Ein Juwelier dachte, das hier sei gelungene Werbung

Manche würden das wohl Epic Fail nennen: Das Wortspiel eines Geschäfts in North Carolina ging arg nach hinten los.

Hihi. Äh?! © Screenshot / Twitter / Kim Kelley

Es ist sicher nicht ganz leicht, als Juweliergeschäft noch ausgefallen für den eigenen Laden zu werben. Ein Beispiel aus Ashville im US-Bundesstaat North Carolina zeigt jetzt jedenfalls, wie man es nicht tun sollte. Zumindest, wenn man keinen Shitstorm abbekommen möchte.

Die Spicer Green Jewelers zeigen auf einem aktuellen Plakat ein paar bunte Juwelen und dazu folgenden Slogan: „Manchmal ist es okay, Mädchen mit Steinen zu bewerfen …“

Moment mal. Was?

Nein, das ist nicht okay, dachten hunderte Social-Media-User und übten harsche Kritik. Einige Menschen protestierten vergangene Woche sogar vor dem Plakat, kurz nachdem es aufgehängt wurde. Der Tenor: Es sei sexistisch und verherrliche Gewalt an Frauen.

Die Juweliere haben sich mittlerweile für das Plakat entschuldigt und kündigten an, es in Kürze gegen ein anderes auszutauschen. „Die Intention war eher der nostalgische Gedanke an das, was man als Kind immer gesagt bekommen hat“, sagte Eva-Michelle Spicer, die Besitzerin des Ladens, dem Nachrichtensender WLOS. „Dass es eben nicht okay ist, Steine auf Mädchen zu werfen, dass es nicht okay ist, Steine auf irgendwen zu werfen. Ich bin traurig, dass es so aufgefasst wurde.“ Im amerikanischen Sprachgebrauch wird das Wort rocks auch für Juwelen oder Edelsteine verwendet.

Spicer ist selbst Teil von Women for Women, einer Organisation, die für mehr Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen einsteht. Von den Erlösen der vergangenen Woche sollen zehn Prozent an lokale Frauenhäuser gehen.

Auf Facebook postete der Laden, dass das Plakat etwas kommunizierte, was so gar nicht beabsichtigt war.

Es gibt aber andere Meinungen über das Plakat. Einige User*innen kommentieren, dass sie die Aufregung nicht nachvollziehen könnten. Die Werbung sei clever und witzig und in Wahrheit verstünden alle den Kontext. Einen Grund für die Entschuldigung gäbe es daher nicht. Rosemary Rapes schreibt: „Es gibt kein Problem. Das ist ein gutes Wortspiel. Hört nicht auf die anderen Menschen, es ist genial.“ Und Bill Newton schreibt: „Ich finde traurig, dass die Menschen immer das Schlechte in allem sehen müssen. Wir sind eine Gesellschaft, in der sich ständig alle angegriffen fühlen.“

Das Juweliergeschäft dürfte jedenfalls daraus gelernt haben – und sich gut überlegen, wie es künftig für das Geschäft werben wird. Die Werbefläche ist für lange Zeit gemietet, weil sie an einer vielbefahrenen Straße liegt.