen muss. Dient als gute Nährstoffquelle.

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Der Reis-Drink

Reis-Drink ist eine Getreidemilchsorte, die eher arm an Nährstoffen, Vitamin und Eiweiß ist. Hergestellt wird der Reis-Drink aus gekochtem und pürierten Reis, der mit Wasser vermischt, gefiltert und anschließend fermentiert oder mit Emulgatoren versetzt wird, damit er eine milchige Konsistenz annimmt.

Geschmack: Reis-Drink hat keinen starken Eigengeschmack, schmeckt allerdings überraschend süßlich. Die Süße entsteht durch die Fermentation des Reis im Herstellungsprozess oder sie wird mit Zucker und Calcium hinzugefügt.

Im Kaffee: Der neutrale Geschmack verfälscht den Kaffee kaum. Allerdings ist die Konsistenz sehr dünn, was den Kaffee wässrig macht. Zudem schäumt der Reis-Drink nicht.

Öko-Bilanz: Als Grundnahrungsmittel wird der Reis weltweit angebaut. In Europa sind Italien und Spanien die größten Produzenten. Wie ökologisch vertretbar der Drink ist, kommt also auf die Herkunft und Anbaumethode des Reis an.

Preis: günstig, ein bis drei Euro

Fazit: Nährstoffarm und zu wässrige Konsistenz für den Kaffee. Ab und zu als Abwechslung oder zum Kochen und Backen gut.

Der Hafer-Drink

Der Getreidedrink wird aus fermentiertem Getreide oder aus Mehl produziert, lässt sich allerdings auch gut selbst herstellen. Hafer ist reich an Mineral- und Ballaststoffen.

Geschmack: Hafer-Drink schmeckt angenehm süßlich und etwas getreidig – wie Hafer eben. Die Süße entsteht bei der herstellungsbedingten Umwandlung von Stärke in Einfachzucker.

Im Kaffee: Die süßliche Note des Hafer-Drinks verpasst dem Kaffee einen angenehmen Geschmack. Den Hafer schmeckt man allerdings durch. Der Getreidedrink lässt sich, je nach Produkt, gut schäumen.

Öko-Bilanz: Hafer wird fast überall in Europa angebaut und ist in der EU auch frei von Gentechnik. Transport und Anbau sind also weniger belastend für die Umwelt.

Preis: okay, ein bis drei Euro

Fazit: Der Eigengeschmack ist recht dominant. Wer Hafer mag, dem wird auch der Kaffee damit schmecken. Der Drink ist nährstoffreich und passt gut zum Kaffee.

Der Cashew-Drink

Der Cashew-Drink ist ein Newcomer im Kühlregal, bisher gibt es ihn fast ausschließlich im Biomarkt. Allerdings kann man Cashew-Drink auch gut selbst produzieren. Er ist fettreich und hat nur wenig Kohlenhydrate.

Geschmack: Cashew-Drink hat einen starken, süßen Eigengeschmack. Wer gerne Cashewnüsse isst, mag auch Cashew-Drink. Wer sie nicht mag, sollte einen Bogen um den Drink machen.

Im Kaffee: Im Kaffee ist die sonst sehr schmackhafte Dickflüssigkeit des Drinks nicht so passend. Im ersten Moment könnte man denken, die Milch sei im Kaffee geflockt. Die Süße des Cashew-Drinks macht sich allerdings gut im Kaffee. Für festen Schaum eignet sich der Drink nicht.

Öko-Bilanz: Der Kaschubaum wird hauptsächlich in südafrikanischen Ländern und Brasilien angebaut. Der Transport zur Produktion und die Lieferung nach Deutschland lassen sich deshalb nicht vermeiden.

Preis: kostenintesiv, drei bis vier Euro

Fazit: Den starken Eigengeschmack muss man mögen. Der relativ teure Drink passt eher in Smoothies als in den Kaffee.

Der Mandel-Drink

Der Mandel-Drink besteht aus gemahlenen Mandeln, die in Wasser eingeweicht, gekocht und dann gefiltert werden. Der Drink ist genau wie der Cashew-Drink reich an guten Fetten.

Geschmack: Der Mandel-Drink hat eine sehr sämige Konsistenz und eine angenehme nussige Note. Auch hier gilt: Wer Mandeln mag, trinkt auch gerne Mandel-Drink.

Im Kaffee: Der aufgeschäumte Mandeldrink ist sehr cremig und schmeckt neben der nussigen Note leicht säuerlich. Der Geheimtipp: Kaffee mit Dinkel-Mandel-Drink.

Öko-Bilanz: Nicht gut. Mandeln werden hauptsächlich in Kalifornien angebaut und haben deswegen einen langen Transportweg vor sich. Zwar gibt es auch in Europa Mandelbäume, diese werden allerdings hauptsächlich in Monokulturen angebaut.

Preis: kostenintesiv, drei bis vier Euro

Fazit: Ein Luxusgut unter den Milch-Alternativen. Der Drink macht sich sowohl im Kaffee, als auch in Smoothies gut.