Die Lage ist ernst, die Vanille wird knapp

Vanille ist die beliebteste Eissorte. Doch die letzte Ernte ist schlecht ausgefallen. Und das macht das Gewürz teuer – gleichzeitig sinkt die Qualität. 

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Ist dies das Ende? kallejipp/photocase.com

Eis, Parfum, Hautcréme, Pralinen, Vodka, Bratensauce, Spargelsalat und jetzt stellt euch all diese Dinge vor, ohne eine sanfte Note Vanille darin. Das droht uns in diesem Jahr.

Seit dem Jahr 2012 steigen die Preise stark an, berichtet Branchenbeobachter Mintec. Ende 2014 blühten die Pflanzen vor allem in Madagascar dann so schlecht, dass im vergangenen Jahr weniger Schoten geerntet werden konnten. Und das macht das Gewürz in diesem Jahr knapp – und teuer.

Dazu kommt, dass viele Farmer zu früh geerntet haben. Nun ist auch noch die Qualität schlecht. Druck gemacht hätten die Importeure: Sie hatten die Preissteigerung vorhergesehen und früh ihre Lager gefüllt.

Vanille ist eine Orchidee. Die Züchtung ist aufwendig, die Pflanzen brauchen ständige Pflege. Wegen der kurzen Blütezeit haben die Arbeiter nur zwölf Stunden für die Befruchtung. Die Schote wird später für drei bis sechs Monate getrocknet.

Immerhin gibt es gute Aussichten beim britischen Independent: Die nächste Ernte wird besser und die Vanille-Knappheit soll schon bald wieder gegessen sein.


In der Ursprungsfassung dieses Artikels stand, Arbeite hätten nur zwölf Stunden Zeit, die Vanille zu ernten. Das ist falsch – sie haben zwölf Stunden Zeit, die Orchidee zu befruchten. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.