Die größte Änderung im Atlas seit dem Ende der Sowjetunion

Die zehnte Ausgabe des „National Geographic Atlas of the World“ zeigt, wie weit das Eis in der Arktis inzwischen abgeschmolzen ist. Der Vergleich zur Karte von 1999 ist dramatisch.

© Joe Raedle/Getty Images

Eisberg vor der Küste Grönlands © Joe Raedle/Getty Images

Der Rückgang der arktischen Eisdecke sein eine der größten Veränderungen in der Geschichte des“National Geographic Atlas of the World“, schreibt dessen Herausgeber. Der Atlas erscheint seit 1963, die zehnte und neueste Ausgabe gab der Verlag im vergangenen September heraus. Schon damals hatte National Geographic auf die dramatischen Veränderungen hingewiesen.

Nun hat National Geographic nach einer Klimaschutzrede Obamas das Thema noch einmal aufgegriffen und in einer Animation die verschiedenen Versionen der Karte seit 1999 hintereinander gestellt.

Die weiße Fläche in der Grafik ist das sogenannte „multi-layer ice“, das mehrschichtige Eis. Dieses Eis hat mindestens zwei Sommer überstanden, ist also nicht abgeschmolzen.

Seit den 1970er Jahren ist die arktische Eisdecke pro Jahrzehnt um 12 Prozent zurückgegangen. Seit 2007 habe sich der Trend noch beschleunigt, schreibt die NASA.

Die Daten für den National Geographic Atlas stammen von der NASA und der NSIDC, dem National Snow and Ice Data Center in den USA. Insbesondere habe eine NASA-Studie aus 2012 als Grundlage für die neueste Karte gedient.

Ein Wissenschaftlicher der NASA übte Kritik an der Darstellung, wie National Geographic selbst schreibt: Statt das mehrschichtige Eis abzubilden, das bereits einen Sommer überlebt hat, sollte die Karte das „total minimum sea ice“ zeigen. Diese Messung, die jedes Jahr im September erhoben wird, umfasst auch das Eis, das sich im Winter neu gebildet hat. Das „total maximum sea ice“, also die größte Ausbreitung der arktischen Eisdecke, wird übrigens im März gemessen.

Ein weiterer Kritikpunkt des NASA-Wissenschaftlers ist, dass nur die Daten aus 2012 gezeigt werden, einem Jahr, in dem das Eis besonders stark zurückging. Er mögliche Lösung sei es, einen Durchschnitt abzubilden.