Dieser junge Berliner erzählt, wie schwer der Neustart nach dem Knast ist

Zweieinhalb Jahre saß Kosta im Gefängnis. Grund: Diebstahl, schwerer Raub und Verstoß gegen das Waffengesetz. Im Video erzählt er, wie ihm die Rückkehr in die Gesellschaft gelang.

„Wer ist schon unschuldig?”, fragt der 27-jährige Konstantin Benedikt. Jeder Mensch mache Fehler und jede*r habe eine neue Chance verdient. Auch solche, die straffällig geworden seien. Konstantin, der lieber Kosta genannt wird, landete 2013 im Knast. Er tauschte 120 Quadratmeter und eine Zweitwohnung gegen eine kahle Zelle in der JVA Moabit in Berlin. Und das wegen einer Aktion aus Langeweile, wie Kosta sagt.

Verurteilt wurde der gebürtige Berliner wegen Diebstahl, schweren Raubs und einem Verstoß gegen das Waffengesetz. Er war Mitglied einer kriminellen Organisation, die ihn nach seinem Wehrdienst in einer Berliner Bar rekrutierte. Von da an legte er eine steile Karriere innerhalb der Organisation hin, die zu seiner Familie wurde. „Die Gesetze dort haben mich einfach angesprochen”, erzählt er, „ich habe mich frei gefühlt.”

Eine zweite Chance für Kosta

Nach zweieinhalb Jahren Gefängnisaufenthalt kam Kosta im Herbst 2016 auf Bewährung frei. Seither macht er eine Ausbildung zum Zimmermann. Rückfällig zu werden ist für ihn keine Option, wobei er den Gedanken verstehen kann. „Viele kriegen keinen Job”, meint er. Die Eingliederung nach einer Haftstrafe ist schwierig. Deshalb hat sich Kosta nach seiner Entlassung Hilfe bei einer Organisation gesucht, die sich auf die Arbeitsplatzvermittlung von ehemaligen Haftinsass*innen spezialisiert hat.

Kosta erzählt, dass ihm die Gefühle anderer früher nichts bedeutet haben. Heute beschreibt er sich als einen sehr empathischen Menschen. „Ich habe mich um 180 Grad gedreht”, sagt er und zeigt mit seiner Geschichte, dass eine Eingliederung zurück in die Gesellschaft gelingen kann.